Geschäftsumzüge

Zwei Hersbrucker Läden, ein Tauschgeschäft

Tauschen bis zum Herbst die Läden: Erika Vogel und Sofie-Kristin Adelagun vom Biomarkt sowie Holger Bayer vom Elektroland Franken (v. links). | Foto: U. Pfeiffer2021/04/El-Bio.jpg

HERSBRUCK – So einfach kann es sein, die passende Ladengröße in Hersbruck zu finden – nämlich durch ein Tauschgeschäft. Wie das geht, machen das Elektroland Franken und der Biomarkt vor.

Die Mannen um Harald Herbrig sind schon fleißig am Ausräumen und Zusammenpacken. Denn das Elektroland ist bereits ab 3. Mai in seinem Übergangsquartier neben dem Netto zu finden. „Um einen reibungslosen Umbau der Räume für den Biomarkt zu gewährleisten, ist das die optimale Lösung.“ Daher werden GLS-Shop, Fernseher & Co. bis voraussichtlich Ende Oktober im ehemaligen Metzger und Bäcker auf Kundschaft warten. „Wann wir dann in den jetzigen Biomarkt umziehen können, hängt vom Rückbau ab“, erklärt Herbrig.

Die Eröffnung dort könnte dann unter dem Titel „Zurück zu den Wurzeln“ stehen: „Wir waren 2012 schon einmal in der Poststraße“, blickt Herbrig zurück. Und beim Umbau der Quelle ebenso. „Damals waren die Abteilungen über die Stadt verteilt.“ Mit dem Umzug hat dann das bisherige Flair „wie in einer Bahnhofshalle“ im Elektroland ein Ende, so Herbrig. „Wir haben schon seit Jahren nach einem kleineren Objekt um die 250 Quadratmeter gesucht.“

Neuer Untermieter

Als er über einen Zeitungsbericht über den Hersbrucker Bauausschuss mitbekam, dass Erika Vogel Interesse am früheren Küchle zeigte, kam ihm die Idee zum Ladentausch. Und die Gründerin der kleinen Biomarkt-Kette war sofort begeistert: „Wir hatten für das andere Objekt noch keinen Mietvertrag, aber einen bestehenden für unser Geschäft.“ Dieses vermietet sie nun ans Elektroland unter, das im neuen Ambiente das „Thema Kaffee verstärkt aufbauen“ möchte, verrät Herbrig.

Ihm ist Vogel für seinen Einfall dankbar: „Die Lage ist super.“ Der Hersbrucker Biomarkt sei weiterhin bestens sichtbar, befinde sich in Laufweite zur Innenstadt, sei gut anfahrbar, verfüge über Parkplätze und biete mehr Entwicklungsmöglichkeiten. Denn im Gegensatz zu Lauf sei man hier damals auf einer kleineren Fläche gestartet, erzählt Vogel.

Mittlerweile habe sich aber die Nachfrage deutlich erhöht. „Wir möchten unseren regionalen Anbietern gerne mehr Absatzfläche zur Verfügung stellen“, sagt Marktleiterin Sofie-Kristin Adelagun. Die Kunden wünschten sich mehr Produkte – und ein Bistro wie in der Kreisstadt und in Eckental.

Besser spät als nie

„Das gehört eigentlich auch zu unserem Konzept in den drei Filialen“, erläutern Vogel und Adelagun. Im Hersbrucker „Nachzügler“, wie es die beiden scherzhaft beschreiben, soll es ab der Eröffnung in der Nürnberger Straße Mitte September frisches, hundertprozentiges Bio-Essen zum Mitnehmen und Vor-Ort-Verspeisen geben.

„Wir verwenden dazu Waren, die nicht mehr zu verkaufen, aber noch zu genießen sind“, erläutern die beiden Frauen. Das verhindere Verschwendung. Auf der Speisekarte werden überwiegend vegetarische Gerichte stehen, dazu einmal in der Woche Fleisch und alle zwei Wochen Fisch.

Neben dem Bistro mit Sitzecke im Eingangsbereich planen Vogel und Adelagun auch eine Außenfläche auf dem Kiesbereich rechts vom Gebäude, eine Unverpackt-Station, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sowie eine überdachte Radabstellmöglichkeit mit Ladesäule für E-Bikes. Auf der verdoppelten Quadratmeterzahl für den Laden sollen Produkte von mehr als 60 regionalen Lieferanten die Regale füllen. „Damit ist Hersbruck dann der größte Biomarkt in unserem Trio.“

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren