Unscheinbar und genial: Produkte von EMUGE-FRANKEN

WB-21-Emuge-02
Zwei Geschäftsführer mit Leidenschaft für die Technik gepaart mit viel Menschlichkeit: Helmut Glimpel (links) und Gerhard Knienieder. | Foto: EMUGE-FRANKEN2021/02/WB-21-Emuge-02.jpg

Leise, lokal emissionsfrei (kein Auspuff) und mit reichlich Wumms (antriebsstark) erobern Autos mit Elektromotor die Welt. Damit es die Fahrer beim Beschleunigen in die Sitze presst, sind die Aggregate wie Akku, Elektromotor oder Leistungselektronik perfekt aufeinander abgestimmt. Um dieser immensen Kraft standzuhalten, müssen Bauteile wie Zahnräder sowohl stabil als auch exakt sein – und genau hier kommt EMUGE-FRANKEN ins Spiel, denn die Firma am westlichen Ortsausgang von Lauf entwickelt Präzisionswerkzeuge, mit denen Betriebe in der ganzen Welt Teile, zum Beispiel fürs E-Auto, genau produzieren können.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

In stolzen 100 Jahren Firmengeschichte hat sich EMUGE-FRANKEN als Experte in der Gewindeschneidtechnik und Bohrtechnik, in der Spanntechnik für Werkzeuge und Werkstücke sowie in der Frästechnik etabliert. Das klingt hochtechnisch und kompliziert – und das ist es auch.

Hier geht es meistens um wenige My (μ) Abweichungstoleranzen, was ein Millionstel der jeweiligen Einheit darstellt. Ein Spinnenfaden ist zwischen zwei und sechs Mikrometer (μm) breit, umgerechnet 0,002 bis 0,006 Millimeter. Eine Abweichung von der Größe eines Salzkorns (500 μm oder auch 0,5 mm) wäre in den meisten Bereichen der EMUGE-FRANKEN eine Katastrophe. Kein Wunder, dass die Mitarbeiter auch nach der fundierten Ausbildung mehrere Jahre brauchen, bis sie die jeweilige Maschine aus dem Effeff kennen.

Künstler an den Maschinen
Ihre Leistung wird im Hause EMUGE-FRANKEN auch wahrlich gewürdigt: „Bei uns arbeiten Menschen, die man als Künstler bezeichnen kann“, schwärmt Helmut Glimpel. Der charismatische Seniorchef ist im Jahr 1956 in den von seinem Vater Richard gegründeten Betrieb eingestiegen.

Inzwischen teilt er sich die Geschäftsführung mit seinem Schwiegersohn Gerhard Knienieder, der vor über 30 Jahren hier angefangen hat. Und die Treue zieht sich tatsächlich von oben nach unten durch: Langjährige Mitarbeiter sind bei Laufs größtem Arbeitgeber quasi Standard.

WB-21-Emuge-01
Aus der Idee des Technischen Produktdesigners Simon Cruz ist diese Metallhülse in der neuesten Technologie entstanden – hergestellt im Laserschmelzverfahren. | Foto: Stefanie Camin2021/02/WB-21-Emuge-01.jpg

Chance genutzt
Jahrzehntelang ist er natürlich noch nicht dabei, aber dieser junge Mann hat sein Können auch so bewiesen: Simon Cruz. Auf dem Tisch des Technischen Produktdesigners (früher: Technischer Zeichner) lagen verschiedene Wettbewerbsprodukte – verbunden mit der Frage von seinem Vorgesetzten, ob die EMUGE-FRANKEN mit ihren Technologien es nicht anders, vielleicht sogar besser hinbekommen könnte. Und er ließ sich etwas einfallen.

Spannende Technologie
Bei der Innovation von Simon Cruz handelt es sich um ein hochgenaues Spannelement, das beispielsweise für die Herstellung von Zahnrädern benötigt wird. Für den „normalen“ Menschen sieht dieses Spannelement nicht sonderlich kompliziert aus, doch jeder Metallexperte ist bei dieser neuen Technologie schier aus dem Häuschen, denn diese Metallhülse mit ihren Profilen lässt sich mit der konventionellen Zerspanung nicht herstellen. Doch wie dann?

WB-21-Emuge-03
Auf diesem Spannelement wird das Zahnrad befestigt. | Foto: EMUGE-FRANKEN2021/02/WB-21-Emuge-03.jpg

Mit dem Laserschmelzen, das auf dem Prinzip des 3D-Drucks basiert. Der Lösungsansatz lässt sich so auf den Punkt bringen: Metall hinzufügen statt wegfräsen. Bei Temperaturen bis 2000 Grad schweißt ein Laserstrahl Schicht für Schicht staubkorngroßes Pulver übereinander zusammen. 250 Schichten werden so pro Zentimeter Höhe verschweißt. Über zehn Stunden läuft die Laserschmelzanlage mannlos über Nacht, bis die Metallhülse mit einer vorab definierten Form und Elastizität fertiggestellt ist und weiterbearbeitet werden kann.

Die zündende Idee, dieses neue Verfahren zu probieren, hatte Simon Cruz, und gemeinsam mit seinem Teamleiter Walter Schöner und seinem Bereichsleiter Rüdiger Watzke hat er den Gedanken weiter ausgearbeitet. Diese ist inzwischen so weit gereift, dass EMUGE-FRANKEN
den Patentantrag gestellt hat. „Wenn man sich so eine Grundlagenentwicklung erarbeitet und in diese Technologie investiert, ist man gut für die Zukunft aufgestellt“, zeigt sich Gerhard Knienieder begeistert.

Gewindebohrer für die schweren Fälle
Obgleich EMUGE-FRANKEN auch anders, nämlich größer kann: Bei Windkraftanlagen halten zehn Zentimeter große Schrauben die Rotorblätter an der Nabe fest. Welche extremen Kräfte dabei auf die Verankerung einwirken, können die meisten Menschen nur erahnen. Und damit die Rotorblätter da oben bleiben, wo sie hingehören, liefert EMUGE die Gewindebohrer, sodass die Schrauben perfekt sitzen.

WB-21-Emuge-04
Dieser Neubau (rechts) mit der gläsernen Brücke wird den westlichen Ortseingang von Lauf ab 2023 maßgeblich prägen. | Foto: EMUGE-FRANKEN2021/02/WB-21-Emuge-04.jpg

Bestens verbunden
Bei EMUGE-FRANKEN geht es viel um die Verbindung: zwischen Tradition und Innovation, zwischen der Geschäftsführung und den Mitarbeitern, zwischen den Spannwerkzeugen und den Werkstücken – und bald auch zwischen den Gebäuden. Gegenüber vom bekannten EMUGE-FRANKEN-Standort in Lauf wird hier bis 2023 ein großer Komplex mit 20.000 Quadratmetern entstehen.

Auf zwei Geschossen werden die Logistik, die neue Ausbildungswerkstatt und ein Teil der Produktion unterkommen. Am markantesten wird jedoch die Skybridge sein, eine Brücke aus viel Glas, die das bestehende Gebäude mit dem neuen verbindet.

So, wie sich die EMUGE-FRANKEN seit 100 Jahren den Bedürfnissen des Marktes anpasst, wird sie ihre Flexibilität auch in Zukunft beweisen: „Wenn der Kunde etwas Neues verlangt, haben wir mit dem Neubau schon die Infrastruktur dafür“, freut sich Geschäftsführer Gerhard Knienieder auf das, was noch kommen wird

.

WB-21-Emuge-05
Die EMUGE-FRANKEN ist weltweit mit 1900 Mitarbeitern (davon 1050 in Lauf und 250 in Rückersdorf) in 52 Ländern vertreten. | Foto: EMUGE-FRANKEN2021/02/WB-21-Emuge-05.jpg

Unternehmensgruppe EMUGE-FRANKEN
Standort Lauf:
EMUGE-Werk GmbH & Co. KG
Standort Rückersdorf:
FRANKEN GmbH & Co. KG
Kontakt:
Nürnberger Straße 96–100
91207 Lauf
Telefon 09123/186-0
[email protected]
www.emuge-franken.de
www.emuge.de/ausbildung
www.facebook.com/emuge-franken

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren