E-T-A zieht Bilanz zum Geschäftsjahr 2020

Stabil durch die Krise

Geschäftsführerin Dr. Jennifer Sell und Christian Kube, Mitglied der Geschäftsleitung von E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH, sehen das Altdorfer Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt. | Foto: E-T-A2021/03/Altdorf-E-T-A-Jahresbilanz-2020-scaled.jpg

ALTDORF – Das Altdorfer Unternehmen E-T-A macht im vergangenen Jahr 5,7 Prozent weniger Umsatz als 2019. Die Geschäftsführung ist aufgrund der Gesamtsituation dennoch zufrieden und blickt positiv in die Zukunft.

Seit über zwei Jahrzehnten lädt E-T-A traditionell zum Pressegespräch ein und berichtet über das abgelaufene Geschäftsjahr. Pandemie-bedingt musste es vergangenen Freitag – wie bereits 2020 – in digitaler Form stattfinden. Die Zahlen, die das Unternehmen dabei vorweisen konnte, können sich in Anbetracht der angespannten wirtschaftlichen Situation allerdings sehen lassen. Unter den aktuellen weltwirtschaftlichen Umständen sei es ein „akzeptables Geschäftsjahr“ gewesen, sagte Geschäftsführerin Dr. Jennifer Sell. Heißt konkret: Der Umsatz des Familienunternehmens lag im vergangenen Jahr bei 115 Millionen Euro. Zwar bedeutet das einen Rückgang von 5,7 Prozent im Vergleich zu 2019, die Geschäftsleitung zeigt sich dennoch mit der Gesamtsituation zufrieden und blickt positiv in die Zukunft, vor allem auch dank einer guten Entwicklung des ersten Quartals 2021.

Rückgänge hatte E-T-A in allen Sparten zu verzeichnen, mit Ausnahme der Medizintechnik: Hier gelang gar ein Zuwachs, auch weil Technlogie von E-T-A beispielsweise in Abfüllanlagen des Corona-Impfstoffherstellers Biontech/Pfizer zum Einsatz kommt.

Umsichtiger Umgang mit Covid-19

Apropos Corona: Auch beim Altdorfer Unternehmen bestimmte das Virus das vergangene Jahr. Bereits zu Beginn der Pandemie richtete E-T-A in den Bereichen, wo es umsetzbar ist, Möglichkeiten zu Homeoffice ein. Dafür wurde den betroffenen Angestellten Softwarelizenzen für Online-Meetings sowie notwendige technische Ausstattung zur Verfügung gestellt. Rund 90 Prozent der Angestellten, die über Verträge mit Option auf Heimarbeit verfügen, nutzten das Angebot bislang, bestätigt Dr. Jennifer Sell.
Zusätzlich gilt seit September des vergangenen Jahres auf dem gesamten Firmengelände eine FFP2-Maskenpflicht. In allen Bereichen seien die Arbeitsplätze an die geltenden Abstandsregeln des RKI angepasst und mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen versehen worden. Darüber hinaus führte das Unternehmen ein firmeninternes Ampelsystem zur Anpassung der Verhaltensmaßnahmen an das Pandemiegeschehen ein. Zu guter Letzt können sich die Mitarbeiter in einem Unternehmensblog im Intranet tagesaktuell über die im Corona-Gremium beschlossenen Maßnahmen informieren.

Maßnahmen, die nicht nur die Sicherheit der Angestellten erhöhen, sondern die auch mehrfach ausgezeichnet wurden, unter anderem mit dem renommierten Award „New Work Star 2020“ in den Bereichen „Arbeitsräume und Arbeitsorganisation“ sowie „Krisenmanagement“.
Künftig könnte E-T-A im Kampf gegen die Pandemie sogar noch einen Schritt weitergehen: Vor wenigen Tagen richteten mehrere Großunternehmen wie Adidas, Datev, Schaeffler und Leonie einen offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder, in dem sie den Wunsch äußerten, ihre Belegschaft mit Hilfe der Betriebsärzte selbst impfen lassen zu wollen. Ein Schritt, der auch für Geschäftsführerin Jennifer Sell in Frage käme, sollte der Bund seine Impfverordnung anpassen – das nämlich wäre Grundvoraussetzung. „Wir haben diese Option durchdacht und intern bereits vor rund drei Wochen darüber gesprochen. Für den Fall haben wir uns bereits eine Vorgehensweise überlegt“, bestätigt Jennifer Sell auf Nachfrage Freitagvormittag.

Neues Kleinteilelager entsteht

Der Schutzschalter-Hersteller ist mit seiner Unternehmenszentrale bereits seit über 70 Jahren fest in Altdorf verwurzelt, nun wird er seinen mittelfränkischen Standort weiter ausbauen: auf dem Firmengelände wird in den kommenden zwei bis drei Jahren ein neues Kleinteilelager entstehen. Das geplante Bauvorhaben mit einer Investitionssumme von über 20 Millionen Euro soll langfristig die Bedeutung von Altdorf als weltweite Drehscheibe des Unternehmens unterstreichen. Der Neubau wird das Kleinteilelager, ein Kommissionier-Gebäude sowie einen Bürotrakt beinhalten. Ein Freizeit-Magnet für die Region könnte die geplante Kletterwand am neuen Gebäude werden. Gespräche dazu laufen bereits mit dem örtlichen Alpenverein. „Kommenden Montag habe ich einen Termin mit der zuständigen Projektentwicklerin von E-T-A“, bestätigt Dr. Volker Güther, Vorstandsvorsitzender des Alpenvereins Sektion Altdorf. „Grundsätzlich wollen wir uns als Verein einbringen und sehen die Kletterwand als Ergänzung zur bestehenden Kletterhalle, sodass die Frühling-, Sommer- und Hersbstsaison draußen abgehalten werden kann“, erklärt er. Noch seien jedoch die konkrete Ausgestaltung der Kletterwand sowie Versicherungsfragen zu klären.

Die Umwelt im Fokus

Klar ist hingegen bereits: Das Bauprojekt ist auf CO2-Neutralität, Energie-Effizienz und Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die Planung sieht eine flächendeckende Ausstattung mit Photovoltaik und großflächigen Dachbegrünungen vor. Dadurch soll der geplante Neubau deutlich mehr Strom generieren, als Lagertechnik und Büros in den neu gebauten Gebäuden verbrauchen. Geplant ist außerdem eine CO2-neutrale Hackschnitzel-Heizung im Wärmeverbund mit den nahegelegenen Altdorfer Schulen.

Kein Wunder also, dass die Zustimmung zu den ETA-Plänen im Altdorfer Bauausschuss bereits im Februar einstimmig ausfiel. Vorausgesetzt, die eingereichten Bauanträge werden am Landratsamt zügig genehmigt, steht noch im Herbst diesen Jahres der Baubeginn an. Zum 75-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 2023 sollen die neuen Gebäude dann schließlich eingeweiht werden.

Info:
Zum Stichtag am 31. Dezember 2020 waren deutschlandweit 710 Angestellte bei E-T-A beschäftigt, 586 davon am Standort in Altdorf. Weltweit ging die Mitarbeiterzahl von 1344 im Jahr 2019 auf 1292 Mitarbeiter (2020) leicht zurück.

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