Umfassende Sanierung des Gebäudes am Marktplatz steht an

Sparkasse investiert in Altdorf rund vier Millionen

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ALTDORF – Schonfrist für die Filiale der Sparkasse am Fürstenschlag: Sie dürfte im Landkreis Nürnberger Land die letzte sein, die im Rahmen des nun vom Verwaltungsrat einstimmig abgesegneten Konzepts der neuen Vertriebsstruktur im Privatkundengeschäft in eine SB-Geschäftsstelle umgewandelt wird. Die Zweigstelle bleibt im bisherigen Zuschnitt erhalten, bis das ehrgeizige Sanierungsvorhaben der Geschäftsstelle am Marktplatz abgeschlossen ist. Die genehmigte Planung soll bis März 2016 vorliegen. Direkt im Anschluss beginnen die Umbaumaßnahmen, die voraussichtlich bis Juni 2017 dauern werden. Nach den Worten von Privatkundenvorstand Dr. Jonathan Daniel sind dafür mehr als vier Millionen Euro veranschlagt.
Wie bereits kurz berichtet, reagiert die Sparkasse Nürnberg mit einer neuen Vertriebsstruktur im Privatkundengeschäft auf das veränderte Kundenverhalten und die zunehmende Digitalisierung sowie die Auswirkungen der Niedrigzinsphase.
Vorstandsvorsitzender Dr. Mathias Everding sprach gestern von einem „abgewogenen und vernünftigen Konzept“. Er dankte sowohl dem Verwaltungsrat als auch dem Personalrat, die das Konzept mittragen.
Privatkundenvorstand Dr. Jonathan Daniel machte deutlich, dass zwar die Veränderungen im Geschäftsstellennetz ein wichtiger Bestandteil sind, aber gleichzeitig die persönliche Beratung über digitale Kanäle und vor Ort intensiviert werden soll. Den ländlichen Raum stärkt die Sparkasse durch ein umfangreiches Angebot mobiler Beratung.
Die Zukunftsausrichtung der Sparkasse Nürnberg und die damit verbundenen Änderungen im Geschäftsgebiet bedeuten, dass 42 mitarbeiterbesetzte und 25 SB-Standorte in Nürnberg sowie 29 mitarbeiterbesetzte und zwölf SB-Standorte im Nürnberger Land weiterhin flächendeckende Bargeldversorgung und Bankdienstleistungen ermöglichen.
Neun Standortumwandlungen
Im Ergebnis, so Dr. Daniel, bleiben fast alle Geschäftsstellen als SB-Standorte erhalten: In Nürnberg werden neun Geschäftsstellen in SB-Standorte umgewandelt und eine geschlossen. Im Nürnberger Land gibt es ebenfalls neun Standortumwandlungen, drei Geschäftsstellen sowie zwei SB-Standorte werden geschlossen.
Im Landkreis wird es künftig vier Filialtypen geben. SB-Standorte sind Altdorf-Fürstenschlag, Behringersdorf, Engelthal, Hersbruck-Ostbahn, Heuchling, Kirchensittenbach, Lauf-Ämtergebäude, Lauf-EWS-Markt, Offenhausen, Röthenbach-Seespitze, Vorra und Weißenbrunn.
Beratungsgeschäftsstellen: Alfeld, Altensittenbach, Burgthann, Diepersdorf, Hartmannshof, Hersbruck-Ostbahn, Happurg, Neunkirchen, Oberferrieden, Ottensoos, Reichenschwand, Röthenbach-Steinberg, Rückersdorf, Rudolfshof, Simmelsdorf-Hüttenbach, Velden und Winkelhaid.
Geschäftstellen sind Feucht, Henfenfeld, Hohenstadt/PEZ, Lauf-Altdorfer Straße, Leinburg, Röthenbach, Schnaittach, Schwaig und Schwarzenbruck.
Beratungszentren befinden sich in Altdorf, Lauf-Saarstraße und Hersbruck. Mit 108 Standorten (bisher 114) wird die Sparkasse Nürnberg aber auch weiterhin das mit Abstand dichteste Geschäftsstellennetz in der Region unterhalten.
Vorstandsvorsitzender Dr. Matthias Everding: „Unsere Geschäftsstellen bleiben eine wesentliche Säule unseres Geschäftsmodells. Durch digitalisierte Lebensgewohnheiten wird Nähe aber nicht mehr nur räumlich definiert. Wir bieten persönlichen Service und persönliche Beratung über alle Kanäle an und sind mit Mitarbeitern dort vor Ort, wo dieses Angebot von unseren Kunden nachgefragt wird.“
Die Auswirkungen der Standortumwandlungen, so Dr. Daniel, werden für Kunden möglichst gering gehalten. So bleibt die Bargeldversorgung gesichert. Gleichzeitig wird die nächstgelegene Geschäftsstelle nur wenige Fahrminuten entfernt sein. Und was besonders wichtig ist: „Betriebsbedingte Kündigungen gibt es nicht: Von den 83 betroffenen Mitarbeitern wird über die Hälfte in benachbarten Geschäftsstellen zum Einsatz kommen. Weitere Mitarbeiter werden in wachsenden Vertriebsbereichen wie zum Beispiel als Spezialisten für Baufinanzierung und Geschäftskundenbetreuung benötigt, einige nutzen die Angebote zur Altersteilzeit.“
Der Zeitplan sieht vor, dass die Standortumwandlungen im Frühjahr 2016 beginnen und bis 2018 andauern. Die betroffenen Kunden werden frühzeitig informiert.
Den unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Stadt und Landkreis Rechnung tragend, stärkt die Sparkasse Nürnberg durch weitere Maßnahmen den ländlichen Raum:
Sie bietet mobile Beratung den Gemeinden an, die künftig keine mitarbeiterbesetzte Filiale mehr haben, wird zur Bargeldversorgung einen mobilen Geldautomaten einsetzen und beim Betrieb von Geldautomaten in Neunkirchen und Schönberg mit der Raiffeisen Spar + Kreditbank eG Lauf kooperieren.
Sinkende Kundenfrequenz
Wesentlicher Grund für die neue Vertriebsstruktur ist die sinkende Kundenfrequenz in den Filialen: Durchschnittlich einmal im Jahr besuchen Kunden die Geschäftsstellen für eine qualifizierte Beratung – hingegen nutzen sie 24-mal pro Jahr SB-Geräte, 120-mal Online-Banking und 192-mal die Sparkassen-App. Kunden erledigen alltägliche Bankservicegeschäfte (Überweisung, Kontoeröffnung usw.) immer häufiger eigenständig online und mobil. Persönliche Beratung ist dann gefragt, wenn es um komplexe Themen wie Baufinanzierung und Altersvorsorge geht.
Neben den Anpassungen im Geschäftsstellennetz liegt der Fokus der Sparkasse Nürnberg bei ihrer neuen Vertriebsstruktur im Privatkundengeschäft deshalb verstärkt auf der Vernetzung digitaler Kanäle mit der persönlichen Beratungskompetenz der Mitarbeiter – wie es modellhaft bereits in ihrer 2013 eröffneten OnlineFiliale gelingt.
„Unsere Kunden nutzen bereits jetzt mehrere Kanäle parallel. Sie entscheiden situativ, ob sie ihren Berater in der Geschäftsstelle besuchen, anrufen oder anmailen wollen. Unser Ziel ist, diese Kanäle noch enger miteinander zu verzahnen. Text- und Videochat sollen bald für alle Berater möglich sein“, erklärt dazu Privatkundenvorstand Dr. Jonathan Daniel. Dafür investiert die Sparkasse Nürnberg einmalig fast zwei Millionen Euro in die digitale Ausstattung und Modernisierung aller verbleibenden Standorte. So erhalten zum Beispiel alle Berater in Geschäftsstellen ein iPad, das in die Kundenberatung integriert und für Expertenzuschaltungen sowie Erklär-Videos genutzt werden soll. Auch die OnlineFiliale wird weiterentwickelt: Mehr Mitarbeiter, neue Verfahren (wie die Videolegitimation) und ein Relaunch des Internetauftritts mit benutzerfreundlicherem OnlineBanking sind hier die nächsten Schritte.
Effektiv mehr Zeit für Beratung
Mit der Anpassung der Öffnungszeiten der Geschäftsstellen an die Kundenfrequenz soll der Fokus auf intensive Beratung geschärft werden. Die Standorte unterscheiden sich künftig je nach Größe durch ihre Öffnungszeiten, zu denen alle Serviceleistungen angeboten werden. Beratung ist – unabhängig von den Öffnungszeiten – möglich. Beratung zu bestimmten Themen, bei denen SpeziaIisten gebraucht werden, bündelt die Sparkasse Nürnberg in Beratungszentren. Intensive Beratung zu den Themen „Firmen- und Geschäftskunden“, „Private Banking“, „Immobilien“ und „Baufinanzierung“ gibt es künftig in den Beratungszentren Lorenzer Platz, Hersbruck, Lauf und Altdorf.
Die Spezialistenstandorte sind wochentags von 9 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet.
Die Experten sind außerdem nach Terminvereinbarung in jeder Geschäftsstelle persönlich im Einsatz und können künftig bei Beratungsgesprächen auch per Videotelefonie zugeschaltet werden. Wie bisher, können in allen Geschäftsstellen Beratungstermine zwischen 8 und 20 Uhr vereinbart werden.

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