24 Stunden, 24 Unternehmen: Ulrich Meysel

Sichtbar beeindruckend

Emma (links oben) und Adele Meysel kaschieren die Folie auf eine Backlite-Stele für ein Museum. | Foto: Stefanie Camin2019/10/Quer-oben-1.jpg

In dieser Serie stellen wir 24 regionale Betriebe aus unterschiedlichen Branchen vor. Jedes Unternehmen bekommt dabei eine Stunde, und das acht Wochen lang; jede Woche drei Firmen. Die Stunde zwischen 16 und 17 Uhr schlägt heute Meysel Druck mitten in Lauf. Um diese Zeit arbeitet Geschäftsführer Philipp Meysel mit einer speziellen Software, um den Foliendruck einer 22 Meter langen, von hinten beleuchteten Platte vorzubereiten. Bis diese fertig im Museum steht und dem Besucher Informationen vermittelt, sind allerdings noch viele weitere Arbeitsschritte notwendig.

Lauf.
Es ist 16 Uhr, Philipp Meysel, Geschäftsführer der Ulrich Meysel GmbH in Lauf, arbeitet konzentriert am Rechner mit dem RIP, dem Raster Image Processor. Dabei handelt es sich um eine Software, die die vom Kunden erhaltenen Druckdaten in den Code der Druckmaschinen umrechnet. Der Kunde, ein Museum, möchte eine von hinten beleuchtete Tafel an der Wand haben. Eindrucksvoll dabei: Diese Platte ist ganze 22 Meter lang. Diese sogenannte Backlite-Stele wird in 22 Platten à zwei mal einen Meter unterteilt; da müssen neben den Farben und der Schrift auch die Übergänge exakt passen – diese und weitere Informationen werden im RIP bearbeitet und hinterlegt.
Ein Andruck, ein Musterdruck, zeigt, wie die Farben bei der jeweiligen Lichtquelle (kaltes oder warmes Licht) wirken. Gegebenenfalls gibt Philipp Meysel auf Wunsch des Kunden neue Daten ein, beispielsweise mit mehr Sättigung im Rot-Ton. Wenn der Andruck den hohen Anforderungen des Druckexperten genügt, erfolgt der tatsächliche Druck auf selbstklebender, transluzenter Folie. Diese ist – ebenso wie die menschliche Haut – teilweise lichtdurchlässig, aber eben nicht transparent. Nur so besticht die von hinten beleuchtete Stele mit der optimalen Mischung aus Farbbrillanz und Lichtstreuung.

Der mannshohe 3-D-Druck, der menschliche Venen und Arterien zeigt, steht inzwischen in Israel. | Foto: Stefanie Camin2019/10/Hochkant-links.jpg
Jetzt geht’s auf die Reise: Philipp Meysel lädt die Wandtafeln mit dem Gabelstapler auf den Lkw des Spediteurs. | Foto: Stefanie Camin2019/10/Hochkant-rechts.jpg


Schutz vor Schmutz
Damit auch ungewaschene Patschehändchen von kleinen Museumsbesuchern oder ein zu scharfes Scheuermittel der Reinigungskraft der Stele nichts anhaben können, bringt Philipp Meysel im Laminier-Verfahren einen UV-Schutz auf. Anschließend kaschiert er die 22 Folien auf den Platten, klebt sie also fest. Für passgenaue Übergänge zwischen den einzelnen Bildern schneidet er noch die überstehenden Enden weg. Der nächste Schritt ist das Verpacken und Ausliefern der Einzelteile, bevor der Museumsbesucher Informationen an der beleuchteten Tafel ablesen kann.
Latex-Druck
Neben solchen imposanten Werken ist Meysel Druck auch der richtige Ansprechpartner für riesige Fototapeten im selbst gewählten Design. Der bisher größte Auftrag für eine Fototapete umfasste 2500 Quadratmeter für ein arabisches Wissenschafts-Museum.
Ob im privaten Heim oder im Büro: Mit dem digitalen Latex-Druck wird jeder Raum individuell verschönert. Die wasserbasierte Latex-Tinte erlaubt es dabei, sämtliche flexible und auch starre Materialien von Stoff oder (Auto-)Aufkleber über Papier, Tapete und PVC-Planen für den Außenbereich bis hin zum Plattendruck exklusiv zu gestalten. Und das Beste: Neben dem ökologischen Vorteil ist der Latex-Druck komplett geruchsneutral und dadurch auch in Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern einsetzbar.
Ein weiteres XXL-Statement eines Kunden ist der fünf Meter große Walhai aus Aluminium und Plastik. Im Direktdruck auf eine Platte gedruckt und mit der CNC-Fräsmaschine ausgeschnitten, beeindruckt dieser Fisch in 3-D-Form inzwischen in einem weiteren Museum.

Emma Meysel, 18, Auszubildende zur Mediengestalterin: „Ich bin inzwischen im dritten Ausbildungsjahr. Überwiegend gestalte ich Firmenschilder und Fahrzeugbeschriftungen. Außer-dem arbeite ich in der Produktion, bereite die Druckdaten auf. Mir gefällt es, mit der Familie zusammenzuarbeiten; durch den humorvollen und direkten Umgang lerne ich alles viel schneller.“ | Foto: Stefanie Camin2019/10/Emma-Meysel.jpg
Peter Bald, 59, Drucker: „Seit vier Jahren arbeite ich hier an verschiedenen Druckern. Daneben laminiere ich, schneide zu und konfektioniere die Ware. Und ich bin für analoge und digitale Farbmontage zuständig, da arbeite ich mit verschiedenfarbigen Folien – zum Beispiel, wenn das rote Logo des Kunden auf einem schwarzen Hintergrund gedruckt wird. Mir macht der Job einfach Spaß, außerdem ziehen wir alle an einem Strang.“ | Foto: Stefanie Camin2019/10/Peter-Bald.jpg


Roll-Ups für den Messestand
Aber auch am Messestand kann der Kunde von Meysel Druck mit leicht aufbaubaren Werbedisplays wie Faltwänden oder Roll-Ups beeindrucken. Echte Hin- beziehungsweise „Runter“-Gucker sind Grafiken im Stil einer Fototapete, nur eben auf dem Fußboden. Entspannter ist hier eine Fotografik eines Rasens auf dem Fußboden, abenteuerlicher wird der Blick auf eine Hängebrücke mit Loch.
Mit auffälligen Fahrzeugbeschriftungen machen Meysel-Kunden mehr aus ihren Firmenautos. Dank des entsprechenden Logos und Firmennamens auf dem Wagen bringen Unternehmen ihre Botschaft auf die Straße – ob PKW, Transporter oder LKW, ob einzelnes Fahrzeug oder ganze Flotte. Auch das Privatauto wird – je nach Geschmack – mit einem Einhorn, Flammenmuster oder Rennstreifen aufgehübscht.
Familienbetrieb
Ganz so groß hat Ulrich Meysel nicht gedacht, als er 1987 das Unternehmen gegründet hat. Nach den kleineren Anfängen im Keller des eigenen Hauses und einigen Umzügen hat Meysel Druck im Untergeschoss der Pegnitz-Zeitung die geeigneten Räume für all die schweren Maschinen gefunden.
Im Jahr 2013 hat Philipp Meysel das Geschäft seines Vaters übernommen, in dem fast die ganze Familie mithilft: Gemeinsam mit seinen beiden Schwestern Adele und Emma, die aktuell Ausbildung zur Mediengestalterin im Haus absolviert, steht Philipp Meysel den Kunden beratend zur Seite; und auch ihre Mutter Rebecca arbeitet immer noch täglich mit. Einzig der gelernte Schriftsetzer Peter Bald ist kein Familienmitglied, obgleich er dank seiner langjährigen Mitarbeit quasi auch schon dazugehört.

FAKTEN
MEYSEL GROßFORMATDRUCK + WERBETECHNIK:

Gründung: 1987
Produkte: UV-Direktdruck auf (Acryl-)Glas, Holz, PVC, Aluverbund; Werbetechnik; CNC-Fräsen; 3-D-Schriften; Fototapeten; bedruckte SK-Folien
Ausstattung: 4 Druckmaschinen, 3 Kaschier- und Laminiergeräte
Kundenfeedback: „Ihr seid so unkompliziert!“


KONTAKT:
Ulrich Meysel GmbH
Nürnberger Str. 19
91207 Lauf
Telefon (09123) 999509-0
www.meysel.de

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