24 Stunden, 24 Unternehmen: Verlag Hans Fahner

Schöne Bücher ganz nah

Verlagschef Lambert Herrmann baut Brücken zum eigenen Buch. Foto: Stefanie Camin2021/10/24h_buchverlag_03.jpg

Von wegen, nur New York ist die Stadt, die niemals schläft. Auch hier in dieser Serie stellen wir 24 regionale Betriebe aus unterschiedlichen Branchen vor. Jedes Unternehmen bekommt dabei eine Stunde, und das acht Wochen lang; jede Woche drei Firmen. Die Stunde zwischen 21 und 22 Uhr gehört heute dem Verlag Hans Fahner.

Lauf. Die besten Ideen kommen unter der Dusche – oder beim Joggen. Als er sich im Jahr 1983 mit seinem Freund Max Schäfer zum Waldlauf verabredete, ahnte Lambert Herrmann nicht die Tragweite der folgenden Unterhaltung. Denn während die beiden durch den Wald joggten, dachte Max Schäfer laut nach: „Man könnte doch mal einen regionalen Wanderführer herausbringen!“ Bei Lambert Herrmann stieß er damit auf offene Ohren – und heraus kam wenig später die erste Publikation im neu gegründeten Buchverlag: „Die schönsten Wanderungen. Rechts und links der Pegnitz“.

Mit ungebremstem Enthusiasmus widmet sich Lambert Herrmann auch nach fast 40 Jahren weiterhin den Büchern. Seit er die Geschäftsführung des Laufer Verlags Hans Fahner GmbH & Co. KG (Pegnitz-Zeitung, Mit.-Magazine, PZ-KulturRaum, Fahner.Design und vieles mehr) auf seinen Sohn Kai übertragen hat, kann er mehr denn je seiner Leidenschaft, das gedruckte Wort zu verbreiten, frönen.

Inzwischen sind in diesem kleinen, aber feinen Verlag 154 Bücher herausgekommen. Oder anders ausgedrückt: Dank dieses Medienunternehmens haben viele Menschen ihren Traum vom eigenen Buch verwirklichen können. Nicht zufällig heißt die dazugehörige Website www.buchtraum.de.

Alles in einem Haus
Die Vorteile für den Autor liegen bei Fahner auf der Hand: Lektorat und Technik von der Cover­gestaltung bis zum Layout sind im Verlag vorhanden; mit dem entsprechenden Marketing, beispielsweise der Anzeigenschaltung in den zahlreichen hauseigenen Medien, sorgt der Publisher für den werblichen Rückenwind. Ein Zuschuss des Autors bei später höheren Provisionen ist meistens eine für alle Beteiligten elegante Lösung.

Wer nicht ganz so ambitioniert ist und etwa seine Biografie nur der Familie zugänglich machen möchte, kann sein Werk auch als Auftragsbuch in Kleinstauflagen von 20 Stück verlegen lassen. So bleibt die Lebensgeschichte auch für zukünftige Generationen erhalten. Die Kosten für die Bearbeitung und den Druck trägt der Auftraggeber bei diesem Modell alleine.

Wenn Bob Meyer bei seinen Lesungen die Gitarre auspackt, wird der Abend quasi kriminell gut. Foto: pz2021/10/24h_buchverlag_02.jpg

Frankenkrimis & Co
Ob derjenige das Echo seines Lebens schriftlich nachhallen lassen oder endlich mal jemanden – auf dem Papier! – umbringen möchte: Das eigene Buch in den Händen zu halten, ist für den Autor wie ein Kindergeburtstag auf dem Ponyhof mit riesiger Schokotorte und ein schönes Geschenk (Weihnachten naht!) für die Freunde. Der Schwerpunkt des Verlags liegt auf Büchern mit Lokalkolorit und natürlich den inzwischen legendären Frankenkrimis.

Die promovierte Historikerin Ingeborg Seltmann wollte ihren Erlanger Stadtkrimi „Der steinerne Markgraf“ unter dem Pseudonym Ines Schäfer veröffentlichen. Während ein anderer Verlag auf Lesungen pochte (was die Anonymität erschwert), war Lambert Herrmann unkompliziert dabei – und so erschien 1999 der erste von vielen weiteren erfolgreichen Frankenkrimis aus ihrer Feder.

Eine kleine Fangemeinde hat inzwischen Bob Meyer aufgebaut. Zum Schreiben ist er eher schmerzhaft gekommen: Mit gebrochenem Fuß ans Bett gefesselt, war ihm langweilig. Vielleicht hat auch der eine oder andere aktuell, zum Beispiel in der Kurzarbeit, Muse … Vor dem Schreiben recherchiert Bob Meyer jedenfalls ausgiebig; sogar bei der Kripo in Schwabach hat er sich schon umgehört: „In vielen Krimis, vor allem im Fernsehen, ist von der ‚Spusi‘ die Rede, von der Spurensicherung. So sprechen die Kriminalbeamten aber nicht. Im Fachjargon heißt das ‚ED‘ für Erkennungsdienst.“

Begeisterte Leser von Kurt Mlady sollten schon mal ihren Lesesessel abstauben und die Brille putzen: Nach seinem Debut „Tod im Ochsenschlot“ wird Mitte November sein nächster Krimi „Rache in Roschdl“ (Roßtal) herauskommen. Der Zirndorfer Autor betreibt selbst ein Fahrradgeschäft – im neuen Buch schreibt er über Morde an Fahrradfahrern in Roschdl.

Dr. Ina Schönwald, Leiterin des Laufer Stadtarchivs, bringt mit ihren bezaubernden Kinderbüchern „Was machte Kaiser Karl IV. in Lauf?“ und „Kaiser Karl IV. in Nürnberg“ Geschichte näher und die Augen ihrer jungen Lesern zum Leuchten. Ihr nächstes Buch für Erwachsene ist bereits am Entstehen.

Manches Werk überrascht selbst den Verfasser. So erfreut sich Horst Evers „Wedding“ auch in der 20. Auflage und nach über 30 000 verkauften Exemplaren einer großen Nachfrage. In seinem 1997 erschienenen Buch nimmt er den Leser mit nach Berlin, genauer in den Ortsteil Wedding, und erzählt mit viel Augenzwinkern von seinen Erlebnissen.

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Die meisten kennen ihn noch als (Schauspiel-)Lehrer des Laufer Gyms, nun ist er unter die Krimiautoren gegangen: Hans Peter Vogler (Bild oben). Wie es dazu gekommen ist? Er hatte den Eindruck, dass immer mehr Kommissare kein Hochdeutsch können, keinen Anstand haben und nicht gesund sind. Herausgekommen sind drei Kurzkrimis in einem Band, die in Dehnberg respektive von Diepersdorf bis Erlangen spielen. Inwieweit seine Ermittler über sprachliche Fähigkeiten verfügen, Knigge anwenden und wie deren Gesundheitszustand ist, erfährt der Leser ab November, wenn das neue Buch erschienen ist. Sein Honorar stiftet der Autor an die Kinder- und Jugendarbeit des DHT, Dehnberger Hoftheaters.

Ode an die Bücher
Trotz aller Digitalisierung und 7000 Büchern in 15 mal zehn Zentimetern: Das Erlebnis, ein Buch in der Hand zu halten, in eine andere Welt einzutauchen und nach 200 oder 400 Seiten am Ende um einiges schlauer wieder in die Realität hinauszutreten, eine Seite romantisch-liebkosend oder spannend-aufgeregt umzublättern, das Werk anschließend im Bücherregal zu verstauen und vielleicht das eine oder andere Mal wieder neu zu erfahren … Für einen echten Bücherwurm gibt es auf die Frage, ob er zu viele Bücher hat, nur eine Antwort: niemals! Höchstens zu wenig Regal. Und ganz nebenbei erhöht der Leser damit übrigens auch seine Denkpower: Durch das Lesen nimmt er neue Informationen auf und trainiert so sein Gehirn.

Wer sein eigenes Buch verlegen lassen möchte, ist beim Fahner Verlag an der richtigen Adresse; Lambert Herrmann und sein Team freuen sich auf viele neue Manuskripte.

FAKTEN & KONTAKT
Inhaltliche Schwerpunkte: Bücher mit Regionalbezug, insbesondere Frankenkrimis
Bisher veröffentlichte Bücher: über 150
Vorteil für Autoren: Lektorat und Technik im Haus, Vermarktung über die verlagseigenen Medien
Wahl: Auftrags- und Verlagsbuch

Verlag Hans Fahner GmbH & Co. KG
Nürnberger Straße 19
91207 Lauf
(09123) 175 111
www.buchtraum.de

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