24 Stunden, 24 Unternehmen: Bestattungen Blank

Sanftes Abschiednehmen ohne Zeitdruck

Andrea Pelzer nimmt einfühlsam einen Trauerfall an. Fotos: Stefanie Camin, Bestattungen Blank2020/10/24h-20-blank-bestattungen-06.jpg

Von wegen, nur New York ist die Stadt, die niemals schläft. Auch hier in dieser Serie stellen wir 24 regionale Betriebe aus unterschiedlichen Branchen vor. Jedes Unternehmen bekommt dabei eine Stunde, und das acht Wochen lang; jede Woche drei Firmen. Die Stunde zwischen 20 und 21 Uhr gehört heute der Firma Bestattungen Blank.

Lauf. Es ist 20 Uhr, die Trauerberaterin Andrea Pelzer von Bestattungen Blank erhält den Anruf einer verzweifelten Frau, deren 76-jähriger Mann zu Hause verstorben ist. „Ich weiß nicht, was ich als Erstes machen soll“, erzählt die Dame hilflos von ihren konkurrierenden Gedanken: Braucht sie sofort den Pfarrer? Oder muss erst der Arzt kommen? Wann sucht sie den Sarg aus? Andrea Pelzer weiß, wie schwer es ist, den Bestatter zu kontaktieren: „Es ist wie eine unsichtbare Schwelle, weil es den Tod so endgültig macht.“

Beruhigende Worte
Behutsam spricht Andrea Pelzer ihr Beileid aus und nimmt zunächst die Anspannung und den Zeitdruck aus dem Gespräch heraus: Es besteht kein akuter Handlungsbedarf, klärt die 46-Jährige die Witwe am Telefon schonend auf. Schließlich gewährt der Gesetzgeber in Bayern nach dem Eintritt des Todes bis zu vier Tage Zeit, um die Bestattung auf den Weg zu bringen. Erst sechs Stunden nach dem Ableben darf der Arzt zur Leichenschau kommen – hierfür wird übrigens der Personalausweis benötigt. Erst wenn die Todesbescheinigung ausgestellt wurde, darf der Bestatter den Verstorbenen versorgen und überführen. Wenn auch nur die Möglichkeit besteht, dass die Person noch lebt, muss unter der Woche tagsüber der Hausarzt, ansonsten unter der Telefonnummer 112 ein Notarzt oder unter der bundesweit gültigen 116117 der kassenärztliche Bereitschaftsdienst gerufen werden.

Auf Wunsch der Witwe fährt die Bestatterin gleich los und betritt das Haus der Kundin kurze Zeit später. Auf dem Sofa im Wohnzimmer ist ihr Mann friedlich eingeschlafen. An­drea Pelzer drückt allen Anwesenden ihr Beileid aus und legt dann auf deren Wunsch eine Decke über den Verstorbenen. Nun bespricht sie mit den Verwandten die nächsten Schritte.

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Abschied nehmen
Einfühlsam geht die Mitarbeiterin von Bestattungen Blank weiter vor und erklärt das Prozedere. Bald kristallisiert sich heraus, dass die Witwe und die Kinder ihren Mann respektive Papa noch eine Nacht dabehalten möchten.

„Jüngere Angehörige gehen häufig offen damit um, den Verstorbenen noch ein, zwei Tage lang daheim zu haben“, weiß der Inhaber des Bestattungsinstituts, David Blank. Nachdem er das Unternehmen im Jahr 2008 gegründet hat, führt er heute mit seinen 20 Mitarbeitern rund 250 Bestattungen pro Jahr durch. Bis zu drei Tage kann der Leichnam nach dem bayerischen Bestattungsgesetz zu Hause behalten werden, wobei eine zeitnahe Versorgung durch den Bestatter empfehlenswert ist. Einen kühlen Raum im Haus zu nutzen und die Fenster gekippt zu lassen, ist außerdem sinnvoll.

Am Geschehen beteiligen
Inzwischen hat die Familie den Hausarzt erreicht und hat einen Termin für die Leichenschau vereinbart. Die Witwe fühlt sich inzwischen stabiler, sie sucht die benötigten Dokumente wie Familienbuch, Heiratsurkunde und Krankenkassenkarte heraus. Zusätzlich wählt sie die Kleidung aus, die ihr Ehemann auf seiner letzten Reise tragen soll. Diese Tätigkeiten tun ihr sichtlich gut, ohne sie zu überfordern: Sie fühlt sich am Geschehen beteiligt – und beschließt nun, am nächsten Morgen beim Anziehen ihres Mannes helfen zu wollen. „Den Verstorbenen gemeinsam mit dem Partner anzuziehen, ist ein sehr heilsamer Prozess“, bestätigt David Blank. „Die Menschen haben das Gefühl, ihrem Verwandten dadurch noch etwas Gutes zu tun, sie begreifen den Tod so oft besser und können ihn später leichter verarbeiten.“ Auch der Verstorbene erhält durch seine eigene Kleidung einen Teil seiner Würde zurück; und die Angehörigen können ein anderes Bild im Kopf behalten – ein wichtiger Teil des Trauerprozesses.

Achtsame Abholung
Am nächsten Morgen holen drei Mitarbeiter des Bestattungsinstituts den Verstorbenen ab, da der Tote 120 Kilogramm wiegt (eine Information, die dem Bestatter schon vorab für die Planung hilft). Inzwischen liegt die Todesbescheinigung des Arztes vor. Zunächst nehmen die Bestatter die sogenannte Erstversorgung des Verstorbenen vor, indem sie den Körper desinfizieren und waschen. Anschließend bitten sie die Witwe hinzu und kleiden gemeinsam mit ihr den verstorbenen Ehemann und Vater an. Vor der Überführung haben sie alle nochmals Gelegenheit, in Ruhe Abschied zu nehmen. Die Überführungstrage besteht aus einem leichten Gestell, ist klappbar und mit Stoff bezogen. Das ermöglicht es, auch in engen Räumen oder Treppenhäusern leicht zu manövrieren, ohne die Wohnungseinrichtung zu gefährden.

„Wir legen großen Wert auf ein achtsames Vorgehen“, steht für David Blank fest. Dazu gehören ruhige Bewegungen und durchdachte Abläufe, insbesondere bei der Abholung des Verstorbenen. Die Familie steht nun vor dem Haus und sieht zu, wie der weiße Leichenwagen von Bestattungen Blank langsam davonfährt und hinter der nächsten Kurve verschwindet.
Im nun folgenden Trauergespräch legen die Witwe und ihre Kinder gemeinsam mit An­drea Pelzer fest, wie die Traueranzeige gestaltet wird, wählen die Bestattungsart aus und überlegen, wie die Trauerfeier aussehen kann. Die Hinterbliebenen entscheiden individuell, was dem Verstorbenen entspricht und welcher Weg in dem Fall der beste ist.

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Eine Vielzahl von Urnen steht bei Bestattungen Blank zur Auswahl. Fotos: voelsing.de2020/10/24h-20-blank-bestattungen-02.jpg
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Naturverbunden
Wie im gesamten Bundesgebiet geht auch im Nürnberger Land der Trend ganz klar zur Feuerbestattung, und hier speziell zur Baumbestattung auf Friedhöfen und in Friedwäldern. Neu sind Baumurnen, bei denen die Aufnahme für die Aschenkapsel aus dem vollen Stamm gedrechselt wird. Selbstverständlich gibt es Schmuckurnen in zahlreichen Farben und variablen Ausführungen im schlichten Design bis hin zu glitzernden Swarovski-Steinen als Verzierung.

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FAKTEN & KONTAKT
Standorte: Hersbruck, Lauf, Schwaig
Mitarbeiter: 20 in Voll- und Teilzeit
Einzugsgebiet: gesamter Landkreis und darüber hinaus, insgesamt regelmäßig auf über 90 Friedhöfen
Philosophie: Trauer ist mehr als nur ein Wort.

David Blank
bestattungen Blank e.k.
Briver Allee 1–3
91207 Lauf
(0 91 23) 9 80 87 78
www.bestattungen-blank.de

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