Neues Forum

Reichenschwander Geschäftsleute schließen sich zusammen

An der B 14 reiht sich ein Geschäft fast ans Nächste: Viele der Besitzer haben sich dem Forum der Reichenschwander Geschäftsleute angeschlossen. | Foto: A. Pitsch2020/08/IMG-20200729-085723.jpg

REICHENSCHWAND – Erst massive Behinderungen durch die neunmonatigen Bauarbeiten an der Ranna-Leitung, dann Corona und weitere Umsatzeinbußen. „So etwas darf uns nicht noch einmal passieren“, dachten sich einige Reichenschwander Geschäftsleute, allen voran Heike und Thomas Barkowski.

Das hat die Reichenschwander Ladenbesitzer sehr geärgert: „Wir hatten im Vorfeld kaum etwas zu den Baumaßnahmen an der B 14 erfahren“, erzählen die beiden, „auch die Informationen, wie die Baustelle bei einer Sperrung zu umfahren ist oder wie die Kunden doch zu uns kommen könnten, kamen sehr kurzfristig“. Die Kritik geht dabei nicht an die Kommune, denn selbst die Gemeindemitarbeiter hätten nichts gewusst, sondern an die N-Ergie.

Kunden als Kriterium

Das ließ die Gedanken bei Heike Barkowski ins Rollen kommen. Ihr Anliegen: Als Gemeinschaft Gewicht nach außen zu haben und Druck aufbauen zu können, so dass „wichtige Infos einfach nicht mehr an uns vorbeigehen“. Doch wen sollte man noch zu einem weiteren Treffen einladen, fragten sich die Barkowskis. Alle Gewerbetreibenden im Ort? „Das wäre unüberschaubar geworden“, sagt Heike Barkowski. Also dann „die, die Kundenfrequenz haben – Ladenbesitzer und Dienstleister“. Wobei aber jeder Interessierte prinzipiell willkommen sei, betonen sie. „Dann kann jeder selbst entscheiden, ob er aufspringen will oder das nichts für ihn ist.“

Die ersten Reaktionen seien „sehr positiv gewesen“. Beim Termin selbst seien neben N-Ergie und Gemeinde neun Geschäftsinhaber vertreten gewesen, drei wären gerne gekommen, hatten aber keine Zeit. Inzwischen hätten auch Landpension, Autoaufbereitung, Heilpraktikerin und Kartoffel- und Holzverkäufer Interesse bekundet, freut sich Heike Barkowski. „Klar gab es welche, die gesagt haben: Ich brauche keine Werbung. Das ist auch okay.“ Immerhin sei eine Rückmeldung gekommen – nicht wie bei Hotel oder Bäcker. „Es ist schon schade, wenn solche Zugpferde nicht dabei sind“, gibt Heike Barkowski zu, „aber mehr als nachfragen kann man nicht“.

Auch ohne sie scheint die Runde bereits das gewünschte Gewicht zu haben: Zwar konnte das „Forum der Reichenschwander Geschäftsleute“ keine Entschädigung für jeden Einzelnen beim N-Ergie-Vertreter Christian Thomann heraushandeln (Gründe: Wer fällt unter Geschäftsleute? Was ist mit Handwerkern? Wie solle man die Höhe berechnen?), doch stellte er 5000 bis 10 000 Euro für Werbemaßnahmen in Aussicht. Diese könnten auch noch kommendes Jahr abgerufen werden.

Als erste mögliche Ideen habe Thomann Open Air-Kino, verkaufsoffener Sonntag, Flyer, Plakate, Radio-Spot, Artikel über das Forum in der N-Ergie-Kundenzeitung aufgezählt, berichten die Barkowskis. Unterstützung habe er zusätzlich durch die Eventabteilung versprochen. „Er ist offen für alles“, sagen die beiden. Aber „Alles“ müsse ja auch einen Nutzen haben.

Eine zweite Hand

Darüber wollen sich die Forums-Mitglieder in der nächsten Sitzung im September Gedanken machen. Und über ihre Organisation. Heike Barkowski sucht Unterstützung für die Leitung. „Mir fällt es leicht, Leute anzusprechen, und in die Post kommen ja viele.“ Nur sei das eben nicht alles. Und wie soll die Finanzierung aussehen? Sie stellt sich vor, dass jeder einen kleinen Mitgliedsbeitrag abgibt, aus dem die Aktionen gezahlt werden. Das müsse aber ebenfalls noch diskutiert werden. Einig sei man sich, dass das Forum die Geschäftsleute besser miteinander vernetzen soll: „Wir können auf Angebote, freie Stellen oder auch den Urlaub der anderen hinweisen, wenn wir alle davon wissen.“ Dazu könnte auch eine gemeinsame Website ihren Beitrag leisten, überlegt Thomas Barkowski.

Geplant sei, dass sich die Bürger auf einer gemeinsamen Internet-Seite bequem über Öffnungszeiten oder besondere Aktionen informieren können. „Wir wollen auf uns aufmerksam machen.“ Auch im eigenen Dorf. Martin Krämmer von der Druckerei sei zwar seit einigen Jahren hier ansässig, habe aber nach eigener Aussage keinen Reichenschwander Kunden.

Im Lockdown interessant

„Es geht unserer Initiative darum, die Menschen zu sensibilisieren, was sie im Ort alles haben.“ Während des Lockdowns hätten viele im Dorf eingekauft, jetzt habe sich das wieder gewandelt. Die Grundversorgung müsse erhalten bleiben, fand nicht nur Bürgermeister Manfred Schmidt beim Forums-Treffen, sondern auch Heike Barkowski: „Nur dazu muss das vorhandene Angebot genutzt werden.“

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