24 Stunden, 24 Unternehmen: WEGEMA Trac & Nutzfahrzeuge

Profi für Landmaschinen, Kommunaltechnik und Gartengeräte

Andrea und Jochen Wenig betreuen ihre Kunden mit Humor und Herzblut. Fotos: Stefanie Camin, WEGEMA2020/10/24h-20-wegema-02.jpg

Von wegen, nur New York ist die Stadt, die niemals schläft. Auch hier in dieser Serie stellen wir 24 regionale Betriebe aus unterschiedlichen Branchen vor. Jedes Unternehmen bekommt dabei eine Stunde, und das acht Wochen lang; jede Woche drei Firmen. Die Stunde zwischen 17 und 18 Uhr gehört heute der Firma WEGEMA Trac & Nutzfahrzeuge.

Lauf. Es ist 17 Uhr: Die Zinken bohren sich zum letzten Mal für heute in den Boden und lockern ihn auf, dann fährt der Landwirt mit der Direktsaatmaschine der Firma Claydon auf Joachim „Jochen“ Wenig zu. Der Geschäftsführer der WEGEMA Trac & Nutzfahrzeuge GmbH & Co. KG in Simonshofen hat dem Landwirt die Claydon-Drillmaschine nach einer entsprechenden Einweisung für zwei Tage zum Testen zur Verfügung gestellt und holt sie jetzt wieder ab.

Fränkisches Höchstlob
„Und?“, fragt er, sobald der Motor ausgeschaltet ist. „Bassd scho‘!“, erteilt der Landwirt mit einem zufriedenen Lächeln das fränkische Höchstlob. Mehr gibt es nicht zu sagen, denn jeder Experte merkt sofort, dass die Claydon einfach gut und extrem schnell ist und dabei auch noch wenig Sprit verbraucht. Bei dieser Drillmaschine wird der Boden nicht auf traditionelle Art mit Scheiben durchwühlt, sondern dank des patentierten Saatsystems mit Zinken in Streifen bearbeitet – und das in vier diversen Arbeitsbreiten zwischen drei und sechs Metern. Die Zinken (Scharen) gibt es in unterschiedlichen Längen und können durch das Schnellwechselsystem zügig und leicht ausgetauscht werden.

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Platz für Wurzeln
Konventionell wird der Boden einmal komplett herumgedreht: Der untere, feuchte Boden kommt nach oben; der obere, trockenere nach unten – so sind gleich beide Bodenschichten trocken. Vom englischen Landwirt Jeff Claydon entwickelt, bearbeiten diese modernen Drillmaschinen die Böden in wenigen Arbeitsgängen. Das Ergebnis: Das Wasser bleibt unten und die Pflanze hat im gelockerten Boden Raum, um mehr, längere und weitere Wurzeln zu bilden.

Indem der Wurzelhals selbst breiter ausfällt, kann die Pflanze auch in einer Trockenphase Nährstoffe saugen und so noch besser gedeihen – obgleich der Landwirt dieses Ergebnis erst in frühestens zwei Wochen sehen wird, wenn die Saat aufgegangen ist. Er ist dennoch – im Rahmen der fränkischen Möglichkeiten – begeistert: „Dei mou her!“

Firma mit Geschichte
Es begann im Jahr 1948 mit der Huf- und Wagenschmiede von Paul Städtler. Dort fing sein Sohn Walter Städtler 1961 an, und gründete bald die Firma Walter Städtler. Als Jochen Wenig 20 Jahre später seine Ausbildung dort absolviert hat, gefiel es ihm gleich doppelt gut: Sowohl die Branche (er schloss die Lehre mit 1,1 ab) als auch Walter Städtlers Tochter Andrea hatten es ihm angetan. Die beiden heirateten, bekamen ihren Sohn Patrick und gründeten 1992 die neue Firma WEGEMA Trac & Nutzfahrzeuge GmbH & Co. KG.

Die Produktpalette ist heute riesig, ob für den Landwirt, die Kommune oder den Privatmann ist alles dabei, was das (technische) Herz höherschlagen lässt: Traktoren, Radlader, Teleskoplader, Sämaschinen, Sichelmulcher, Schneepflüge, Salzstreuer, Sägen, Heckenscheren, Motorsägen oder -sensen, Rasenmäher und vieles mehr.

Während Jochen Wenig inzwischen primär für den Vertrieb, das Lager und Reparaturen von kleineren Geräten wie Motorsägen zuständig ist, hat seine Frau die Rolle der „guten Seele“ im Hause WEGEMA eingenommen. Als Kind quasi im elterlichen Betrieb aufgewachsen, überrascht sie so manchen Kunden mit ihrem Fachwissen von der Heckenschere bis zum Bulldog und kümmert sich auch um Personalfragen. Ansonsten teilt sie sich die Buchhaltung mit ihrer Mitarbeiterin Christine Reichel, die dem Betrieb bereits seit 25 Jahren treu ist.

Patrick Wenig löst am liebsten die richtig schweren technischen Probleme.2020/10/24h-20-wegema-01.jpg

Leidenschaftlicher Tüftler
Als Tüftler mit Herzblut hat sich Sohn Patrick als Werkstattleiter etabliert. Sein Spezialgebiet sind Reparaturen, nämlich die harten Fälle: Für den Landmaschinenmechaniker-Meister wird es dann interessant, wenn andere nicht weiterwissen. Ihm ist es ein Gräuel, über sich selbst zu reden; daher gibt seine Mutter ein Beispiel: Der Fehler bei einem neuen Traktor konnte selbst vom Hersteller nicht gefunden werden – und dann kam ihr Sohn ins Spiel. Der 27-Jährige zerlegte über das Wochenende den kompletten Hauptkabelstrang des Schleppers. Umgeben von lauter – mit Schildern versehenen – Einzelteilen ging er dem Problem so lange auf den Grund, bis er die Ursache gefunden und den Fehler behoben hatte. Teile zu wechseln ist für ihn die letzte Option; er zerlegt, repariert und baut Getriebe, Motoren & Co. lieber wieder ein.

Wer technisch so versiert ist, der ist auch bei den Kunden ein gern geschätzter Ansprechpartner, ob in der Vorführung von Geräten, der Beratung oder der Betreuung nach dem Kauf. Sein unermüdlicher Einsatz wird bald belohnt; 2021 wird Patrick Wenig in die Geschäftsleitung einsteigen.

Seine Expertise bringt er auch ehrenamtlich bei der HWK ein, indem er die Gesellenprüfungen zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik abnimmt.

Mit dem Traktor auf der A3
Stillstand ist für Jochen Wenig und seine Firma undenkbar; der 55-Jährige blickt lieber voraus. So hat er schon vor 13 Jahren eine Photovoltaikanlage installiert, die mehr Strom produziert, als die Firma verbraucht. 1991 hat er den ersten Traktor von Fastrac in Deutschland verkauft, einen Traktor des britischen Herstellers JCB, der seinem Namen alle Ehre machte und 80 Kilometer pro Stunde auf der Straße schaffte. Wer heute auf der A3 seinen Augen nicht glauben kann, weil er gerade einen ganz schön schnellen Schlepper überholt, braucht weder einen Augenarzt noch die Polizei: Seit 2019 bietet JCB ihre 4000er Serie sogar in autobahntauglichen Geschwindigkeiten an.

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Service aus Leidenschaft
Diese Firma l(i)ebt den Servicegedanken: Der TÜV kommt ins Haus, dank des gut sortierten Ersatzteillagers stehen die Maschinen so kurz wie möglich still, mit dem mobilen Service-Fahrzeug können die WEGEMA-Mitarbeiter Reparaturen beim Kunden vor Ort ausführen und der eigene Lkw mit Tieflader steht für größere Transporte zur Verfügung.

Fundierte Ausbildung
Seit 1948 hat der Betrieb 80 jungen Menschen den Start ins Berufsleben durch eine fundierte und praxisnahe Ausbildung ermöglicht, allein 20 von ihnen seit der Gründung der WEGEMA Trac & Nutzfahrzeuge. Heute befinden sich von den acht Mitarbeitern drei in der Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker. Wer lernen möchte, wie man sämtliche Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge der Land-, Forst-, Garten-, Bau- und Kommunalwirtschaft repariert, bewirbt sich am besten gleich für das Ausbildungsjahr 2021. Auch (Landmaschinen-)Mechaniker werden hier ständig gesucht!

FAKTEN & KONTAKT
Öffnungszeiten: 7.30–17 Uhr; in der Erntezeit auch außerhalb telefonisch erreichbar
Produkte: Traktoren von 15–360 PS, Radlader von 3–22 t, Teleskoplader, Kommunaltechnik (Schneepflug, Salzstreuer), Sämaschinen, Mähtechnik, Holzbearbeitung (Säge, Sägespalter)
Hersteller: JCB, Same-Deutz, LS-Traktoren, Claydon, Major, Stihl (Heckenschere, Motorsäge und -sense, Rasen-mäher u. v. m.)
Das Besondere: jahrzehntelange Erfahrung, gut sortiertes Ersatzteillager, Freude an der Technik und am Helfen

WEGEMA Trac & Nutzfahrzeuge GmbH & Co. KG
(vormals Städtler Landtechnik GmbH)
Hopfenstraße 11
91207 Lauf-Simonshofen
(0 91 23) 58 59
www.wegema-trac.de

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