Poststreik hält an

Poststreik: Firmen und Privatpersonen trifft es hart

Die Post-Mitarbeiter im südlichen Nürnberger Land – hier die Filiale in Feucht – haben seit fast vier Wochen die Arbeit niedergelegt. Für Firmen und Privatpersonen ein Problem, bislang aber nicht für das BRK2015/07/feuchtpoststreik_New_1435758662.jpg

NÜRNBERGER LAND – Es ist der größte Tarifkonflikt in der Geschichte der Post: Es ist die vierte Woche, in der die Mitarbeiter in einem unbefristeten Streik die Arbeit niederlegen, zuvor hatte es bereits zahlreiche Warnstreiks gegeben. Das hat weitreichende Konsequenzen, auch im Nürnberger Land.

Eine ganze Mauer an Paketen ziert derzeit eine Tankstelle in Velden. Statt die Pakete beim Adressaten abzugeben, werden sie dort zur Abholung bereit gestellt. „Regnen darf es nicht und dass bei diesem Handling nichts verschwindet – wer’s glaubt“, meint ein Leser aus Velden. Seit Beginn des Streiks vor fast vier Wochen hat er keine Post mehr erhalten.

Auch Unternehmen trifft die Arbeitsniederlegung mitunter hart, vor allem Firmen, die auf die Einhaltung von Terminen angewiesen sind. Statt 1,45 Euro wie gewöhnlich für einen Großbrief zu bezahlen, greift man bei Hessel Druck in Feucht nun tiefer in die Tasche: 10,90 Euro für den Expressdienst, denn nur so ist garantiert, dass der Brief am nächsten Tag ankommt. „Die Lieferungen müssen pünktlich da sein. Das ist für uns deshalb die einzige Lösung“, sagt eine Mitarbeiterin von Hessel Druck.

Das Deutschte Rote Kreuz hat mitgeteilt, dass die Blutspenden knapp werden. Wegen des Poststreiks werden die Spender nicht via Brief über die Termine informiert.

Bei Markus Deyhle, BRK-Kreisgeschäftsführer in Lauf, ist hingegen von Dramatik nichts zu spüren. „Wir informieren die meisten unserer Spender per E-Mail“, so Deyhle. Außerdem stehen die Informationen im Internet und werden im Boten veröffentlicht.

Schwankungen von zehn bis 20 Prozent bei der Menge an Blutkonserven seien normal. Der Vorrat reicht, um den derzeitigen Bedarf zu decken. Die Spenderzahlen seien konstant – das bedeute jedoch nicht, dass das BRK nicht immer auf der Suche nach neuen Spendern sei, betont Deyhle.

Verhandlungen am Freitag

Für den morgigen Freitag sind neue Verhandlungen zwischen Verdi und der Post angesetzt, bestätigt Jessica Hampel, Gewerkschaftssekretärin bei Verdi und zuständig für die Bereiche Postdienste, Spedition und Logistik, auf Anfrage unserer Zeitung. Auch das Paketzentrum der DHL in Feucht befindet sich im Streik. Briefe und Pakete sollen dennoch ankommen, sagt die Post – oftmals allerdings verspätet. Denn die wenigen Beamten, die noch bei der Post angestellt sind, dürfen nicht streiken. Zudem versucht die Post, mit hunderten Leiharbeitern die streikenden Mitarbeiter zu kompensieren.

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