Orthopädietechnik Rummelsberg unterstützt „Feuerkinder“

RUMMELSBERG – Jährlich reisen Ärzte, Pflegekräfte und Orthopädietechniker aus Deutschland nach Tansania, um Menschen mit Behinderung zu helfen und Einheimische in der Produktion von medizinischen Hilfsmitteln weiterzubilden. Zum wiederholten Male war auch in diesem Jahr die ORTHOTechnik aus Rummelsberg dabei.

Im Rahmen des Hilfsprojektes „Feuerkinder“ stellte sich auch dieses Jahr wieder ein Team aus Ärzten, Pflegern und Orthopädietechnikern der großen Herausforderung, dringend benötigte Hilfe und Unterstützung bei der Behandlung von Menschen mit Brandwunden und körperlicher Behinderung in Tansania zu leisten.

Armes reiches Land

Tansania ist ein Land in Ostafrika, in dem etwa 41 Millionen Menschen leben. Es zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.

Fast 90 Prozent der Menschen leben trotz des Reichtums an Bodenschätzen in Armut. Dazu tragen auch das Fehlen von Wasser und Elektrizität in vielen Dörfern bei. In ihren Hütten kochen sie an offenen Feuerstellen. Nicht wenige Kleinkinder krabbeln unbeabsichtigt in diese Feuerstellen und ziehen sich oft schrecklichste Brandwunden zu. Eine ärztliche Erst- oder Weiterversorgung dieser Notfälle gibt es praktisch nicht. Die Folgen sind großflächige und entstellende Narbenbildungen, die zu Gelenkversteifungen führen und damit dauerhaft den Erwerb des Lebensnotwendigen erschweren oder gar unmöglich machen („Feuerkinder“). Die Mangel-ernährung und das Trinkwasser mit extrem hohem Fluorgehalt führen bei vielen Kindern des weiteren zu völlig deformierten Extremitäten.

Hilfe zur Selbsthilfe

Unter diesen Eindrücken gründeten der Anästhesist Dr. Heinz Giering, sowie die damalige Chefärztin für Kinderorthopädie am Krankenhaus Rummelsberg, Dr. Annemarie Schraml, das Hilfsprojekt „Feuerkinder“. Die Orthopädischen Werkstätten des Krankenhauses Rummelsberg unterstützen seit sieben Jahren das Hilfsprojekt.

In diesem Jahr stellte die ORTHOTechnik dafür ihren technischen Betriebsleiter Andreas Rieppel für zwei Wochen frei. Neben der akuten operativen Beseitigung von Brandwunden und Folgeerkrankungen sowie angeborenen Behinderungen durch das ärztlich-pflegerische Personal wird auch das Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ groß geschrieben.

Die Helfer versuchen nicht nur, behinderte Menschen in jeder erdenklichen Art zu helfen und unterstützen, sondern legen auch großen Wert auf die Nachhaltigkeit des Projektes. „Es ist uns wichtig, Wissen weiterzugeben um einheimischen Fachkräfte weiter auszubilden, damit die Arbeiten außerhalb der Einsätze weiter fortgeführt werden können“, so Andreas Rieppel, technischer Betriebsleiter der ORTHOTechnik in Rummelsberg und schon zum fünften Mal dabei.

Er arbeitete wie jeder Helfer des Teams mit einem Tansanier zusammen. Die einheimischen Techniker werden in neuen Arbeitsweisen, beispielsweise bei der Herstellung orthopädischer Hilfsmittel, unterrichtet und die Ausstattung der Werkstatt vor Ort wird verbessert. Die eigens vor Ort angefertigten Hilfsmitteln sollen das Operationsergebnis weiter sichern, da die Nachsorge und eine Anschlussbehandlung auf Grund der schlechten Infrastruktur und weiten Wege nur schwer möglich ist.

Nachhaltiges Engagement

Auch dieses Jahr war wieder viel zu tun. Das Team hat sich keinen freien Tag gegönnt und auch am Sonntag operiert und gearbeitet, um sich mit viel Engagement und Leidenschaft den Problemen und Menschen vor Ort zu widmen. „Die ORTHOTechnik Rummelberg wird auch weiterhin gerne die Feuerkinder auf ihren Weg unterstützen und helfen, Leben zu verändern“ kündigt Andreas Rieppel das nächstjährige Engagement an. Diesen Einsatz schätzen die Menschen vor Ort – die OP-Kapazitäten für 2015 sind schon jetzt zu 50 Prozent ausgelastet.

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