Notar im Ruhestand

Gestern war sein letzter Tag im Büro im Notariat in der Laufer Bahnhofstraße. Norbert Scheckenhofer geht nach fast 25 Jahren in den Ruhestand. Foto: Fischer2011/05/23105_New_1306854965.jpg

LAUF — Der Laufer Notar Norbert Scheckenhofer geht in den Ruhestand. Nach genau 24 Jahren und drei Monaten, nach über 70000 Beurkundungen, war gestern der letzte Arbeitstag des Juristen im Notariat in der Bahnhofstraße. Sein Nachfolger wird im gleichen Haus der promovierte Jurist und Notar Wolfram Waldner.

Zum Abschied gaben sich gestern im Notariat viele Gäste aus der Politik und Wirtschaft die Ehre. „Ich bleibe in Lauf“, konnte Scheckenhofer den Besuchern mitteilen. Als Privatmann allerdings. „Ich werde mich auf jeden Fall weiter und verstärkt für den Lionsclub Lauf und die Lebenshilfe engagieren“, verspricht der Jurist. Frühere Pläne, im Ruhestand wieder nach Oberbayern oder Regensburg zu ziehen, wurden aufgegeben.

Dabei ist Norbert Scheckenhofer ein gebürtiger Mittelfranke, was man angesichts seiner leicht bayerischen Sprachfärbung nicht gleich merkt. Im westmittelfränkischen Heidenheim verbrachte er erste Kindheitstage.

Über Uffenheim, wo er seine erste Notariatsstelle antrat, kam er Mitte der 80er Jahre nach Lauf. Auf Vermittlung des bekannten und damals einzigen Laufer Notars Lindner. Nicht erst in der Rückschau eine sehr gute Entscheidung, wie Scheckenhofer erzählt. Er habe hier mit seiner Familie ein schönes Zuhause gefunden.

In den fast 25 Jahren in Lauf wurden im Notariat Scheckenhofer über 70000 Urkunden ausgestellt, hat das Team zum Abschied seines Chefs ausgerechnet. Das allerdings sei nur die bürokratische Seite seines Berufs. Für ihn wichtiger war die Vertrauensebene mit den Kunden, war seine Beratertätigkeit. Helfen zu können, zwei Seiten gut zu beraten, das sei stets sein Hauptanliegen gewesen. „Das hat mich in meinem Beruf sehr befriedigt.“ Und diese vertrauensvollen Gespräche mit Klienten, die werden ihm wohl am meisten fehlen, glaubt der künftige Ruheständler, der im Herbst 65 Jahre alt wird.

An viele gute „und auch sehr große“ Geschäfte, die er beurkunden konnte, erinnert sich Scheckenhofer. Vor allem der Kauf von Eigentumswohnungen in Lauf und Röthenbach in den 90er Jahren war sehr sehr wichtig. Der größte öffentliche „Deal“, auch mit politischer Bedeutung, war wohl die Ausgliederung der Laufer Stadtwerke aus dem städtischen Vermögen und die Umwandlung in eine GmbH. Und ein bisschen stolz sei er auch darauf, so Scheckenhofer, dass die allermeisten Geschäfte auch immer gut ausgingen. Dass niemand große Vermögen verloren habe, soweit er wisse.

Gesundheitlich gehe es ihm jetzt wieder sehr gut, so der Notar. In den 90er Jahren hat er eine meist tödlich verlaufende bösartige Lymphentzündung überstanden. Unter anderem auch mit heftigster Chemotherapie. Jetzt müsse er wohl erst mal ein halbes Jahr lang liegen gebliebene Unterlagen sortieren. Dann freue er sich auch auf die Arbeit im Garten und darauf, mehr Zeit für seine zweijährige Enkeltochter zu haben.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer