Noch sprudeln Gelder der EU

Der Bach-Abenteuer-Spielplatz in Henfenfeld am Hammerbach und am Fünf-Flüsse-Radweg wurde vom Holzbildhauer Örni Poschmann mit künstlerischen Figuren und Spielgeräten aus Holz gestaltet. Nahe der S-Bahnstation soll der Platz auch Familien aus der ganzen Region anlocken. Foto: D. Haas2011/11/5_2_1_2_20111118_GELDER.jpg

HERSBRUCK – Das Hersbrucker Thermen-Heilwasser kommt jetzt auch zum Ausschank. Dank EU-Förderung wird ein Trinkwassserbrunnen dort ebenso bezuschusst wie Bach-Abenteuer-Spielplätze in Henfenfeld und Pommelsbrunn sowie Rad- und Wanderwege zur Burg Hartenstein.

Jedenfalls befürworteten die Mitglieder der LAG Gesundheitsregion all diese kommunalen Projekte. Noch ist Geld im EU-Topf des laufenden Programms Eler, so LAG-Geschäftsführerin Gudrun Donaubauer beim Treffen im Hersbrucker Stadthaus. Auch Privatleute können hier Projekte anmelden, die ins Konzept der Gesundheitsregion passen. Allerdings gibt es hier in der Regel nur 25 Prozent Zuschuss. Die Kommunen bekommen 50 Prozent — wobei auch hier nicht immer alle Kosten der Vorhaben zuschussfähig sind.

Hierauf ging Henfenfelds Bürgermeister Gerhard Kubek ein, dessen gewerbesteuerschwache Gemeinde beim derzeit entstehenden Abenteuer-Spielplatz am Hammerbach schon schwer schlucken muss. Wenn die EU-Förderung da noch unter die Hälfte der Kosten sinke, „dann ist da halt bald Ende“, so Kubek. Er forderte daher die Landespolitik auf, darüber nachzudenken, wie strukturschwachen Gemeinden noch stärker geholfen werden könne. In Finnland etwa gibt der Staat zur 50-Prozent-Förderung der EU nochmals 25 Prozent drauf, die Kommunen in den Förderregionen müssen nur ein Viertel der Kosten aufbringen.

Auch Hersbrucks Bürgermeister und LAG-Vorsitzender Robert Ilg monierte, dass angesichts der „nicht ganz ausgewogenen Finanzstärke einzelner Kommunen“ die Chancen für EU-Projekte ungleich verteilt seien. Hier seien auch die heimischen Landtagsabgeordneten gefordert, in München neue Fördervorschläge zu machen.

Ansonsten wählte die Mitgliederversammlung, die aus den Bürgermeistern des Altlandkreises, aus sozialen wie wirtschaftlichen Verbänden sowie aus Privatpersonen besteht, einen neuen Vorstand (siehe Kasten). Vorsitzende wurden erneut Bürgermeister Robert Ilg und Norbert Fackelmann (IHK). Im Gesamtvorstand, der die Einzel- und gemeinsamen Projekte der Gesundheitsregion zur Bezuschussung bei der Regierung vorschlägt, sind neben den 13 Bürgermeistern mindestens 14 Privatpersonen als Vertreter der gesellschaftlichen Gruppen tätig. Zur bestehenden Palette aus Wirtschaft, Gesundheit und Sozialem sollen nach einer erneuerten Satzung noch bis zu vier weitere Vertreter hinzugezogen werden können. Explizit hat Robert Ilg hier die Hersbrucker Ärztegenossenschaft „Hebaeg“ im Auge.

Die sähe der Hersbrucker Bürgermeister gern mit dem von Cornelia Wilhelm (Coframed) initiierten Internetauftritt www.gesundheitsregionhersbruckerland.de verbunden. Diese geplante Vernetzung aller Gesundheitsdienstleister zählte Gudrun Donaubauer im aktuellen Rückblick ebenso zu den Erfolgsgeschichten der LAG wie das Badhausmuseum Pommelsbrunn und den Urzeitbahnhof Hartmannshof, die kürzlich von allen mittelfränkischen EU-LAG bewundert wurden.

Und das sind drei neue Projekte, die einstimmig befürwortet wurden und bei denen man mit je knapp 50 Prozent Zuschüssen von der europäischen Union rechnet:

• Heilwasser-Trinkbrunnen in der Fackelmann-Therme: Das Thermalwasser, das unter der Therme aus einer Tiefe von 717 Metern in die Badebecken sprudelt, ist inzwischen als natürliches Heilwasser zertifiziert und staatlich anerkannt. Jetzt sollen noch Genehmigungen beigebracht werden, es auch als Trinkwasser auszuschenken. Ein allgemein zugänglicher Brunnen im Thermen-Eingangsbereich für bis zu 70 000 Euro soll dann das Heilwasser spenden. Man darf es auch in Flaschen abfüllen, so Bürgermeister Robert Ilg auf Nachfrage.

Dr. Otto Wolze war noch im Zweifel über die Heilkraft des Wassers. Fest steht, dass das Hersbrucker Nass ein „hochmineralisiertes bicarbonat-, sulfat- und chlorhaltiges Thermalwasser“ ist und somit den gesetzlichen Bestimmungen für ein natürliches Heilwasser entspricht.

Thermen-Geschäftsführer Karlheinz Wölfel wies aber darauf hin, dass man derzeit noch nicht für den Genuss des Wassers werben dürfe. Das Baden in der Therme fördert Durchblutung und Beweglichkeit, stabilisiert die Körperhaltung, entspannt die Muskeln, regt den Kreislauf an. Außerdem dient das Wasser der Osteoporose-Prophylaxe, mildert Beschwerden, lindert rheumatische Erkrankungen und steigert das allgemeine Wohlbefinden. (www.fackelmanntherme.de)

• Wasser-Abenteuer-Spielplatz Pommelsbrunn: Im Bereich der S-Bahnhaltestelle und der Radlerstation ist am Högenbach ein Mehrgenerationen-Wasserspielplatz geplant. Oma soll sich hier ebenso wohl fühlen wie der Enkel. Spielskulpturen und Sitzgelegenheiten machen den Platz für Jung und Alt, Einheimische und Ausflügler attraktiv.

• Geh- und Radwege zur Burg Hartenstein: Gleich zwei neue Projekte packt die Gemeinde (und Burg-Besitzerin) Hartenstein an. Für 250.000 Euro ist ein komplett neuer Rad- und Wanderweg von Güntersthal (Eckart-Werke) hinauf nach Hartenstein geplant, weil die Autostraße für Wanderer und Radler zu gefährlich ist. Damit sollen mehr Ausflügler ins Rittermuseum der Burg gelockt werden. Hinzu kommt ein Rundweg um die Burg (22.000 Euro), der durch den Wald Richtung Westen zum Parkplatz führt.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren
N-Land Walter Grzesiek
Walter Grzesiek