Corona-Maßnahmen

Neue Hürde für den Handel: Verbot von Click & Collect

im Einzelhandel bestellte Waren abholen, das hat die bayerische Regierung im Lockdown untersagt. | Foto: ©Svitlana - stock.adobe.com2020/12/AdobeStock_391451833-scaled.jpeg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Da fehlt den Einzelhändlern schon die umsatzstärkste Woche vor Weihnachten und jetzt noch das: Am späten Dienstagabend hat die bayerische Staatsregierung den Abholservice bei geschlossenen Geschäften verboten.

Aber genau darauf ruhten noch die Hoffnungen der Hersbrucker Ladenbesitzer: Viele hatten sich schon darauf eingerichtet, wieder auf ihr im Frühjahr erprobtes Bestell- und Abholsystem zurückzugreifen. „So hätte der Einzelhandel wenigstens das letzte Weihnachtsgeschäft noch abwickeln können“, sagt Jürgen Wild vom Hersbrucker Wirtschaftsforum über die „schockierende Nachricht“.

Er empfindet die Regelung als „Schlag ins Gesicht des Einzelhandels“. Viele Bestellungen hätten noch nicht abgeholt werden können. „Ich verstehe dieses strenge Vorgehen nicht, denn mit einem Abholsystem kann man die Kundenfrequenz viel besser eintakten als bei geöffnetem Laden und einem Ansturm.“ Damit „treibt die Politik die Menschen zu Online-Bestellungen“, findet Wild. Und es gebe hier auch nicht mehr Kontakte als bei Essen to go, was nach wie vor erlaubt ist.

Gastro ist schon lange dicht

„Würde die Politik den Empfehlungen der Wissenschaft folgen, müsste auch der Abholservice in der Gastronomie eingestellt werden“, gibt Landtagsabgeordneter Norbert Dünkel zu. Aber dass die Restaurants dieses Angebot weiterführen dürfen, habe einen Grund: „Der Handel war jetzt über weite Strecken geöffnet, während die Gastronomie seit Monaten geschlossen ist.“

Wild kann nachvollziehen, dass sich die Händler nicht nur deswegen ungerecht behandelt fühlen: „In anderen Bundesländern ist das Click & Collect erlaubt.“ Dünkel betont, dass es Bayern darum gehe, „Kontaktstellen zu vermeiden“. Das Abholen vor einem Laden führe nämlich wieder zu Frequenz, habe ihm Staatskanzleiminister Florian Herrmann erläutert. Lieferdienste seien aber gestattet. Und darauf versuchen sich auch die Hersbrucker Händler, wie Spielwaren Rauenbusch, einzustellen.

Hoffen auf Januar

Die Hoffnung bestehe, dass sich bei neuen Maßnahmen im Januar etwas an der Lage ändere, aber ob das System dann beim Umtausch etwas bringe, sei fraglich, so Wild. Dünkel pflichtet ihm bei, dass dann „eine Neubewertung anhand des Infektionsgeschehens“ erfolge. Zudem hätten sich bereits Händler der Region an ihn gewandt: „Ich habe bereits eine Anfrage an Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger weitergeleitet.“

Wild hofft, dass erkannt wird, dass an einem Geschäft „nicht nur eine Person hängt“, sondern Zulieferer und Familien. Er befürchtet, dass trotz der Hilfen, die laut Dünkel in anderen Staaten Europas nicht fließen, viele Geschäfte in Einzelhandel, Kultur, Schaustellerei und Veranstaltungstechnik „den Bach runtergehen“.

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