Wirtschaft: IGE

Motor für den Verkehr der Zukunft

Strecken, Züge, Zeiten: Dieser IGE-Mitarbeiter hat alles im Blick. | Foto: Hendrik Bloem2019/04/Hendrik-Bloem_IGE_29Februar2019_DSC09950.jpg

Die Eisenbahn war schon immer die Leidenschaft von Armin Götz. Heute ist er in der Branche, in der er in den vergangenen 37 Jahren jede Menge Erfahrung gesammelt hat, als absoluter Fachmann bekannt.

Er beschäftigt über 100 Mitarbeiter – davon rund zwei Drittel als Lokführer und Wagenmeister – und hat 13 Loks im Einsatz. Täglich gibt er als Chef der IGE Hersbruck sein Knowhow weiter: „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft verstehen und gestalten.“

Angefangen hat Götz 1982 mit Sonderzugfahrten, speziell mit nostalgischen Zügen. „Das habe ich rund 20 Jahre lang gemacht.“ Mit dem Wissen aus dieser Zeit im Rücken bekam er 2003 die Lizenz zum Eisenbahnverkehrsunternehmen. „Das war ein wichtiger Schritt“, denn der Grundstein für die heutige IGE war gelegt. Damit erschloss Götz den neuen Geschäftsbereich als Dienstleister für die Bahnindustrie und spezialisierte sich nach und nach auf den Güterverkehr. Mit Erfolg. Rund 95 Prozent macht der Güterverkehr heute aus.

Flug über die Schienen

Der Weltrekord für E-Loks im Jahr 2006 änderte das Image der IGE – „weg von den Dampflok-Nostalgikern hin zu einem ernsthaften Eisenbahnverkehrsunternehmen“. Am Biertisch entstand die Idee, den französischen Weltrekord aus den 50ern zu brechen. „Das war das letzte Abenteuer im 21. Jahrhundert“, meint Götz rückblickend, schließlich betraten er und seine Mitarbeiter Neuland. Mit Erfolg. Mit 357 km/h flog die IGE mit einer Siemens-Lok über die Neubaustrecke Ingolstadt-Nürnberg.

Ein Zug der IGE. | Foto: IGE2019/04/187-315-c-IGE.jpg

Als Busreisen und Billigflieger immer mehr aufkamen und die Sonderfahrten zurückgingen, beschloss Götz 2012, die Touristiksparte auszugliedern und das Eisenbahnverkehrsunternehmen per Investor auf Vordermann zu bringen und sich noch mehr dem Cargo-Geschäft zu widmen.

Zwischen 2014 und 2017 legte die IGE ein „außergewöhnliches Wachstum im Branchenvergleich“ hin. Ein Grund war die Übernahme der Firma N1 im Jahr 2016. Dafür wurde die IGE von der Zeitschrift Fokus als „Wachstumschampion 2019“ ausgezeichnet. „Deswegen verfallen wir nicht in Euphorie, weil wir wegen der Schwankungen im Transportwesen täglich aufmerksam sein müssen.“ Götz weiß, dass es gerade gut läuft und er tut alles dafür, dass es so weitergeht. „Aber was ist, wenn eine Krise kommt?“

Loks zum Rangieren

Dagegen gerüstet ist die IGE dank ihres breiten Angebotsspektrums als Dienstleister für die verladende Industrie in den Bereichen Im- und Export innerhalb Bayerns. Stark sei die IGE zudem im Mineralölgeschäft und auf der „letzten Meile“: Der Betrieb hat Rangierloks in Nürnberg, Passau, München und Ingolstadt.

„Da sind wir Partner für andere Eisenbahnverkehrsunternehmen, weil es kann ja nicht jeder in jeden Hafen eine eigene Rangierlok stellen.“ Auch daran wird deutlich: Götz will etwas bewegen und mehr Verkehr auf die Schiene bringen – „damit wir künftig wieder mehr Platz auf unseren Straßen haben“.

Armin Götz ist der Chef der IGE. | Foto: Hendrik Bloem2019/04/Hendrik-Bloem_Armin-Goetz_AW-Bremen_13Sept2018_DSC09407b.jpg

Herausforderungen sind für ihn daher aktuell nicht der Mangel an Mitarbeitern – „wir haben einen Zulauf sogar von weiter her und das bedeutet mir als Arbeitgeber sehr viel, zumal unser kunterbunter Haufen, in dem auch Flüchtlinge arbeiten, sehr gut funktioniert“; sondern die Überregulierung an Bürokratie und die marode Infrastruktur der Gleise. „Wir könnten mehr fahren, aber wir bekommen die Trassen nicht.“ Investiert werde von der Politik lieber in den Personenverkehr, weil man damit eben besser Wähler einfangen könne.

Aber: „Die Eisenbahn ist das einzige Verkehrsmittel, das die Verkehrs- und Umwelt-Probleme der Zukunft lösen kann“ – das sei in der Politik bislang nicht wirklich angekommen. Armin Götz und sein Team nehmen deshalb die Herausforderung der Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene jeden Tag aufs Neue an – und so feilen sie laufend an Konzepten, um mit „außerordentlichen Leistungen“ die Transporte auf der Schiene für ihre Kunden interessant zu machen.

Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr – IGE GmbH & Co. KG
Bahngelände 2
Bahnhof Hersbruck r.d. Pegnitz
91217 Hersbruck
Tel. 09151/905520
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www.ige-bahn.de

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch