Wirtschaft: Hewa GmbH

Mit Strategie in die Energiewende

Die Monteure der Hewa können nicht nur anpacken, sie wissen auch über alle Zusammenhänge in Sachen Energieversorgung bestens Bescheid und sind daher für Fragen offen. | Foto: Medienfabrik2019/04/Rohschnitt-v1e.00_01_12_18.Standbild003.jpg

Wie lässt sich Erfolg besser ausdrücken als in Zahlen – und mit beeindruckenden Fakten kann die Hersbrucker Hewa GmbH aufwar­ten: Sie stellt jährlich 50 Millionen Kilowatt­stunden Strom, 75 Millionen Kilowattstun­den Gas, seit 2014 fünf Millionen Kilowatt­stunden Wärme sowie 620.000 Kubikmeter Wasser für ihre Kunden bereit und betreibt in Hersbruck die hierzu notwendigen Versor­gungsnetze.

„Unser Marktanteil hier in der Region liegt bei 90 Prozent beim Strom und bei 85 Prozent beim Gas – das liegt beides über dem Bundesschnitt“, sagt Geschäfts­führer Harald Kiesl nicht ohne Stolz.

Punkten mit Service

Doch warum ist die Hewa der Platzhirsch? „Vielleicht weil wir ein Bürgerstadtwerk sind, das allen Hersbruckern gehört.“ Und weil die Strategie aufgeht, ein „Kümmerer für kom­munale Infrastruktur“ zu sein. Da hat die Hewa ein Leerrohrnetz-System gebaut, das sie selbst nutzt und Anbietern für Breitband zur Verfügung stellt, da werden Kunden nicht nur mit Anreizen für Treue (Thermen- Gutschein), Energiesparen (CO2-Minde­rungsprogramm), Erdgas- oder E-Auto (Tank­gutscheine) belohnt, sondern es wird Ver­trauen geschaffen und mit Service gepunktet: „Wir führen notwenige Instand­haltungsmaßnahmen an Trafostationen auch mal samstags durch, um die Betriebsabläufe unserer Gewerbekunden möglichst wenig zu behindern“, erzählt Kiesl.

Dieses Bild von Hersbruck von oben zeigt anhand der grünen Flächen, welche Gebäude mit dem neuen Wärmekraftwerk Bürgerbräu versorgt werden können. | Foto: Medienfabrik2019/04/Rohschnitt-v1e.00_00_29_05.Standbild001.jpg

Stolz ist er auch auf die eigene Erdgastank­stelle, die die Hewa seit 2006 in Zusammen­arbeit mit der Avia Tankstelle in Altensitten­bach betreibt. Über 18,4 Millionen Menschen in Deutschland sind Pendler, Tendenz stei­gend. Dabei nutzen mehr als 75 Prozent der Pendler bei Entfernungen von mehr als zehn Kilometern das Auto, rechnet Kiesl vor. „Für die Umwelt stellt das erhöhte Verkehrsauf­kommen eine immer größere Belastung dar. Abhilfe können hier Erdgas- und Elektro­fahrzeuge schaffen. Mit ihrem geringeren Feinstaub- und Koh­lendioxidausstoß wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz ge­leistet.“

Daher wurde der be­triebseigene Fuhrpark der Hewa sukzessive auf diese umweltscho­nende Antriebstech­nologie umgerüstet. Das Ziel: „Mehr private aber auch gewerbli­che Nutzer für die Erdgas- und/oder Elektro­mobilität zu gewinnen.“ Neben den ökologi­schen Vorteilen ist vor allem ein wirtschaftli­cher Aspekt von besonderer Bedeutung, betont Kiesl. Seit Juli 2011 gibt es stabile Erdgaspreise an der Tankstelle und diese Preisgarantie gilt noch bis Ende des Jahres.

Qualität und Preis stimmen

Zum Servicegedanken gehöre laut Kiesl auch, dass die Hewa beispielsweise in einem Video erklärt, wie sich die Jahresrechnung zusammensetzt oder was es mit der Baustel­le im Altstadt-Carré auf sich hat. Mit all die­sen Punkten versteht sich die Hewa „als kommunaler Dienstleister im weitesten Sin­ne“. Einer, dessen Leistung zwar kostet, aber dessen Preise gar nicht so weit weg von an­deren Anbietern sind, so Kiesl. Zudem kann sich der Kunde bei der Hewa auf Qualität verlassen, wie auch diverse Zertifizierungen beweisen.

Freuen sich über die 55. Mitgliedschaft im Ladeverbund+ (v. links): Hewa-Geschäftsführer Harald Kiesl, Bürgermeister Robert Ilg und Markus Rützel. | Foto: PR2019/04/Ladeverbund.jpg

Seit 1914 kümmert sich die Hewa mit der Stromerzeugung um einen wichtigen Teil der Daseinsvorsorge in der Stadt. Entscheidend ist für den lokalen Energieversorger, dass er vorlebt, was er an Kunden in Sachen Res­sourceneinsparungen und Energiewende weitergeben will. „Wir reden nicht nur über die Energiewende, wir setzen sie um und tun alles dafür, was wir können.“ Die Hewa legt größten Wert auf einen umweltbewussten, zukunftsorientierten Energiemix. Das kom­munale Unternehmen hat in den vergange­nen Jahren unter anderem vier Photovoltaik­anlagen und drei Blockheizkraftwerke in Be­trieb genommen.

„Mit fast 50 Prozent ist der Anteil unseres Stroms aus regenerativen Energiequellen be­sonders hoch. Ein im Vergleich zu anderen Versorgern überdurchschnittlicher Wert, den wir in den nächsten Jahren weiter ausbauen werden.“ Ein Energiemanagement-System stellt regelmäßig den internen Verbrauch auf den Prüfstand. „Auf diese Weise haben wir Lüftungsanlagen, Lampen und Bewegungs­melder angepasst, bei der Wasserversorgung wichtige Änderungen umgesetzt und damit den Stromverbrauch deutlich reduziert.“

Präsent vor Ort

Was da alles möglich ist, darüber wissen die 35 Mitarbeiter – „Tendenz wachsend“ – am besten Bescheid. Daher ist Kiesl die „bewuss­te Präsenz“ vor Ort – vom Kundenzentrum bis zum Monteur – neben Informationen übers Internet sehr wichtig: „Der Monteur kann glaubhaft erklären, warum ein elektri­scher Wasserzähler sinnvoll ist und welche Vorteile er bringt.“ Dieser meldet einmal in 24 Stunden, ob alles okay ist oder nicht. „So können zum Beispiel Lecks frühzeitig er­kannt werden.“

In einem Video über das Wärmekraftwerk Bürgerbräu lässt sich auch ins Innere der Anlage blicken. | Foto: Medienfabrik2019/04/Rohschnitt-v1e.00_00_48_05.Standbild002.jpg

Im Rahmen dieser „digitalen Dienstleistung“ kann die Hewa laut Kiesl auch Zählerstände für den Vermieter und Hausverwalter able­sen – ohne die strengen Datenschutzregeln zu berühren. „Das alles erhöht den Kunden­nutzen und verhindert Geld- und Ressour­cenverschwendung“, betont Kiesl. Denn ge­rade mit dem kostbaren Gut Wasser müsse man sorgsam umgehen. Die Hewa gewinnt das Lebensmittel Nummer eins an drei unab­hängigen Standorten in Hersbruck und ver­teilt es durch das eigene Netz. Das garantiere höchste Versorgungssicherheit und Wert­schöpfung vor Ort, so Kiesl.

Sicher ist auch die Stromversorgung in Hers­bruck. Bundesweit fällt diese pro Hausan­schluss und Jahr 15,3 Minuten aus – in Hers­bruck nur 1,8 Minuten, so Kiesl: „Zum Ver­gleich: In England sind es 54, in Polen sogar 255 Minuten.“ Als städtisches Unternehmen liegt für die Hewa der Fokus auf der Heimat – auch beim Thema Energiewende: „Wir wol­len dort Strom und Wärme erzeugen, wo beides gebraucht wird.“ Beispiel Wärme­kraftwerk Bürgerbräu: Durch die gekoppelte Strom- und Wärmeproduktion liefert die Hewa effizient erzeugte Wärme an den End­verbraucher in der direkten Umgebung. Und das zu einem günstigeren Preis, weil teure Netzentgelte wegfallen, so Kiesl.

So sieht die Erdgas-Tankstelle der Hewa in Altensittenbach aus. | Foto: J. Ruppert2019/04/P1180531.jpeg

Der „schnelle Cent“ interessiert Kiesl und vor allem auch den Gesellschafter Stadt nicht, sondern der Blick in die Zukunft. „Wir er­wirtschaften auskömmliche Renditen, um vor Ort Energieerzeugung und -verteilung neu zu gestalten und die Energiewende voranzubringen.“ Dabei nutzt die Hewa auch Synergien mit der Stadt, wie in Sachen Tief­bau oder IT. „Die Stadtwerke sollen zur Dachmarke der öffentlichen Infrastruktur werden“, wünscht sich Kiesl. „Wir wollen ein zukunftsfähiges und breites Netzwerk auf­stellen, so wie vor mehr als 100 Jahren, als die selbstständigen Wassermühlen in ein ge­meinsames Stromnetz eingebunden worden sind.“

Und genau dieses spannende Umfeld hält er auch für attraktiv, um seinen Kollegen und neuen Azubis Perspektiven zu schaffen. „Es ist schon eine hohe Kunst, alle mitzunehmen auf unserem Weg“, verrät Kiesl. Angespro­chen von der Hewa fühlten sich aber viele, weil sie hier Familie und Beruf gut unter ei­nen Hut bringen, weiß er. Zwei Lehrlinge – zum Elektriker und Anlagenmechaniker – will die Hewa im September 2020 einstellen, um dauerhaft die hohe Leistungsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Denn: „Unser Anspruch ist es, dass es uns in 100 Jahren auch noch geben wird.“

Hewa GmbH
Wilhelm-Ulmer-Str. 12
91217 Hersbruck
Telefon 09151/81970
E-Mail: [email protected]
Internet: www.hewagmbh.de

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch