Netzwerk und Meinungsbildung

Marketing-Club Nürnberg war bei der Création Gross zu Gast

Bei einer Führung durchs Unternehmen erklärte Gross-Geschäftsführer Ralph Böhm die Arbeitsabläufe. | Foto: Medienfabrik2019/04/Marketing-Club-Nuernberg_Creation-Gross.jpeg

HERSBRUCK – „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ Davon ist Ralph Böhm überzeugt. Als einer der Geschäftsführer des Anzugherstellers Carl Gross muss er es wissen – ebenso, woran man gute Kleidung erkennt.

Wer denkt, das könne ein Modelaie nicht, der irrt. „Jeder kann Stoff fühlen und ob er weich oder hart ist“, sagt Böhm. Auch ein Blick aufs Etikett helfe. Ist der Anzug aus Wolle oder Polyester, das lasse sich da ablesen. Wer ein Label einer italienischen Weberei findet, der habe Qualität in der Hand, weiß Böhm.

Zum Beispiel bei Sakkos und Hosen von Carl Gross. „Wir sind in der Lage, Highend-Stoffe von Cerruti und Co. zu einem perfekten Endprodukt zu verarbeiten – und das zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis“, so Böhm. Das unterscheide den Hersbrucker Mittelständler von der großen Konkurrenz und beschere ihm seinen Erfolg.

Denn: „Männer wollen beim Anzug nicht billig und Masse.“ Weniger Frequenz im Laden müsse eben durch Qualitätskäufe abgefedert werden, erklärt Böhm: „Wenn der Kunde etwas kauft und es sich bestätigt, dass es das Richtige war, dann fördert das die Zufriedenheit bei ihm.“ Er werde Stammkunde bei Händler und der Marke.

Oben schmal, unten weit

Die Stoffigkeit alleine reiche nicht. Echthorn-Knöpfe – „ein Naturprodukt, das nie gleich aussieht“ –, die Innenverarbeitung, Kantensteppung am Sakko sowie die Passform seien ebenso entscheidend für einen hochwertigen Anzug, rät Böhm. „Wenn man ihn anzieht, muss man sich gut fühlen.“ Dabei gibt es oft ein Problem: „Die wenigsten Männer haben oben und unten die gleiche Größe.“ Früher musste dann aufwendig abgeändert werden, heute schafft das Baukastensystem des Hersbrucker Unternehmens – bei dem es Marktführer in Europa ist, so Böhm – Abhilfe.

Doch wer kauft sich nun welchen Anzug? Mit Carl Gross und „CG – Club of Gents“ bediene der Modehersteller Funktions-Anzugträger und Modefreaks – unabhängig vom Alter, betont Böhm. „Früher grenzte das Marketing Zielgruppen nach Alter, Einkommen, Auto und Urlaub ab, heute spielt die Einstellung eine Rolle.“ Auch deshalb war das Treffen des Marketing-Clubs für Böhm so wichtig: „Wir können dabei nicht nur netzwerken, sondern bekommen eine ungefilterte Rückmeldung vom Endverbraucher.“

Ein Video zu dem Abend gibt es unter http://medienfabrik.wtf/CG

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch