Handwerk

Lokal, lecker, lustig

In der Metzgerei von Manfred Weber und seiner Frau Claudia gibt es leckeres Fleisch, hausgemachte Wurst und obendrein einen flotten Spruch. Foto: Metzgerei Weber2021/05/HW-metzgerei-weber-02.jpg

Bei der Metzgerei Weber isst der Kunde einfach richtig

„Mahlzeit! Ich geh‘ webern, soll ich dir a Wurschdbrödla midbringn?“ Der Insider weiß natürlich sofort, was damit gemeint ist. Ausformuliert bedeutet dies: „Ich hole mein Mittagessen bei der Metzgerei Weber. Magst du ein Wurstbrötchen?“

Die Metzgerei Weber in der Johannisstraße 9 knapp unterhalb des Laufer Marktplatzes hat es eben in sich, und es geht hier gleich doppelt herzhaft zu: geschmacklich bei den fränkischen Spezialitäten und kommunikativ beim Humor. Denn die Metzgerei Weber gibt dem Begriff „Kundennähe“ eine ganz neue Bedeutung. Zwischen den Fachverkäuferinnen und den Kunden liegen zwar einige Lagen Aufschnitt, ansonsten zelebrieren die Mitarbeiter geradezu eine lockere, nahbare Bindung zu den Kunden.

Es ist die ungezwungene Atmosphäre, die die Kunden so schätzen („Ich brauch‘ a Fleisch.“ – „Ham wir!“), gepaart mit professionellem Fachwissen, wo Rat gefragt ist. Tipps zur Zubereitung, Optimierung des Rezepts, „a weng a Gmüs hier und a Sprutz Sahne da“ … Dem Kunden soll es schließlich so richtig gut schmecken. Die Renner im Laden sind übrigens Stadt- und Bratwurst.

So sieht eine gepflegte Brotzeit nach Weber’scher Art aus. Foto: Stefanie Camin2021/05/HW-metzgerei-weber-03.jpg

Wertschätzung für die Tiere
Und dann zeichnet die Metzgerei natürlich noch etwas aus: Qualität ist hier nicht „Wurschd“, sondern spielt eine elementare Rolle – und das wissen die Kunden zu schätzen. Denn wenn es um die Wurst geht, hört der Spaß für Metzgermeister Manfred Weber ganz schnell auf. Er wird nachdenklich: „Diese Tiere geben ihr Leben für uns; da gehört es sich, dass wir ihnen Wertschätzung entgegenbringen“, steht für den 53-Jährigen außer Frage.
Da wundert es nicht, dass er den Weg des Tieres vom Stall bis zum Leberkäs‘ in seiner Auslage genau kennt. Manfred Weber weiß nicht nur, woher das jeweilige Fleisch kommt, er arbeitet auch seit Jahren, teilweise Jahrzehnten mit den Schweine- und Rinderzüchtern zusammen; mit den meisten ist er eng befreundet. Er selber hält bis zu 80 Schweine – transparenter geht es nicht.

Damit die Tiere stressfrei aus dem Leben gehen können und das Fleisch weich bleibt, nimmt Manfred Weber einiges auf sich: Jeden Samstag fährt er um die acht Schweine zum Schlachthof in Fürth. Der relativ kurze Weg dorthin schont die Nerven der Tiere, und bis zur Schlachtung am Montag verbringen sie noch eine geruhsame Nacht vor Ort. „Da bekommen sie noch mal eine Übernachtung mit Vollpension“, wie es der Chef der Metzgerei Weber formuliert. Ein ruppiger Umgang und lange Transportwege würden Stress für die Schweine bedeuten, was sie mehr Adrenalin ausstoßen ließe. Dieses würde in die Muskeln gehen und das Fleisch zäh machen.

Die „Filet-Fee“ weiß um menschliche Fleischgelüste. Grafik: Landesinnungsverband für das bayerische Fleischerhandwerk2021/05/HW-metzgerei-weber-01.jpg

Rückblick
Los ging es mit dem Bub in Hub, dem Weiler beim Laufer Ortsteil Günthersbühl. Gegen Ende seiner Ausbildung zum Metzger hatte er „genug vom frühen Aufstehen“ und wollte auf dem elterlichen Bauernhof arbeiten, doch seine Mutter „überzeugte“ ihn, diese zu beenden. Er blieb der Zunft treu, sammelte bei Metzgern im Umkreis Erfahrungen und machte sich im Jahr 1994 selbstständig. Mit seiner Frau Claudia und 30 Angestellten bietet er neben dem Metzgerladen auch Catering für unterschiedliche Feiern, für Taufe, Hochzeit, Party oder Seminar.

Mit unbändiger Leidenschaft arbeitet er rund 100 Stunden pro Woche, damit seine Kunden auch weiterhin schwärmen können: „Gestern hobbi Bradwürschd vo eich ghobd, die warn subber!“

Auszubildende gesucht
„Heute ist der Metzger Ernährungscoach, BBQ-Spezialist, Catering-Manager, Social-Media-Manager und Bürokaufmann in einer Person“, so der Landesinnungsverband für das bayerische Fleischerhandwerk. Mit der Nachwuchskampagne „Butcher’s Tale – Die Wächter des Handwerks“ werden Filet-Fee, Beefbeschwörer oder Keulenkrieger (auf Deutsch: Auszubildende zum Metzgergesellen) gesucht; auch bei der Metzgerei Weber. Wer Interesse an einem echten Handwerksberuf hat, bewirbt sich am besten gleich.

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Unternehmensdaten:

Metzgerei Weber
Inhaber: Manfred Weber
Fachgeschäft in Lauf
Johannisstraße 9
91207 Lauf
Tel. 09123 / 27 01
Fachgeschäft in Reichenschwand
Waldstraße 2
91244 Reichenschwand
Tel. 09151 / 66 04
www.weber-metzgerei.de

Motto:
Essen ist Lebensfreude,
Kultur, Gemeinschaft und Glück.
Lebensmittel sind „Mittel zum Leben“.

Gesucht:
Auszubildende zum Metzgergesellen und Mitarbeiter für die Produktion und im Verkauf (jeweils m/w/d)

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