Neuorganisation vor Bau

Löffler mit zwei Werken

In diese Räumlichkeiten der HDH Sitzmöbelpolsterei, die mit Löffler verschmolzen ist, zieht die gesamte Produktion ein. | Foto: Pitsch2021/06/IMG-20210609-080221.jpg

HERSBRUCK/REICHENSCHWAND – Sie suchen nach einem passenden Rezept für die Verzahnung von analoger und digitaler Welt, die Mitarbeiter des „Löffler Digital Lab“. Dazu waren sie 2019 in die ehemalige Apotheke am Oberen Markt gezogen. Jetzt sind die Räumlichkeiten verwaist.

„Ja, wir sind dort ausgezogen“, bestätigt Gründer und Chef Werner Löffler. Aber nicht, weil es das Ideen-Labor für Digitalisierung in der Sitzmöbelbranche nicht mehr gibt, sondern weil die Mitarbeiter umgezogen sind – nach Reichenschwand. „Dort hat das „Löffler Digital Lab“ mehr Platz als in Hersbruck, was es auf Grund der Digitalisierung auch dringend benötigt.“

Mehr Platz? Sollte nicht der geplante Neubau in Altensittenbach die beengten Verhältnisse in der Nachbarkommune entzerren? „Wir haben bereits vergangenes Jahr die HDH Sitzmöbelpolsterei in Hersbruck aufgekauft“, erzählt Löffler. Seine Firma und der Zukauf verschmelzen nun rückwirkend zum 1. Januar. Das schafft freie Kapazitäten.

Neu strukturiert

Da der Baustart auf dem ehemaligen Mercedes Scharrer-Gelände erst für 2022 angedacht ist, strukturiert sich das Unternehmen für die Zwischenzeit neu. „Mir war es jetzt in der Corona-Krise wichtig, Löffler mit seinen rund 150 Mitarbeitern gesund zu erhalten.“ Daher ließ Löffler das Konto lieber anwachsen, statt in diesem Jahr in den Neubau zu investieren. Die Folge: anfallendes Verwahrentgeld und damit Negativzinsen.

Dennoch ist das für ihn der richtige Weg. Und der führt zu einer Aufteilung des Unternehmens auf zwei Standorte, die aktuell entsprechend angepasst werden. Ab Ende September werden unter anderem der Vertrieb, das Marketing und das Lab „Löffler Werk 1/Verwaltung“ in Reichenschwand bilden. „Am Standort von HDH wird unsere Produktion zunächst einziehen und damit das „Löffler Werk 2/Produktion“ bilden.

Stetiger Wachstum

Auch personell organisiert sich der Stuhlhersteller neu: Nach der Entlassung von Geschäftsführer Franco Lehmann im vergangenen Jahr ist Löffler gerade dabei, das „mittlere Management bis Herbst auszubauen“ und damit dem stetigen Wachstum Rechnung zu tragen. Die Zahlen stimmen und bereiten Löffler seit längerer Zeit Freude. „2020 war unser bislang bestes Jahr.“ Noch, denn schon jetzt liege das Unternehmen 20 Prozent über dem Vorjahr. „Wir hatten noch keinen Tag Kurzarbeit.“

Und das soll auch in der Zukunft so bleiben, wünscht sich Firmengründer Werner Löffler: „Wir setzten deshalb auch weiterhin auf Fachkräfte aus der Region und freuen uns, diese gemeinsam mit ihnen zu gestalten.“

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