Gemeinderat hält Areal für nicht geeignet

Leinburg lehnt Nonnenberger Windräder ab

Ein Windrad bei Eismannsberg im Sonnenuntergang. Foto: Keilholz2013/07/windrad-eismannsberg-romantisch.jpg

LEINBURG – Wenig überraschend hat der Gemeinderat einstimmig den Antrag der Firma Uhl Windraft aus Ellwangen abgelehnt. Das Unternehmen will bis zu sechs Anlagen auf dem Nonnenberg im gemeindefreien Gebiet Engelthaler Forst errichten. Anwohner haben dennoch Angst, dass einige Windräder vor ihrer Haustür errichtet werden könnten.

„Ein bisserl erschrocken“ sei er, gab Bürgermeister Joachim Lang gleich zu Anfang zu. Schließlich grenze das Gebiet direkt an seine Gemeinde – und war bislang für Windkraftanlagen nie im Gespräch gewesen. Denn im Regionalplan ist der Nonnenberg als sogenannte Ausschlussfläche deklariert, gilt also weder als Vorbehalts- noch als Vorrangfläche für Windkraft. Wind gäbe es auf dem 579 Meter hohen Berg dennoch genug.
Die Fläche liegt im gemeindefreien Gebiet Engelthaler Forst. In Nachbarschaft zu Gersdorf, Entenberg, Gersberg und Peuerling. Wie berichtet, plant die Firma Uhl dort bis zu sechs Windräder mit einer Höhe von jeweils knapp 200 Metern. Die Energiewende sei nötig, doch der Nonnenberg liege zu nahe am bewohnten Gebieten, waren sich die Gemeinderäte in Leinburg einig. Anders als die Räte in Engethal stimmten sie deshalb einstimmig gegen eine mögliche Anlage.
 „Das darf doch gar nicht sein“, empörte sich Gemeinderätin Jutta Helmreich (SPD). „Dafür haben wir doch einen Regionalplan. Das verunsichert nur die Bevölkerung.“ Thomas Müller, Regionsbeauftragter für die Industrieregion Mittelfranken, gibt derzeit auch ein klares „Nein“: Die Fläche ist als Ausschlussfläche deklariert, ein Antrag der Firma Uhl müsse deshalb abgelehnt werden.
Doch der Regionalplan kann auch geändert werden. Dazu können Firmen oder auch Privatpersonen einen Antrag stellen. Der wird dann beim regionalen Planungsverband geprüft und ein förmliches Beteiligungsverfahren eingeleitet. Insgesamt kann die Bearbeitung eines Antrags zwischen sechs und neun Monaten dauern.
Die Firma Uhl hat bislang aber keinen solchen Antrag gestellt. Sie hat auch keinen konkreten Bauantrag, sondern lediglich einen Antrag auf Vorbescheid gestellt.
Im Leinburger Gemeinderat äußerte man dennoch Bedenken: Nicht nur der Regionalplan, sondern auch die Gesetzeslage könnte geändert werden.
Auch die Anwohner fürchten eine Verspargelung vor der Haustür – wenn der Regionalplan geändert wird. Im Engelthaler Ortstal Peuerling starteten die Bewohner eine Unterschriftenaktion. Bis auf eine Familie haben alle Bewohner aus den 20 Anwesen daran teilgenommen. Die Liste ging an Leinburgs Bürgermeister Lang.
Die Windräder wären kaum 600 Meter von ihrem Haus entfernt, sagt eine Anwohnerin. Sie bangt um den Wert ihres Anwesens und weist auf mögliche gesundheitliche Schäden durch Schattenwurf und Töne der Windräder hin. Sie hofft darauf, dass allein schon durch die Artenvielfalt auf dem Nonnenberg eine Änderung des Regionalplans verhindert wird. Schließlich ist die Fläche die Heimat für geschützte Fledermäuse, Schwarzstörche und Eulenarten. kap

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N-Land N-Land Redaktion
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