Lebenshilfe – Dienstleister, Arbeitgeber und Partner der Industrie

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Gesellschaftliche Akzeptanz und Selbstverwirklichung sind eng mit einer sinnvollen Beschäftigung verbunden. Doch für behinderte Personen ist es eine Herausforderung, eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden. Die Moritzberg-Werkstätten haben es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen und Männern mit Behinderung diesen Lebensinhalt zu geben.
In den Werkstätten der Lebenshilfe im Nürnberger Land werden sie durch Bildungsmaßnahmen gefördert. Diese Qualifikationen ermöglichen es behinderten Personen, in ihrem Arbeitsumfeld hervorragende Leistungen zu erbringen.
Ausbildungsmaßnahmen und Arbeitsplätze sind in den Moritzberg-Werkstätten so gestaltet, dass sie der individuellen Leistungsfähigkeit der Beschäftigten entsprechen und die Entwicklung der Persönlichkeit fördern.

Bildungsbegleiterin Agnes Bäuerle vom Berufsbildungsbereich zeigt den Betreuten, wie sie sich in der digitalen Welt zurechtfinden. Foto: Fahnermedien2021/05/WB-21-LH-02.jpg

Berufsbildungsbereich
So absolvieren alle betreuten Mit­arbeiterInnen der Moritzberg-Werkstätten zunächst eine zweijährige Orientierungs- und Ausbildungsphase im Berufsbildungsbereich (kurz BBB). Und hier erhalten die
TeilnehmerInnen auch das Rüstzeug fürs Arbeitsleben, wie Alltagskompetenzen, Kommunikation, Ordnung, digitales Arbeiten und vieles mehr. Darüber hinaus erwerben TeilnehmerInnen im BBB praktische Fertigkeiten, etwa in der Montage, im Garten- und Landschaftsbau, in der Hauswirtschaft oder der Be- und Verarbeitung von Holz, Textil oder Metall. Die Lebenshilfe investiert stetig in eine moderne Ausbildung und damit in eine gute, inklusive Zukunft für Menschen mit Behinderung und eröffnete 2020 – am Standort Lauf-Schönberg – ein modern ausgestattetes Berufsbildungszentrum.
BildungsbegleiterInnen qualifizieren hier praxisnah und zeitgemäß die TeilnehmerInnen. Mit dem Abschluss-Zertifikat des Berufsbildungsbereichs können sich Frauen und Männer mit Unterstützungsbedarf ins Berufsleben stürzen.

Außenarbeitsplatz
Die berufliche Inklusion ihrer betreuten MitarbeiterInnen auf dem regulären Arbeitsmarkt ist Ziel der Moritzberg-Werkstätten. Eine Brücke dorthin stellen Praktika und sogenannte Außenarbeitsplätze in „Patenbetrieben“ dar. Damit dies nachhaltig gelingt, unterstützen InklusionsbegleiterInnen der Abteilung SORA, kurz für Sozialraumintegration, Beschäftigte mit Behinderung auf ihrem Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Dazu zählen etwa Vorbereitskurse und berufsbegleitende Schulungen sowie regelmäßige Besuche der Patenbetriebe, ähnlich einem Jour fixe mit Betreuten und Ansprechpartnern im Betrieb. Formell bleibt die Werkstatt Arbeitgeber der Betreuten – eine klassische Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Seit 20 Jahren mit Feuereifer in der Montage dabei: Heinz Zellner. Foto: Fahnermedien2021/05/WB-21-LH-04.jpg

Neu: Zertifikatslehrgänge
Neu im Außenarbeitsplatz-Portfolio sind seit 2020 Zertifikatslehrgänge. TeilnehmerInnen absolvieren einen einjährigen Lehrgang mit rund 120 Theorie-Stunden plus Praxis am Außenarbeitsplatz. An dessen Ende steht eine Prüfung mit praktischem und theoretischem Teil.
Noch mehr Einblicke rund um die berufliche Qualifizierung für Frauen und Männer mit Behinderung, und welche Möglichkeiten Betreuten jetzt in den Moritzberg-Werkstätten offenstehen, zeigt das Erklärvideo „Max richtig!“, das mit dem Stevie Award (ein Filmpreis), ausgezeichnet wurde.

Gesellschaftliche Teilhabe
Die Moritzberg-Werkstätten sind für viele Frauen und Männer mit Behinderung Arbeitsstätte und oft auch Lebensmittelpunkt; Gehalt und ein Rentenanspruch ermöglichen den Beschäftigten darüber hinaus gesellschaftliche Teilhabe.

Der 26-jährige Stefan Mancini fühlt sich in der Schreinerei richtig wohl. Foto: Fahnermedien2021/05/WB-21-LH-01.jpg

Partner der Industrie und Eigenprodukte
Die Moritzberg-Werkstätten übernehmen Aufträge aus der Wirtschaft und haben sich in über 35 Jahren als verlässlicher Partner für Industrie- und Handelsunternehmen profiliert. In der Schreinerei werden beispielsweise neben Industrieaufträgen auch Eigenprodukte, wie Schemel, Frühstücksbretter oder Tabletts aus heimischen Hölzern produziert. Die Schneiderei näht aus alten Hüpfburgen und Werbebannern, im Rahmen eines umweltfreundlichen Upcyclings, Taschen und Rucksäcke. Diese und weitere Eigenprodukte vertreiben die Moritzberg-Werkstätten unter dem Label moritz. Im Lebenshilfe-Laden „Geschenke & Mehr“ und online (www.shop-moritz.de) sind die Produkte erhältlich.
Arbeit und Produkte sind stets von einem hohen Qualitätsanspruch geprägt. Die Moritzberg-Werkstätten sind nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert.

Finanzieller Vorteil für Betriebe
Die Eingliederung von Frauen und Männern mit Behinderung in das Arbeitsleben und die Erledigung hochwertiger Industrieaufträge bringen Vorteile für alle Partner: Die Lohnanteile der Werkstättenleistungen können bis zu 50 Prozent von der Summe der sogenannten Ausgleichsabgabe abgesetzt werden. Die Bereitstellung eines Außenarbeitsplatzes kann ebenfalls auf die Ausgleichsabgabe angerechnet werden. Der Bezirk Mittelfranken beteiligt sich mit hohem Engagement an der Förderung für Menschen mit Behinderung.

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Moritzberg-Werkstätten
Nessenmühlstraße 35
91207 Lauf/Schönberg
Telefon: 09123 / 9750-10
Werkstattleiter Jürgen Schmitt
[email protected]
www.lebenshilfe-nbg-land.de

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