24 Stunden, 24 Unternehmen: Bestattungen Blank

Individuell Abschied nehmen

Verstreute Rosenblütenblätter zieren das Arrangement dieser Trauerfeier. | Foto: Stefanie Camin, David Blank2019/10/Quer-oben_bitte-gerade-ausrichten.jpg

In dieser Serie stellen wir 24 regionale Betriebe aus unterschiedlichen Branchen vor. Jedes Unternehmen bekommt dabei eine Stunde, und das acht Wochen lang; jede Woche drei Firmen. Die Stunde zwischen 14 und 15 Uhr gehört heute dem Bestattungsunternehmen Blank. Um diese Zeit bereitet Geschäftsführer David Blank die Trauerhalle für eine Feier vor. Dabei kümmert er sich um alles vom Sarg über die Deko bis hin zum Samt, der auf die Blumen abgestimmt ist; er sorgt dafür, dass die Musikanlage funktioniert, dass Kerzen zur Verfügung stehen. Was ein Bestatter noch alles macht, lesen Sie hier.

Lauf.
Bei David Blanks Team sitzt jeder Handgriff: Zügig, aber ohne Hektik, laden der 37-Jährige und seine Mitarbeiter das Bestattungsfahrzeug aus und tragen alles ins Gebäude. Die Gegenstände, das sind Sarg, Dekomaterial, Blumen, Rosenblütenblätter, dazu passender Samt, Kerzenkoffer, Bildstaffelei, kleine Tische, Kondolenzbuchständer und eine Musikanlage. Das Gebäude: die Trauerhalle des Laufer Friedhofs. Es ist 14 Uhr und der Bestatter bereitet eine Trauerfeier vor. Umsichtig kontrolliert er die Höhe des Sarges und positioniert das Bild der Verstorbenen entsprechend so auf dem Ständer, dass die sitzenden Gäste später einen unverdeckten Blick auf alles haben. Auf die vorderen Stuhlreihen legt er firmeneigene Taschentücher, denn er weiß aus Erfahrung, dass diese während der Zeremonie häufig fehlen. Im heutigen Fall stellt er Körbe mit roten Rosenblütenblättern bereit, die später als Abschiedsritual zum Einsatz kommen.

David Blank ist gerne für seine Kunden da – | Foto: Stefanie Camin, David Blank2019/10/David-Blank_unten-hochkant-1.jpg
und wenn die
Tränen fließen, liegen für jeden Besucher Taschentücher bereit.
| Foto: Stefanie Camin, David Blank2019/10/TaTue_unten-hochkant-rechts.jpg


Immer wieder sieht er sich im Raum um: Sind die Liederbücher da? Wie sieht der Blumenschmuck aus? Die Liebe zum Detail ist es, die David Blank und sein Team ausmacht. Jahrelange Routine gepaart mit Achtsamkeit; denn: „Die Trauerfeier ist ein nicht wiederholbares Ereignis“, weiß der Bestatter. Er zündet die Kerzen an, während eine Mitarbeiterin im Eingangsbereich das Kondolenzbuch positioniert. Die fertige Dekoration hält er mit Fotos fest; in wenigen Tagen werden die Angehörigen diese Bilder in einer speziell gestalteten Erinnerungsbox erhalten. Ein letzter Selbst-Check: Sitzt die Krawatte, ist alles in Ordnung? Dann öffnet er die Tür, die nahen Verwandten treten als Erstes ein. Beim Anblick des liebevoll geschmückten Raumes huscht ein Lächeln über das traurige Gesicht der Tochter der Verstorbenen. Der Kloß im Hals ist zu groß, sie kann nichts sagen – sie drückt dankbar seine Hand. Ab jetzt hält sich David Blank im Hintergrund; er springt nur ein, wenn etwas nicht optimal läuft, zum Beispiel wenn das Mikrofon nicht funktioniert. Eine kurze Absprache mit dem Trauerredner, dann ist es so weit, und die leise Hintergrundmusik verstummt.
Es regnet Rosenblütenblätter
Die Musikbeiträge sind so mit der Rede abgestimmt, dass in kurzer Zeit ein authentisches Abbild der Lebensgeschichte entsteht. Am Ende der Trauerfeier wird das Lieblingslied der Verstorbenen gespielt, Hildegard Knefs „Für mich soll‘s rote Rosen regnen“. Der Redner lädt die Anwesenden zu einem Abschiedsritual ein, die bereitgestellten Rosenblütenblätter über den Sarg zu streuen. Einige nehmen nur wenige Blütenblätter und legen sie vorsichtig auf den Sarg. Andere nehmen beide Hände voll und werfen sie ausladend in einer liebevollen Geste. Übrig bleibt ein Meer aus roten Blüten.

Manuela Hobl, 52, Trauerberaterin: „Ich war viele Jahre bei einem großen Laufer Schmuckhersteller angestellt; seit vier Jahren arbeite ich jetzt hier als Trauerberaterin. Für die Angehörigen nehme ich mir viel Zeit, bin ganz für sie und ihre Trauer da. Ein Kunde hat mich neulich gefragt: ‚Gell, Sie interessiert das wirklich?‘ Das konnte ich nur bejahen: In dem Moment gibt es für mich nur diesen einen Menschen. Die größte Wertschätzung ist das ‚Danke‘ eines Hinterbliebenen nach der Trauerfeier.“ | Foto: Stefanie Camin, David Blank2019/10/Manuela-Hobl_Kurzinterview.jpg
Susann Uttrodt, 42, Hebamme und freie Mitarbeiterin: „Zu meiner Tätigkeit im Bestattungsunternehmen bin ich durch meinen Lebensgefährten David gekommen. Hiermit und mit meinem Hauptberuf als Hebamme bewege ich mich im Lebenskreis: Anfang und Ende gehören einfach zusammen. Meine Qualifikation als Familienhebamme, die Schwangere, Mütter und ihre Kinder in schwierigen Situationen betreut, hilft mir, für trauernde Angehörige da zu sein.“ | Foto: Stefanie Camin, David Blank2019/10/Susann-Uttrodt_Kurzinterview.jpg


Individuelle Trauerfeiern
David Blank richtet sich bei der Begleitung eines Trauerfalls nach den Wünschen und Bedürfnissen der Hinterbliebenen. „Wir fangen immer auf einem weißen Blatt Papier an“, erklärt er seinen Ansatz. Innerhalb des rechtlichen Rahmens ist alles Denkbare möglich. Ob eine Feier im eigenen Garten oder mit 150 Motorradfahrern, klassische oder moderne Trauerkultur, kirchlich oder frei, Baum-, Diamant- oder Seebestattung: Das Wichtigste ist ihm, einen für die Trauerfamilie passenden Weg zu finden und dabei auch die Vorlieben und Wünsche des Verstorbenen zu berücksichtigen. Eine Kundin drückte ihre daraus resultierende Dankbarkeit auf ihre ganz eigene Art aus: „Kann man bei so einem traurigen Umstand sagen, dass die Trauerfeier schön war?“
Fünfzehn Angestellte in Voll- und Teilzeit unterstützen David Blank dabei, rund um die Uhr für seine Kunden da zu sein. Der Tod hat schließlich nie Feierabend und sobald der Arzt die Todesbescheinigung ausgestellt hat, wünschen die Hinterbliebenen für gewöhnlich eine Versorgung und gegebenenfalls Abholung des Verstorbenen. Daneben gibt es im Team reichlich organisatorische Aufgaben zu verteilen: Geburts- und Eheurkunden, Pass, Krankenkassenkarte, gegebenenfalls Rentenbescheid müssen vorhanden und auf dem aktuellen Stand sein. Termine sind zu koordinieren mit verschiedenen Stellen wie Pfarrer, Mesner, Friedhof, Gärtner, Redner, Musikern. Wenn er die Traueranzeige in Absprache mit den Hinterbliebenen gestaltet, kommt David Blank seine ursprüngliche Ausbildung zum Verlagskaufmann (heute: Medienkaufmann) bei den Nürnberger Nachrichten zugute.
Überhaupt findet er seinen Beruf spannend, weil dieser so vielseitig ist: „Ich vereine viele verschiedene Berufsgruppen in einer Tätigkeit“, lächelt der Bestatter: „Organisator, Handwerker, Event-Manager, Dekorateur, Marketer, Fahrer und Psychologe.

FAKTEN Bestattungen Blank:
Gründung: 2008
Mitarbeiter: 15 (Voll- u. Teilzeit)
Standorte: Lauf, Hersbruck (Zentrale) und Schwaig
Angebot: Individuelle Trauer-feiern von klassisch bis modern,
Bestattungen aller Art und allerorts

KONTAKT:
David Blank
Bestattungen Blank e. K.
Briver Allee 1
91207 Lauf
Telefon: (09123) 9 80 87 78
www.bestattungen-blank.de

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