Hightech-Maschinen für Neunhofer Familienbrauerei

Hoch die frisch etikettierten Flaschen: Bürgermeister Benedikt Bisping, Landrat Armin Kroder und Werner Gloßner, Geschäftsführer des Privatbrauerverbandes, waren angetan von der Investition Sabine Wiethaler-Dorns in Hightech. Foto: Scholz2011/01/15592_New_1296058266.jpg

NEUNHOF — Lauf ist bekanntermaßen ein moderner Industriestandort, doch jetzt kann die Kreisstadt auch ein bisschen stolz sein auf seinen etwa 800 Einwohner starken Ortsteil und dessen Brauerei Wiethaler. Nach der neuen Abfüllanlage, die seit drei Jahren läuft, sind jetzt auch Leerflascheninspektor, Etikettiermaschine und die stark stromsparenden neuen Antriebsmotoren topmodern. Den Anbau an die Abfüllerei eingerechnet, gab es jetzt eine Millionen Euro teure Investition in Hightech zu feiern.

Doch trotz modernster Technik braut die Familie Wiethaler-Dorn am Welserplatz nach wie vor kein „Industriebier“, wie Chefin Sabine Wiethaler-Dorn ausdrücklich sagt. Bei der offiziellen Einweihung warb sie natürlich für ihre Produkte, immerhin neun Sorten Bier, acht Sorten Limo und Saft sowie Schnaps, die, was die Zutaten angeht, alle so regional und so wenig künstlich wie nur möglich hergestellt sind. Als Gütesiegel gewissermaßen ziert seit vorigem Jahr das „original regional“-Logo der Metropolregion die Etiketten. Keine andere Brauerei im Landkreis hat bisher nachgezogen.

Stattliche Investition

Aber Sud und Säfte können noch so gut sein, sie müssen auch einwandfrei und reibungslos zum Kunden gelangen. Dafür war jetzt eine stattliche Investition notwendig, „sicher mehrere Millionen“, wie Landrat Armin Kroder annimmt. Man sah förmlich die Schweißperlen auf der Stirn der Chefin, als sie am Rednerpult von einer „sehr hohen Investitionssumme“ sprach. Auch im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung blieb sie dabei: „Es liegt im sechsstelligen Bereich“ – mehr verriet sie nicht.Den Mut der Unternehmerfamilie für dieses klare Bekenntnis zum Standort würdigten alle Redner: Landrat Kroder, Bürgermeister Benedikt Bisping, Volker Kronseder vom Hersteller der neuen Maschinen und Gerhard Ilgenfritz, Präsident des Privatbrauerverbandes. „Das ist ein mustergültiges Beispiel für Investment in der Region“, sagte Bisping, das umso interessanter sei, weil den regionalen Wirtschaftskreisläufen, für die auch Wiethaler steht, die Zukunft gehöre. Er und Kroder dankten für die Standorttreue, wobei der Landrat noch daran erinnerte, dass kleine Regionalbetriebe — Wiethaler arbeitet, Senior- und Juniorchefs eingerechnet, zu sechst – generell unter der Bürokratie leiden, die die Industrie bewusst anzettele. Er ermunterte Verbraucher dazu, regional statt nur billig einzukaufen. So stimme jeder an der Kasse ab über den Fortbestand heimischer Bäcker, Metzger und auch Brauereien.

Wiethaler investierte im zweiten Schritt nach der neuen Abfüllanlage 2008 in neue Motoren, die den Stromverbrauch um 30 Prozent im Vergleich zu vorher verringern. Zudem bot es sich an, sich gleich einen Flascheninspektor zu leisten, der unter anderem mit Ultraschall kleinste Glasschäden aufspürt. Dazu kam noch eine Etikettiermaschine, für die die Abfüllhalle von September und November um ein Viertel vergrößert wurde.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz