HandWERK

Hier bewegt sich was

Große Maschinen gehören zum Fuhrpark: Karin und Frank Bürner in ihrem Sand- und Erdenwerk in Speikern. Foto: Buchner-Freiberger2021/03/HW-21-Buerner-Erdbau-03.jpg

Regional und ökologisch: Bürner Erdbau gestaltet seit 25 Jahren Gartenträume

Die Bürners braucht eigentlich fast jeder im Landkreis, denn ihr Metier ist das, worauf der Landkreis steht, woraus wächst, was wir zum Leben brauchen, und worin das Leben letztlich gründet und seinen Anfang und sein Ende nimmt: die Erde. „Bürner Erdbau“ nennt sich daher auch einfach, schlicht, und bodenständig das Unternehmen von Frank und Karin Bürner in Lauf-Schönberg.

Wann immer und wo immer Erde, Humus, Schotter oder Gestein bewegt werden müssen, rücken Bürners Mitarbeiter mit ihrem mal schweren, mal leichten Gerät an: dem 15 Tonnen schweren Bagger oder dem 1,5 Tonnen leichten Mini-Bagger, dem Lastwagen, dem Radlader, der Baumsäge, aber auch, wie früher, mit der Schaufel, dem Pickel, dem Spaten. Mal muss ein Graben für Strom, Gas, Wasser, Abwasser gelegt, mal eine Grube für einen Keller oder für einen Pool ausgehoben, ein Hof gepflastert, ein Garten, eine Terrasse angelegt werden, und nicht selten ruft Schönbergs Pfarrerin Gabriele Geyer an. Im Kirchgarten, auf dem Friedhof, im Kindergarten oder rund ums Pfarrhaus gibt es immer was zu tun.

Meistens schwingt sich dann Frank Bürners Vater Karl-Heinz, jetzt ja im Ruhestand, auf den Bagger, und hilft ehrenamtlich, wo er helfen kann. Er ist eigentlich der Gründervater, denn er hatte einst mit seinem Einmann-Betrieb, einem Reparaturservice für Baumaschinen, den Grundstock gelegt für das heutige Unternehmen, das inzwischen 16 Mitarbeitende beschäftigt – LKW-Fahrer, Baggerführer, Maurer, Tiefbauarbeiter bis hin zum Landschaftsgärtner. Natürlich überwiegend Männer, aber zwei Frauen sind auch dabei. Karin Bürner, die Ehefrau des Firmengründers, und Karin Dinkelmeyer stemmen zusammen mit dem Ingenieur Johannes Lederle und Geschäftsführer Frank Bürner den Bürokram. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass der Maurergeselle Günther Liebscher der Firma seit 16 Jahren die Treue hält und durch seine Erfahrung dem Betrieb eine wichtige Stütze ist.

Mit dieser gelungenen Garten­gestaltung im Zuge eines Neubaus hat die Firma Bürner einen Kunden sehr glücklich gemacht. Foto: Privat2021/03/HW-21-Buerner-Erdbau-04.jpg

Das Grundstück, auf dem das Geschäftshaus in der Heilingstraße steht, hat Tradition. Schon der Urgroßvater von Frank Bürner, Johann Nürnberger, betrieb ein Fuhrunternehmen, aber eigentlich müsste man sagen: Lauf-Unternehmen. Denn es war ein Pferdegespann, mit dem der Urgroßvater die Milch der Schönberger Kühe nach Lauf transportierte. Später kam ein Kohlehandel dazu. Da hatten die Pferde dann schon ausgedient und die Kohle wurde mit einem Tempo Dreirad-Lastwagen zu den Kunden gebracht.

Von da an nahm die Motorisierung zu in der Heiling­straße. Die Lastwagen wurden größer und transportierten wieder die Milch, jetzt jedoch aus dem ganzen Landkreis. Und schließlich kamen die Baumaschinen hinzu, als Karl-Heinz Bürner das Anwesen kaufte.

Expansion mit dem Sand- und Erdenwerk Speikern
Heute ist aus dem Einmannbetrieb des Vaters Karl-Heinz ein mittelständisches Unternehmen des Sohnes Frank geworden, das nun schon 25 Jahre existiert und expandiert. Zuletzt kam ein weiteres Unternehmen hinzu, das Sand- und Erdenwerk Speikern, mit dem Bürner seine Firmenphilosophie realisieren will: Öko, regio, bio – eine Wirtschaft der kurzen Wege, der Verankerung und Wertschöpfung in der Region, der Wiederverwertung von recycelbaren Stoffen und der Einbindung in natürliche Kreisläufe.

2021/03/HW-21-Buerner-Erdbau-02.jpg

Speikern dient dabei als Ort der Ver- und Entsorgung und der Schließung eines Biokreislaufs. Die Einwohner und Firmen aus der Umgebung können dort Bauschutt und andere Bio-Abfälle loswerden. Die Bio-Abfälle werden zu Humus oder Hackschnitzel verarbeitet, der Bauschutt wird geschreddert und wieder als Baumaterial verwendet. Gerne würde Frank Bürner den Ausstoß vom Recyclingschotter noch er­höhen, doch leider ist die Akzeptanz gegenüber solchen Recycling­material im Bauwesen noch sehr dürftig.

Das Öko- und Regionalprinzip kommt auch zum Tragen, wenn „Bürner Erdbau“ Gärten anlegt oder umgestaltet, Höfe pflastert, Flächen begrünt – mit Humus aus Speikern, heimischen Pflanzen und Gehölzen, Baustoffen aus der Region. „Granit aus dem Bayerischen Wald oder gebrauchtes Granitsteinpflaster finden wir halt besser als Granit aus China“, sagt die Chefin, Karin Bürner.

Aus einem vorhandenen Gartenraum soll ein Gartentraum werden, indem sich nicht nur Menschen wohlfühlen, sondern auch Insekten, Vögel, Igel. Wer der Natur mit einem Garten hilft, in dem Artenvielfalt möglich ist, bekommt von dieser auch wieder etwas zurück, nicht nur Vogelgezwitscher und blühendes Leben, sondern indirekt auch Geld, denn ein artenreicher Garten braucht weniger Dünger, weniger Wasser, kaum Chemie. Frank Bürner bewegt also nicht nur Erde, sondern bewegt auch einiges in den Köpfen der Menschen, die er berät, mit denen zusammen er einen neuen Garten, eine neue Terrasse oder eine Hof-Umgestaltung plant.

Dabei arbeitet er gerne mit anderen Handwerkern vor Ort zusammen, so dass er seinen Kunden oft eine Komplettlösung für Haus und Hof anbieten kann. Auf diese Weise entstehe, so hofft er, ein Netz regionaler Handwerksbetriebe und Dienstleister, die einen zeit-, geld- und ressourcensparenden Biokreislauf in Gang setzen, von dem letztlich alle Menschen in der Region profitieren. „Besser geht es doch eigentlich nicht“, sagt Frank Bürner.

2021/03/HW-21-Buerner-Erdbau-01.jpg

Unternehmensdaten:

Bürner Erdbau GmbH
Heilingstraße 4
91207 Lauf
Telefon: 09123 83317
Telefax: 09123 982515
[email protected]
www.buerner-erdbau.de

Zahlen & Fakten:
→ Gründung: 1996
→ Beschäftigte: 16
→ Geschäftsführung: Frank Bürner

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren