Landkreisgremium verabschiedet Kollegen

23 Kreisräte nehmen ihren Hut

Die ausscheidenden Kreistagsmitglieder (bei der Verabschiedung fehlten Georg Brandmüller und Herbert Begert) mit Landrat Armin Kroder (r. ). Foto: Chemnitz2014/04/DSC_0390.jpg

NÜRNBERGER LAND — Zum letzten Mal traf sich heute Nachmittag der Kreistag Nürnberger Land der Jahre 2008 bis 2014. Ganze 23 der 70 Gremiumsmitglieder wurden von Landrat Armin Kroder verabschiedet.

Der Landrat warf einen kurzen Blick zurück auf die Arbeit des Kreistags in der zu Ende gehenden Legislaturperiode und erinnerte an die wichtigsten und größten Projekte der vergangenen sechs Jahre, wie die Sanierung der landkreiseigenen Schulen und des Landratsamts, die Neuorganisation des Tourismuskonzepts samt Markenbildungsprozess und neuem Logo, die Einführung der Ehrenamtskarte oder die Gründung der Energie-Projektagentur. Man habe viel erreicht und die Arbeit im Kreistag sei meist harmonisch gewesen, wichtige Entscheidungen wurden fast immer einstimmig getroffen, erinnerte er.

Der Landrat und die Fraktionssprecher dankten den ausscheidenden Kollegen für ihr ehrenamtliches Engagement zum Wohle des Landkreises und seiner Bürger, ein persönlicher Einsatz, der keineswegs eine Selbstverständlichkeit sei. Kollegial, fair und freundschaftlich sei die Zusammenarbeit stets gewesen – auch wenn die Meinungen manchmal auseinander gingen.

Für die Zukunft wünschten der Landrat und die Fraktionssprecher den 23 Kollegen, die zum 30. April ausscheiden, vor allem Gesundheit, mehr Freizeit und Erholung, aber auch viel Erfolg bei neuen beruflichen und privaten Aufgaben. Der Eine oder Andere werde sicherlich schmerzlich vermisst werden, sprach die Fraktionssprecherin der Grünen, Ulrike Eyrich, den verbleibenden Räten aus der Seele: „Wir werden uns dann gerne an Sie wenden und Ihren Rat einholen“, sagte sie mit einem Schmunzeln.

Plattmeier sagt Lebewohl

Das Schlusswort hatte Wolfgang Plattmeier, Altbürgermeister aus Hersbruck, der nach 24 Jahren im Kreistag das Gremium verlässt. Im Namen aller ausscheidenden Räte sprach er den Dank an Landrat, Verwaltung, Kreistagskollegen und Presse für die gute Zusammenarbeit aus. Streit habe es nur selten gegeben und wenn, habe es meist an „lokalen Egoismen“ gelegen, so Plattmeier. Er mahnte dazu, den Landkreis noch mehr als Einheit und die lokalen Unterschiede als Gewinn zu sehen. Dem neuen Gremium wünschte er „gute Einfälle, vorausschauende Entscheidungen, Gottes Geleit und ein gerüttelt Maß an Freude dabei“. Mit einem Augenzwinkern fügte er an, dass in der Kreistagspolitik ja jederzeit auch ein „Comeback“ bei der nächsten Wahl möglich sei.

Die Geschenke, die Landrat Armin Kroder den Politikern einzeln zum Abschied überreichte – je eine Flasche Wein und ein Bildband über die Pegnitz –, werden sie dann wohl nicht zurückgeben müssen, mutmaßte Plattmeier amüsiert.

Die scheidenden Kreisräte

Wie der Hersbrucker Altbürgermeister saßen auch Georg Müller aus Burgthann (beide SPD), und die beiden FW-Männer Werner Oberleiter, ehemaliger Bürgermeister aus Pommelsbrunn, und Günther Zeltner aus Lauf seit 1990 im Kreistag und scheiden nun aus. Seit 1996 durchgehend im Gremium waren Werner Kundörfer aus Feucht, der ehemalige Kreisbrandrat Bernd Pawelke aus Hersbruck (beide CSU) und Günther Steinbauer (SPD), der nun nach 18 Jahren als Bürgermeister in Röthenbach in den Ruhestand geht (wir berichteten). Der Grüne Hans Kern aus Lauf saß von 1996 bis 2002 und dann wieder seit 2008 im Kreistag.

Seit 2002 dabei waren Peter Stief, scheidender Bürgermeister aus Kirchensittenbach, Kurt Sägmüller, scheidender Bürgermeister aus Neunkirchen (beide CSU), Brigitta Stöber, langjährige zweite Bürgermeisterin aus Hersbruck, Herbert Begert, ehemaliger Bürgermeister aus Velden, Georg Brandmüller, scheidender Bürgermeister aus Schnaittach (siehe untenstehender Bericht), Bürgermeister Volker Herzog aus Vorra, Ingeborg Jabs aus Feucht, Bürgermeister Gerhard Kubek aus Henfenfeld (alle SPD), der ehemalige Chefarzt Dr. Hans-Heinrich Lauterbach aus Hersbruck und Laufs langjähriger zweiter Bürgermeister Manfred Scheld (beide Freie Wähler), der sich nach insgesamt 42 Jahren ganz aus der Kommunalpolitik verabschiedet.

Kristina Stamenic-Schlenk aus Schnaittach stieß am 15. Januar 2003 zum Gremium und wechselte 2013 von der Fraktion der Grünen zur Bunten Liste, mit der sie den erneuten Einzug ins Gremium aber verpasste.

Nach einer Amtszeit scheiden Rainer Deuerlein (CSU) aus Lauf, Oliver Unterburger aus Schnaittach – er war 2012 von den Freien Wählern zur CSU gewechselt–, Heidi Suttner (SPD), ehemalige Bürgermeisterin aus Neuhaus, und Helga Schiel (Grüne) aus Schwarzenbruck aus.

Der neue Kreistag übernimmt offiziell am 1. Mai die Geschicke im Nürnberger Land und kommt am Montag, 5. Mai, um 14 Uhr erstmals zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

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