Wirtschaft: Sebald Zement GmbH

Für Hausbau und Landwirtschaft: Sebald Zement GmbH

Am Rand von Hartmannshof erstreckt sich das riesige Betriebsgelände von Sebald Zement. | Foto: Pfeiffer Medienfabrik/Sebald Zement2021/03/Sebald_Zement_2021_-07-scaled.jpeg

„In der Corona-Krise ist uns tatsächlich der Sack-Zement ausgegangen“, erzählt Claus Tausendpfund, Geschäftsführer und Inhaber in siebter Generation. Sehr viele hätten die Zeit daheim fürs Heimwerken genutzt. Nicht nur deshalb ist die Sebald Zement GmbH gut durch die Corona-Krise gekommen: „Dank der drei Standbeine Baustoffe, Beton und Naturdünger sind wir konjunkturresistent aufgestellt.“

Denn mittlerweile ist das Hartmannshofer Familienunternehmen mehr, als „nur“ Baustoffhersteller. Inzwischen führt Claus Tausendpfund den Betrieb seit 2013 als Geschäftsführer: „Ich wurde nie gedrängt, die Geschäftsführung zu übernehmen, aber meine Eltern haben mir das so interessant vermittelt, dass ich diese Aufgabe unbedingt übernehmen wollte.“

Claus Tausendpfund führt das Familienunternehmen in siebter Generation. Im Hintergrund der alte Steinbruch, in dem im Sommer die Rinder des Wengleinparks weiden. | Foto: A. Pitsch2021/03/IMG_8458-scaled.jpg

Auch an der regionalen Ausrichtung hat sich – zumindest im Zementbereich – wenig geändert. Auch mit Standbein Nummer zwei, der „Jura Beton GmbH“, ist das Unternehmen vor allem im Gebiet Nürnberg, Regensburg und Weiden zu finden. „Hier haben wir seit der Gründung 2010 sechs Transportbeton-Werke“, erklärt Tausendpfund. Diese Sparte konnten die Hartmannshofer durch Geschäftsbeziehungen übernehmen: „Einer unserer Kunden wollte seinen Betrieb nicht mehr weiterführen. Wir fanden das eine gute Ergänzung zu unseren Produkten und haben die Werke erworben.“

Identischer Weg

Eine Eigengründung dagegen ist die „SeNaPro GmbH“, eine Vertriebsgesellschaft von „Sebald Natur-Produkten“, die sogar bis nach China liefert. Über dem Kalkstein lagert hochwertiger Dolomit mit Magnesium, so Claus Tausendpfund. Der Stein werde immer in einem ersten Produktionsgang gewonnen, gebrochen, gemahlen und veredelt – entweder zu Kalkbaustoff oder Kalk-Magnesium-Dünger.

Auf dem Betriebsgelände. | Foto: Pitsch2021/03/IMG_8454-scaled.jpg
Auf dem Betriebsgelände. | Foto: Pitsch2021/03/IMG_8459-scaled.jpg
Auf dem Betriebsgelände. | Foto: Pitsch2021/03/IMG_8461-scaled.jpg

Letzterer sei ursprünglich ein Nebenprodukt beim Brechen des Steins gewesen, werde aber mittlerweile gezielt gemahlen. „Dieses sehr feine Pulver ist der natürlichste Dünger überhaupt.“ Damit er beim Ausbringen auf die Felder nicht staubt, bringt ihn seit 1985 eine Granulieranlage dank eines natürlichen Staubbindemittels in Kugelform. „Er ist so in der Landwirtschaft gezielter ausbringbar und löst sich einfach durch Regen.“

Lange Verbundenheit

Nicht nur mit diesen drei Standbeinen will sich die Gruppe mit ihren derzeit 120 Mitarbeitern langfristig aufstellen: Die Sebald Zement GmbH bietet sechs verschiedene Ausbildungsberufe für technische und kaufmännische Berufe an. Berufspraktika und „Schnupperlehren“ werden für alle angeboten Berufe ermöglicht. Aktuell werden sieben Azubis (über-)betrieblich für die Zukunft vorbereitet. „Unsere Mitarbeiter sind teilweise seit 40 Jahren im Betrieb und wir bieten jedem Auszubildenden die Möglichkeit, Teil dieser Firmenfamilie zu bleiben.“

Sebald Zement bietet vielseitige Ausbildungsberufe, zum Beispiel in der Qualitätssicherung, Verwaltung, Instandhaltung und Anlagensteuerung. | Foto: Pitsch2021/03/IMG_8428-scaled.jpg
Sebald Zement bietet vielseitige Ausbildungsberufe, zum Beispiel in der Qualitätssicherung, Verwaltung, Instandhaltung und Anlagensteuerung. | Foto: Pitsch2021/03/IMG_8440-scaled.jpg
Sebald Zement bietet vielseitige Ausbildungsberufe, zum Beispiel in der Qualitätssicherung, Verwaltung, Instandhaltung und Anlagensteuerung. | Foto: Pitsch2021/03/IMG_8450-scaled.jpg

Neben dem Personal stehen Weiterentwicklungen im Fokus. Aber: „Zement ist ein genormtes Produkt, Innovationen sind schwer möglich.“ Ein Großteil der Investitionen fließt in Maschinen und Anlagen, die energieeffizienter und dadurch umweltschonender sind, mehr Leistung und noch hochfesteres Material liefern. In Zusammenarbeit mit der TH Amberg läuft derzeit ein Forschungsprojekt zur energetischen Bewertung und Prozessverbesserung, verrät Tausendpfund.

Denn das Unternehmen braucht die Natur für sein Fortbestehen: „Wir nutzen sie aber nur auf Zeit.“ In den Abbaugenehmigungen sei die Nachnutzung festgelegt. So weiden beispielsweise in einem Teil des Steinbruchs Rinder des Wengleinparks – „um die Renaturierungsflächen offen zu halten und so zu pflegen“. Sogar Uhus leben hier gerne, weiß Tausendpfund. Und er macht noch eines klar: Egal, ob Zug, Straße, Haus oder Handy – „jeder Mensch braucht in der Stunde ein Kilo Stein, also bleibt für uns viel zu tun.“

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Sebald Zement GmbH
Hunaser Straße 3
91224 Pommelsbrunn
Telefon: 09154 49-0
www.sebald-zement.de

Das Gelände von oben. | Foto: Pfeiffer Medienfabrik/Sebald Zement2021/03/Sebald_Zement_2021_-14-scaled.jpeg

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