Harald Kretz stellt aus

Fotografien als Faktor der Belebung öder Schaufenster

Harald Kretz hat das Motiv komponiert und abgelichtet, das Brigitte und Klaus Birner nun im früheren Laden zeigen (v. links). | Foto: A. Pitsch2019/10/IMG_6992.jpeg

HERSBRUCK – Bekommt Hersbruck ein drittes Kunstfenster? Zumindest sind Brigitte und Klaus Birner gerade dabei, die Schaufenster ihres ehemaligen Ladens am Unteren Markt mit Fotografien und Schmuck zu beleben.

„Das sieht schöner aus, als die Fenster zuzutapezieren“, findet Brigitte Birner. Nach der Geschäftsaufgabe vor rund einem halben Jahr wollten sie und ihr Mann den vorhandenen Raum nutzen. Zuerst hat Klaus Birner Fotos aufgehängt; dann kam Vulkan-Schmuck „made in Hersbruck“ von Harald Rempt dazu.

Beim Treffen mit Freunden – darunter auch Harald Kretz – entstand die Idee von „drei Fenstern für drei Wochen“. „Es soll ja nicht langweilig werden“, sagt Birner. Dass das nicht geschieht, dafür sorgt noch bis 12. Oktober Harald Kretz.

Ungewöhnliches im Alltag

Der Hersbrucker hat für die Mini-Ausstellung Bilder von ungewöhnlich abgelichteten Alltagsgegenständen ausgewählt. Das war eine Aufgabe der Nürnberger Fotogruppe „Hüte des Lichts“, der Kretz angehört. „Ich fotografiere zwar seit meiner Studienzeit hobbymäßig, der Beitritt Zusammenschluss von Fotografen, Künstlern und Journalisten hat meine Tätigkeit intensiviert“, erzählt Kretz.

Eigentlich ist Kretz Diplomingenieur. Der Hersbrucker arbeitet in der Umweltverwaltung und als Freier Trainer und Coach. In dieser Funktion gibt er Seminare und führt Fortbildungen durch. „Ich versuche mit der Kamera Geschichten zu erzählen, besondere Momente festzuhalten, mit Licht zu malen und Emotionen wiederzugeben.“

Die Ergebnisse sind teils in Ausstellungen der Gruppe zu sehen – oder eben nun im entstehenden Kunstfenster am Unteren Markt. „Ich finde die Idee der Birners eine tolle Sache, weil es eine konkrete Aktion gegen leere Schaufenster ist.“

Und zufälligerweise passt ein Motiv sogar zum früheren Küchenladen – der Schwamm mit kleiner Figur. „Beim Thema Alltagsgegenstände fielen mir Dinge aus der Küche in die Hände und der Schraubenschlüssel, weil ich gerade Radpedale repariert hatte“, verrät Kretz die Entstehungsgeschichte. Der Clou an den drei Fotos sind aber die Figuren aus einer Modelleisenbahnwelt. Die Anregung dazu kam über eine anderes Gruppenprojekt. Dabei inspirierte Kretz ein Bildhauer, der lebensgroße Figuren in abstrakter Unschärfe darstellte. „Um Ähnliches umzusetzen, fielen mir damals die Figuren ein.“

Größe entscheidend

Bei den Alltagsgegenständen kamen Kretz die kleinen Menschen wieder in den Sinn. „Die Größenverhältnisse machen das Bild spannend.“ Und das Motiv ungewöhnlich – wie das Thema forderte. So wie sich Kretz an diese Aufgabe herantasten musste, tun das gerade auch Birners mit ihrem Kunstfenster. Waren die ersten Fotos noch in Rähmchen ausgestellt, soll nun ein professionelles Galeriesystem her, um die Werke gut präsentieren zu können. „Unser Projekt wächst“, sagen die beiden.

Wer daran mitwirken möchte und für drei Wochen ausstellen will, kann sich melden unter [email protected]

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch