Förderpreis für „Feuerkinder“

Dr. Annemarie Schraml (rechts) freute sich über den Förderpreis für die Aktion „Feuerkinder“, der ihr von Dr. Carolin Kröner, Beauftragter für humanitäre Projekte der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, überreicht wurde. Foto: Kippenberg2011/02/feuerkinderpreis_New_1297779841.jpg

RUMMELSBERG – Das Team des Projekts „Feuerkinder“ hat allen Grund zur Freude: Mit 50.000 Euro unterstützt die Else Kröner-Fresenius-Stiftung die Aktion, bei der jedes Jahr eine Gruppe von Helfern um Chefärztin Dr. Annemarie Schraml (Krankenhaus Rummelsberg) nach Tansania reist. Der Förderpreis wird den vielen jungen Menschen zugute kommen, die in einem der ärmsten Länder der Erde dringend medizinische Hilfe brauchen. Die Auszeichnung ist aber auch einen Anerkennung der Arbeit, die von Freiwilligen seit elf Jahren geleistet wird.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung schreibt unter ihrem Motto „Forschung fördern. Menschen helfen“ alle zwei Jahre einen medizinisch-humanitären Förderpreis aus. Prämiert werden Projekte, die dazu dienen, die medizinische Lehre und/oder die Versorgung der Patienten in Entwicklungsländern zu verbessern. Die prämierten Projekte müssen laut EKFS eindeutig ein humanitäres Ziel verfolgen, vor mindestens einem Jahr begonnen worden sein und noch mindestens ein weiteres Jahr fortgeführt werden. Am vergangenen Montag ist der Preis in München offiziell überreicht worden.

Der Preis ist pro Projekt mit 50.000 Euro dotiert und für das prämierte Projekt zu verwenden. „Wir legen bei der Auszeichnung großen Wert auf einen weiten Kreis an Nutznießern und die Nachhaltigkeit der strukturbildenden Maßnahmen“, sagt Dr. Carolin Kröner, Beauftragte für humanitäre Projekte der EKFS. Die Aktion „Feuerkinder“ trägt ihren Namen von den vielen Jungen und Mädchen, die in den ärmlichen Hütten Tansanias in offene Feuerstellen geraten. Dabei erleiden sie oft schwere Verbrennungen, die meist nicht medizinisch versorgt werden. Die Folgen sind nicht selten gravierende körperliche Behinderungen.

Bereits über 1000 Operationen

Als das Team im Jahr 2000 zum ersten Mal ins Nkoaranga-Krankenhaus im Norden des Landes reiste, bestand es aus drei Mitgliedern. Daraus sind mittlerweile über ein Dutzend Fachleute geworden: Orthopäden und Anästhesisten, Pflegekräfte für den OP-Bereich und für konservative Behandlungen. Immer wieder sind auch Techniker darunter, um den Standard in der Klinik weiter zu verbessern. Bislang wurden in enger Zusammenarbeit mit dem von den Rummelsbergern unterstützten tansanischen Rehabilitationszentrum in Usa River mehr als 1000 Operationen durchgeführt und dabei vor allem die verschiedensten Arten von Fehlstellungen der Beine korrigiert. Viele junge Menschen, die vorher kaum oder gar nicht gehen konnten, haben dadurch die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben gewonnen. Wichtig ist dem Team auch, Fachkräfte vor Ort auszubilden, um für eine nachhaltige Hilfe zu sorgen.

Mit der Aktion „Feuerkinder“ ging der Förderpreis 2010 der Else Kröner-Fresenius-Stiftung an zwei weitere humanitäre Einrichtungen für ihre vorbildlichen medizinisch-humanitären Projekte in den ärmsten Ländern der Welt. Ausgezeichnet wurde auch die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (Hannover), die sich für die Gesundheitsversorgung von Fistula-Patientinnen in Äthiopien einsetzt. Die in Deutschland fast unbekannte Geburtsverletzung entsteht durch Schwangerschaft oder Geburt in viel zu jungem Alter. Der dritte Preisträger ist die Shanti Leprahilfe Dortmund e.V., die sich für ausgegrenzte, kranke und alte Menschen in Kathmandu/Nepal engagiert.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung wurde im Jahr 1983 von Else Kröner (1925-1988) gegründet, einer der erfolgreichsten Unternehmerinnen in Deutschland. Als sie starb, vermachte sie ihrer Stiftung testamentarisch ihr gesamtes Vermögen. Die EKFS widmet sich der Förderung klinisch orientierter, biomedizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Es entspricht dem Wunsch und Nachlass der Stifterin, dass ihr Vermögen und dessen Erträge nach ihrem Tod gemeinnützigen Zwecken dienen. Bis heute hat die Stiftung knapp 900 medizinische Forschungs- und medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte gefördert. Weitere Informationen auch unter der Adresse www.efks.de im Internet.

N-Land Klaus Leder
Klaus Leder