24 Stunden, 24 Unternehmen: Krankenhaus Lauf

Fachlich und menschlich bestens versorgt

Oberarzt Oliver Scotti ist zuständig für die Anästhesie sowie Ambulanz und Notaufnahme im Krankenhaus Lauf. Das Bild zeigt ihn zusammen mit Rebecca Singer, Fachkrankenpflegerin für Anästhesie und Intensivpflege, beim Einsatz im Schockraum. Fotos: Stefanie Camin2020/10/24h-20-khlauf-03.jpg

Von wegen, nur New York ist die Stadt, die niemals schläft. Auch hier in dieser Serie stellen wir 24 regionale Betriebe aus unterschiedlichen Branchen vor. Jedes Unternehmen bekommt dabei eine Stunde, und das acht Wochen lang; jede Woche drei Firmen. Die Stunde zwischen 22 und 23 Uhr gehört heute dem Krankenhaus Lauf.

Lauf. Es ist nicht so, dass es vorher ruhig gewesen wäre im Krankenhaus Lauf. Nur mit dem Anruf der Leitstelle kommt erst so richtig Bewegung ins Spiel. In diesem Fall dreht sich das Spiel um Leben und Tod: Ein junger Mann hat schwerste Verletzungen nach einem Autounfall auf der A 9 zwischen den beiden Laufer Anschlussstellen und wird gerade ins Krankenhaus gebracht. Ein kurzes Telefonat mit dem Notarzt (Kreislauf stabil, Extremitäten vo­raussichtlich gebrochen …), dann läuft die Maschinerie innerhalb weniger Minuten auf Hochtouren.

Ganz neu ist dieses Gerät zur Hämofiltration als Nierenersatztherapie, wenn die Niere versagt2020/10/24h-20-khlauf-02.jpg

Ein starkes Team
Das gesamte Team kommt unter Oberarzt Oliver Scotti, dem diensthabenden Oberarzt der Abteilung Anästhesiologie und Intensivmedizin zusammen, um dem Patienten schnellst- wie bestmöglich zu helfen: Anästhesie, Chirurgie, Radiologie und Pflegekräfte. Der Patient wird behutsam von der Trage auf die Liege im Schockraum umgebettet, die freundlichen Worte „Wir kümmern uns hier gut um Sie!“, mit einem Lächeln ausgesprochen, beruhigen ihn zumindest ein bisschen. Erste Untersuchungen erfolgen jetzt routiniert, jeder Arzt und Pfleger steht an seiner festen Position, sodass sich keiner im Weg steht: Herzkreislauf, Atmung, Lunge. Kurzum: Die Ärzte erstellen ein sogenanntes E-FAST-Protokoll. Hier handelt es sich um eine Notfallsonographie als standardisiertes Vorgehen mit dem Ultraschall, wenn ein Traumapatient klinisch erstuntersucht wird.

Der Schockraum im Krankenhaus Lauf erfüllt die internationalen Standards und erlaubt eine optimale Patientenüberwachung: Blutdruck, Sauerstoffsättigung im Blut, EKG, Herzfrequenz, Beatmungsgerät, Bronchoskop für die Lunge, externer Schrittmacher, Defibrillator und viele weitere Geräte haben hier bereits unzählige Leben gerettet.

2020/10/24h-20-khlauf-04.jpg

Gemeinsam stark
Der Patient ist so weit stabilisiert, jetzt kann die Diagnostik beginnen mit Röntgen, CT & Co. Bei schweren Verletzungen stehen auch sofort die Kollegen der Radiologie respektive die Neurologie des Klinikums Nürnberg bereit. Sie sehen die Bilder in Echtzeit auf ihrem Bildschirm. Das Klinikum Nürnberg ist Gesellschafter der Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH, zu der das Krankenhaus Lauf und das Krankenhaus Altdorf zählen.
Nachdem die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Klinikums Nürnberg auch für die Krankenhäuser Nürnberger Land verantwortlich ist, kennen die Ärzte die Abläufe beider Häuser und sind sehr gut vernetzt: „Die Wege sind kurz“, bringt es Oliver Scotti auf den Punkt.

Zehn Betten stehen auf der Intensivstation zur Verfügung, bis zu zwölf wären sogar möglich, doch es mangelt dem Krankenhaus, wie so vielen, an Pflegepersonal. Gerade zu Corona-Zeiten erweisen sich die geschleusten Intensivzimmer als ideal: Die Schleusen stellen den Schutz vor einer Ansteckung anderer sicher. Jeder Bettplatz ist mit Beatmungsgeräten ausgestattet, ob invasive Beatmung (bei künstlichem Koma) oder Überdruck-Beatmung (bei chronischen Lungenerkrankungen). Zwei leistungsstarke „Hamilton“-Geräte ergänzen die High-End-Beatmungslösung für den Transport.

Frank Rubin, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege, bereitet auf der Intensivstation ein Beatmungsgerät für den nächsten Patienten vor.2020/10/24h-20-khlauf-01.jpg

Auf leisen Sohlen
Nachdem die Knochenbrüche des Unfall-Patienten operiert worden sind, kommt er zur Überwachung auf die Intensivstation zurück. Gegen die Schmerzen erhält er Medikamente, und trotz des stressigen Jobs nimmt sich Frank Rubin, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege, ein bisschen Zeit für ihn. „Manchmal bringen zehn Minuten Gespräch mehr als zehn Pillen“, weiß Oliver Scotti aus langjähriger Erfahrung. Die Geräte haben inzwischen längst in den Nachtmodus umgeschaltet, um den Tag-Nacht-Rhythmus nicht zu stören. Damit der „Heilschlaf“, wie er ihn nennt, gewährleistet ist, helfen dem Unfallpatienten Medikamente. Die Ärzte und Pfleger nehmen so viel Rücksicht auf die schlafenden Patienten, dass sie sich nachts mit Stirnlampe ins Zimmer schleichen, um zu sehen, ob es ihnen gut geht.

Am nächsten Morgen werden die Ärzte die Behandlungsweise und -ziele festlegen. In diesem Fall wird er nach drei Tagen auf der Intensivstation noch weitere zehn auf der Normalstation verbringen, um sofort im Anschluss in eine Reha-Klinik überwiesen zu werden. Darum wird nicht er sich kümmern, sondern die Abteilung Pflegeüberleitung wird in den entsprechenden Kliniken nach einem Platz fragen und die Kostenübernahme mit seiner Krankenkasse klären. Ein bisschen wie im Hotel.

Die meisten Patienten wissen diesen Rundum-Service des Laufer Krankenhauses zu schätzen. Viele der (ehemaligen) Patienten drücken ihre Dankbarkeit aus: Ein selbst beschriebenes und mit vielen Herzen bemaltes Bettlaken mit den aufmunternden Worten „Wir danken euch! Haltet durch!“ hing während des Lockdowns eines Morgens vor dem Eingang des Laufer Krankenhauses – davon schwärmen die Mitarbeiter heute noch.

2020/10/24h-20-khlauf-05.jpg

Gerettetes Leben
Dramatisch wird es im Krankenhaus Lauf häufig. Einmal wurde eine junge Frau eingeliefert, die in einer anderen Klinik einige Tage zuvor per Kaiserschnitt ihr erstes Kind geboren hatte, und bei der es zu starken Nachblutungen gekommen ist. Die Patientin wusste, dass sie vielleicht sterben würde: „Man sah die Angst an ihren Augen“, erinnert sich Oliver Scotti genau an die Szene. Viel Zeit für Erklärungen blieb nicht, nur das hier sagte er ihr: „Wir geben alles, um Sie zu retten!“ Und genau das hat das gesamte Team gemacht; drei harte Stunden lang hat jeder Beteiligte alle Ressourcen aktiviert – und der jungen Mutter am Ende ein zweites Leben geschenkt.

FAKTEN & KONTAKT
In den beiden Krankenhäusern in Altdorf und Lauf werden jährlich:
596 künstliche Knie- und Hüftgelenke implementiert
4.353 m Dickdarm gespiegelt
796.337 Wäscheteile gewaschen
541.325 Laborleistungen für die Patienten erbracht.

Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH
Simonshofer Straße 55
91207 Lauf
(0 91 23) 1 80-0
www.kh-nuernberger-land.de

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren