Großer Andrang auf Röthenbacher Ausbildungsplatzbörse

Erster Flirt mit dem Traumjob

Das Landratsamt war mit einem Stand bei der Ausbildungsplatzbörse vertreten (links). Bei Bolta aus Diepersdorf nutzten viele Schüler die Gelegenheit zum ersten Gespräch (rechts)2014/10/90430_ausbildungsplatzboerseroethenbachlandratsamt-kir0005_New_1413390365.jpg

RÖTHENBACH — Ob Bolta, Barmer GEK oder die Bundespolizei: Auf 900 Quadratmetern in der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle und in zwei vorgelagerten großen Zelten präsentieren sich 57 Arbeitgeber dem Nachwuchs. Für die zweitägige 17. Ausbildungsplatzbörse rechnet die Stadt mit einer Beteiligung von rund 2500 Jugendlichen.

Marina steht mit einem Fragebogen in der Hand am Mercedes-Benz-Stand. Die 13-Jährige besucht die achte Klasse der Laufer Bertleinschule. „Wir müssen uns verschiedene Sachen anschauen, um mehr über die Berufe zu erfahren“, sagt sie, denn der Fragebogen wird in der Schule bewertet. Wichtiger noch als diese Note sind für Marina und andere Jugendliche natürlich andere Aspekte. Denn: Bei der Ausbildungsplatzbörse können die Schüler erfahren, welche Berufsfelder für sie interessant sind, welche Firmen im Landkreis Lehrlinge beschäftigen und auch gleich erste Kontakte knüpfen.

Das betont auch Nadine Stratmeier. Sie ist Lehrerin an der Grete-Schickedanz-Mittelschule Hersbruck und mit drei Klassen extra nach Röthenbach gefahren. „Ab der achten Klasse ist es sinnvoll, sich Gedanken zu machen, wohin die Ausbildung gehen sollte“, sagt sie. Viele Schüler würden sich vor Ort auch um einwöchige Praktika bemühen, von denen sie drei in der achten und zwei in der neunten absolvieren müssen.

Die Unternehmen wollen sich gut präsentieren, locken mit Sonnenbrillen, Gummibärchen und Gewinnspielen. Wer am Stand des Landratsamtes etwas Süßes mitnehmen möchte, muss unter Umständen schon beantworten können, wie denn der Landrat heißt. Armin Kroder selbst hat sich auch auf der Ausbildungsplatzbörse umgesehen. „Ich freue mich über die stabile wirtschaftliche Lage im Nürnberger Land. Die Unternehmen sind ja sehr zufrieden mit dem Standort“, sagt er.

Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker betont, dass die Börse die größte ihrer Art im Landkreis ist, es aber dennoch Verbesserungsbedarf gibt. „Was hier noch fehlt, sind Gewerbebetriebe, das typische Handwerk, aber sonst ist das eine rundum gelungene Sache.“ Es gebe bei einigen Firmen auch in diesem Jahr noch offene Ausbildungsstellen.

Weniger prominente Unternehmen wollen die Börse nutzen, um sich den Jugendlichen vorzustellen. Denn mit manchen Firmennamen können zunächst weniger Schüler etwas anfangen. Entsprechend schwach ist die Resonanz an manchen Ständen, bei anderen drängen sich die Schüler. Oft sind es die Auszubildenden selbst, die ihre Firmen in Röthenbach präsentieren.

Die Polizei ist sogar doppelt vertreten. Die Beamten vor Ort müssen erklären, worin sich die Aufgaben von Bundes- und Landespolizei unterscheiden. Akkiz und Tugba (beide 15) von der Geschwister-Scholl-Mittelschule können sich eine Karriere in Uniform durchaus vorstellen. „Die Polizei ist interessant, weil man da fit bleiben und anderen helfen kann“, sagt Akkiz, und ihre Freundin erzählt, dass sie über den Beruf von anderen schon viel Positives gehört hat.

Jan interessiert sich für eine Ausbildung zum Mechatroniker oder im Bereich von Audio- und Videotechnik. Der 14-Jährige geht auf die Oskar-Sembach-Realschule in Lauf und hat bei den Ständen von Reifen Lorenz und Speck Pumpen Informationen gesammelt. Die Ausbildungsplatzbörse hält er für eine sehr hilfreiche Veranstaltung. „Man kommt mit den Leuten zusammen, kann Kontaktdaten für Praktika bekommen.“

Bastian Streitberger, der Organisator der Stadt Röthenbach, bestätigt dies. Beide Seiten hätten Vorteile: „Die Schüler haben direkten Kontakt mit denen, die gerade Ausbildung machen.“ Für Firmen sei es heutzutage schwierig, an gut ausgebildeten Nachwuchs zu kommen. Messen würden zunehmend wichtiger, um Bewerber direkt anzusprechen. Oft führe das Gespräch bei der Ausbildungsplatzbörse am Ende zu einer Unterschrift unter einen Arbeitsvertrag.

Streitberger zieht ein positives Fazit. Er rechnet damit, dass am Ende rund 2500 Jugendliche die Ausbildungsplatzbörse besucht haben werden. Das lässt sich auch durch das große Einzugsgebiet erklären. Immerhin reisen die Schulklassen aus Lauf, Hersbruck, Altdorf und Feucht an.

Andreas Kirchmayer

Die Ausbildungsplatzbörse in Röthenbach hat heute noch von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Eine Liste der teilnehmenden Unternehmen und der Vorträge gibt es im Internet unter http://www.roethenbach.de/ausbildungsplatzboerse.html.

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