Wirtschaft: Unternehmensgruppe EMUGE-FRANKEN

EMUGE und FRANKEN – doppelt stark bei Präzisionswerkzeugen seit 99 Jahren

Julian Raum (v.l.n.r.) im Gespräch mit den beiden Geschäftsführern Gerhard Knienieder und Helmut Glimpel. | Foto: Stefanie Camin2019/04/Geschaeftsfuehrer-1.jpg

Weltweit profitieren Kunden vom Know-how dieses Familienunternehmens: Während sich das EMUGE-Werk in Lauf (1050 Mitarbeiter) auf Gewindeschneidtechnik und Spanntechnik spezialisiert hat, ist die Firma FRANKEN in Rückersdorf (250 Mitarbeiter) der Ansprechpartner, wenn es um Frästechnik geht. Vor 99 Jahren von Richard Glimpel gegründet, ist die EMUGEFRANKEN mit 40.000 Standardartikeln sowie individuellen Kundenlösungen mit 1900 Mitarbeitern in 52 Ländern vertreten und baut auch weiterhin auf den heimischen

Standort: Der größte Arbeitgeber Laufs plant gerade einen Neubau für die Ausweitung der Produktion.

EMUGE-FRANKEN versorgt nicht nur Zerspaner der traditionellen Branchen wie Maschinenbau oder Automobilindustrie mit den richtigen Werkzeugen, sondern ist auch mit den Anwendungen in Zukunftsbranchen wie Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt oder Zerspanung von Hightech-Werkstoffen wie Carbon oder Titan bestens vertraut. Mit über 250 Verschraubungen werden Kurbelwelle, Zylinderkopf, Motorblock, Ölwanne & Co in einem Fahrzeugmotor montiert. Und damit die Schrauben zuverlässig halten, bedarf es eines exakt passenden Gewindes, gefertigt mit dem Gewindewerkzeug von der EMUGE-FRANKEN. Rund ein Drittel seines Umsatzes generiert das Unternehmen mit der Automobilindustrie und den Zulieferbetrieben.

Auch in der Luftfahrt kommt den Kunden das langjährige Know-how dieser Firma zugute: Im Laufe seines Lebenszyklus werden die Turbinen eines Flugzeugs mehrfach ausgetauscht. Hartmetallwerkzeuge aus dem Hause FRANKEN fräsen die Schaufelblätter in die richtige Form, damit sich die Rotoren möglichst präzise drehen. Schwer zu zerspanende Materialien wie Nickellegierungen oder Titan gilt es dabei zu bearbeiten. Noch herausfordernder wird es, wenn der Kunde die Materialzusammenstellung gar nicht preisgibt, weil die Bauteile zu strategischen Entwicklungsprojekten gehören. Verschwiegenheitserklärungen verbieten es, mehr zu verraten, doch das Unternehmen entwickelt tatsächlich Präzisionswerkzeuge für zukunftsweisende Kundenprojekte auf der ganzen Welt. Neu im Programm sind zum Beispiel Fräswerkzeuge für Metallteile, die mittels 3D-Druck hergestellt wurden.

Bei Leichtbauwerkstoffen wie Kohlefaser oder Glasfaser ist zwar die Zusammensetzung bekannt, eine präzise Zerspanung stellt aber auch hier besondere Anforderungen an die Werkzeuge. Auch diese Aufgabe löst EMUGE-FRANKEN mit speziellen Werkzeugen. „Die Materialwissenschaft ist eine der Zukunftstechnologien, und mit unseren Bearbeitungswerkzeugen sind wir schon in einem frühen Stadium der Entwicklung dabei“, betont Geschäftsführer Gerhard Knienieder.

Haargenaue Präzision

Präzision bedeutet bei dem Spezialisten für Werkzeuge schließlich eine Bohr-Genauigkeit von fünf Tausendstel Millimeter. Ein menschliches Haar ist zehnmal dicker, als diese Werkzeuge von den Vorgaben abweichen dürfen. Neben der Produktqualität punktet das Unternehmen insbesondere mit neuen Bearbeitungsverfahren, die den Kunden Zeit und damit Geld im Fertigungsprozess sparen. Zahlreiche hauseigene Entwicklungen münden jährlich in Patenten. In Fachkreisen bekannt ist die mit dem Innovationspreis 2015 prämierte Technologie „Punch Tap“, die derzeit schnellste Methode der Herstellung eines Innengewindes. Das Prinzip ist dabei so simpel wie genial: kürzerer Werkzeugweg gleich kürzere Fertigungszeit. Videos unter: www.punchtap.com.

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Natürlich aussehender Zahnersatz

Mit der neuen Produktlinie „Dental” bietet FRANKEN seinen Kunden aus der Zahnmedizin rund 400 Werkzeuge wie Fräser, Schleifstifte und Spiralbohrer, um Zahnersatz herzustellen. Mit den unterschiedlichen Schneidengeometrien aus Rückersdorf können sämtliche Materialien bearbeitet werden, selbst Zahnersatz aus Glaskeramik. Dieser erfreut den Endkunden, also den Träger der Kronen, Brücken und Inlays, weil er genau passt, extrem stabil ist und dabei natürlich aussieht. Die Herausforderung liegt dabei darin, das harte Material zu bearbeiten. Doch auch hier hat FRANKEN die passende Antwort: Für den mit dem ultraharten Schneidstoff CVD-D beschichteten Kugelfräser und die mit Diamant belegten Schleifstifte ist kein Material zu hart. Weitere Infos: www.franken-dental.com.

Den Kunden bietet die EMUGE-FRANKEN neben den Werkzeugen auch eine profunde Beratung samt ergänzendem Service rund um optimale Fertigungsprozesse. Um diese Systemlösungen auf höchstem Standard zu gewährleisten, ist sie in 52 Ländern vertreten – darunter mit 30 eigenen Tochterfirmen und Niederlassungen. Trotz oder gerade wegen des globalen Netzwerks setzt EMUGE-FRANKEN statt auf eine Fertigung im Ausland auf Präzisionswerkzeuge made in Lauf & Rückersdorf, nicht zuletzt auch wegen der Nähe zum deutschen Maschinenbau.

Am wichtigsten sind für das Traditionsunternehmen allerdings die Mitarbeiter: „Die Qualifikation unserer Mitarbeiter ist uns sehr wichtig“, weiß Gerhard Knienieder. Zusätzlich zur Ausbildung benötigen diese noch weitere Jahre in der Fertigung, bis sie die Anlagen aus dem Effeff beherrschen. Denn um die genannte Präzision konstant und wiederholt zu gewährleisten, müssen die Maschinen optimal eingestellt werden. Keine leichte Aufgabe für die Facharbeiter, doch Metalltarifvertrag und interne Aufstiegsmöglichkeiten versüßen den Mitarbeitern die Mühen. Das und die Tatsache, in einem Familienbetrieb zu arbeiten: Seniorchef Helmut Glimpel ist 1956 ins Unternehmen seines Vaters Richard eingestiegen und arbeitet auch heute noch täglich mit großer Leidenschaft in seiner Firma – auch wenn seine beiden Schwiegersöhne Gerhard Knienieder und Thomas Pompe seit Jahren die Geschäfte mit ihm führen. Und das nicht aus dem „gläsernen Turm“, der Chefetage, heraus, sondern menschlich und nahbar.

Auszubildende gesucht

Wobei die gute Verbindung beidseits besteht: Wenig überraschend sind langjährige Mitarbeiter nicht die Ausnahme, sondern Standard. Um der Nachfrage der Laufer Produkte weiterhin gerecht zu werden, sucht die EMUGE-FRANKEN permanent Auszubildende als Nachwuchskräfte. Und damit sich Kunden auf der ganzen Welt auch in Zukunft auf akkurate Werkzeuge verlassen können, investiert das Unternehmen in ein neues zweigeschossiges Produktionsgebäude mit 20.000 Quadratmetern auf dem gegenüberliegenden Grundstück, dem ehemaligen Döbrich & Heckel-Areal, in der Nürnberger Straße in Lauf. Der Baubeginn ist noch für 2019 geplant.

Die Ausbildungswerkstatt ist mit modernsten Technologien ausgestattet. | Foto: Stefanie Camin2019/04/Ausbildungswerkstatt.jpg

Julian Raum: Bilderbuchkarriere nach der Ausbildung

Nachdem er die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer bei EMUGE-FRANKEN mit der Note 1,3 nach der Hauptschule durchlaufen hatte, absolvierte Julian Raum (Foto) die nächste zum Zerspanungsmechaniker – ebenso mit der Note 1,3. Nach zwei weiteren Jahren des Lernens hatte er den Techniker mit Auszeichnung in der Tasche, inzwischen steht der heute 27-Jährige kurz vor seinem Abschluss zum Bachelor of Engineering, früher Maschinenbauingenieur. Seine (Er-)Kenntnisse aus dem Studium bringt Julian Raum erfolgreich in der Entwicklungsabteilung bei der EMUGE ein: Mit der Software von Matlab zeichnet er die Kräfte auf, die die Präzisionswerkzeuge aufnehmen müssen, analysiert diese und hat dank seines Wissens maßgeblich an der Entwicklung von neuen Technologien wie dem „Punch Tap“ mitgewirkt.

Unternehmensgruppe EMUGE-FRANKEN
Standort Lauf:
EMUGE-Werk GmbH & Co. KG
Standort Rückersdorf:
FRANKEN GmbH & Co. KG

Kontakt:
Nürnberger Straße 96–100
91207 Lauf
Telefon 09123/186-0
E-Mail: [email protected]
Internet: www.emuge-franken.de
www.emuge.de/ausbildung
www.facebook.com/EMUGEFRANKEN

Ausbildungsberufe:
Industriemechaniker/-in
Zerspanungsmechaniker/-in
Maschinen- und Anlagenführer/-in
Technische/r Produktdesigner/-in
Industriekaufmann/-frau

N-Land Stefanie Camin
Stefanie Camin