Döbrich & Heckel feiert 100-jähriges Bestehen

Grund zum Feiern hatten die Mitarbeiter mit Angehörigen des Laufer Traditionsunternehmens „Döbrich & Heckel“: Der Betrieb in der Nürnberger Straße in Lauf wurde vor genau 100 Jahren gegründet2011/08/27894_New_1313419877.jpg

LAUF — Döbrich & Heckel in Lauf ist 100 Jahre alt: Im April 1911 gründeten Bernhard Döbrich und Wolfgang Heckel das seitdem in Lauf an der Pegnitz beheimatete Unternehmen und legten damit den Grundstein für eine bewegte Firmenhistorie. Grund genug, dieses außergewöhnliche Jubiläum mit einem großen Familienfest für alle Mitarbeiter auf dem Werksgelände zu feiern.

Als Gäste konnten die beiden Geschäftsführer Marcus Flemming und Matthias Förster nicht nur Landrat Armin Kroder sowie Bürgermeister Benedikt Bisping begrüßen, auch Stefan Oppermann, Vorstandsmitglied der Wolfgang-Lutz Stiftung, war gekommen, um diesem feierlichen Anlass beizuwohnen.

Döbrich & Heckel gehört mit 100 Mitarbeitern zu den führenden Herstellern Technischer Keramik in Deutschland. Unter dem Dach der Wolfgang-Lutz-Stiftung produziert das weltweit tätige Unternehmen jährlich mehr als 30 Millionen Bauteile für Anwendungen in Haushalt, Automotive, Verkehrs-, Energie- und Wärmetechnik sowie Maschinenbau.

In seiner Begrüßungsrede skizzierte Geschäftsführer Flemming die Unternehmensgeschichte. „Mut, Weitsicht, unternehmerisches Handeln und eine Portion Glück“ waren 1911 und in den darauf folgenden Jahren notwendig, um eine solche Unternehmensgründung durchzuführen. Nahezu 100 Jahre später, nach dem Tode des geschäftsführenden Gesellschafters Wolfgang Lutz, waren genau diese Tugenden in wirtschaftlichen Turbulenzen wieder gefragt.

Das wegweisende Vermächtnis, also die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung sowie der Wunsch des Verstorbenen, das Unternehmen und damit auch Arbeitsplätz zu erhalten, forderten die damals und heute Verantwortlichen ungemein, wie Flemming meinte. Die daraufhin erfolgte Stabilisierung und Neuausrichtung des Unternehmens, verbunden mit großen Zukunftsinvestitionen, eröffneten die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft. „Es ist uns eine Verpflichtung, dieses Unternehmen im Sinne der Gründerväter fortzuführen“, so Flemming zum Abschluss seiner Worte.

Landrat Armin Kroder ging in seinem Grußwort kurz auf die wirtschaftliche Situation im Landkreis Nürnberger Land ein. Er erinnerte an die zurückliegende Bankenkrise und die derzeit heiß diskutierte Schuldenkrise. Gerade in diesen Zeiten sei unternehmerisches, verantwortungsvolles Handeln gefragter denn je. Er gratulierte dem „Geburtstagskind“ herzlich zum Jubiläum und wünschte eine erfolgreiche Zukunft.

Laufs erster Bürgermeister Benedikt Bisping schloss sich diesen Wünschen an. Die Industrialisierung sorgte in Lauf für einen Boom an Unternehmensgründungen. Die Stadt könne sich glücklich schätzen, solch standorttreue, mittelständische Unternehmen beheimaten zu dürfen. Auch das in den Medien oftmals stark verzerrte Thema Integration werde im Unternehmen beispielhaft gelebt. Er überreichte dem Unternehmen als Gastgeschenk das Laufer Stadtwappen.

Stefan Oppermann, Mitglied des Vorstandes der Wolfgang-Lutz-Stiftung, ging in seinem Grußwort auf die schwierige Situation nach dem Tode des geschäftsführenden Gesellschafters im Jahre 2006 ein.

Er erinnerte an viele Einschnitte, durch die das weitere Bestehen des Unternehmens aber gesichert werden konnte. Die damals gegründete Wolfgang-Lutz-Stiftung erfülle nun den letzten Willen der Unternehmerpersönlichkeit, so konnte vor kurzem die erste finanzielle Unterstützung der Universitätsklinik Erlangen erfolgen. Man begleite die Entwicklung eines Verfahrens zur Unterbindung der Nährstoffzufuhr in Tumoren, das neue Ansatzpunkte bei der Bekämpfung von Darmkrebs biete, so Oppermann.

Am Anschluss an den offiziellen Teil konnten sich die Gäste vom reichhaltigen Büfett bedienen. Bei Musik und guter Laune wurde bis spät in die Nacht gefeiert.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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