Ausbildungsplatzbörse in Röthenbach

Die Berufemesse wird volljährig

Die Schülerin Anne Gillitzer informiert sich im Gespräch mit Mitarbeitern über die Eckart GmbH, die Metallic- und Perlglanz-Pigmente herstellt (linkes Bild). Nicht nur Schüler, sondern auch Bürgermeister aus dem gesamten Landkreis besuchen die Röthenbacher Ausbildungsplatzbörse. Auch Benedikt Bisping aus Lauf (rechtes Bild, vorne, mit Krawatte) war da2015/10/Ausbildungsplatzbo__rse_Ro__thenbach_Anne_Gillitzer_Eckert.jpg

RÖTHENBACH — Eine ganze Halle und zwei benachbarte Zelte voller Jugendlicher, die sich mit Elan und Interesse bei insgesamt 58 Arbeitgebern über ihren Wunschberuf informieren – das kann nur eines heißen: In Röthenbach findet aktuell die zweitägige Ausbildungsplatzbörse statt. Noch bis heute Nachmittag um 14 Uhr können Schüler auf der Suche nach einer Lehrstelle mit Mitarbeitern von Emuge oder Bolta, der Bundespolizei oder der Diakonie Neuendettelsau ins Gespräch kommen.

Bürgermeister Klaus Hacker spricht von der Veranstaltung, die heuer volljährig wird, als „Erfolgsgeschichte“: Zum 18. Mal richtet die Stadt die Ausbildungsplatzbörse aus, die mit überschaubarem Unfang angefangen hat, heute aber die größte ihrer Art im ganzen Landkreis ist. 58 Arbeitgeber – die Zahl ist wie in den vergangenen Jahren so hoch, dass die Plätze auch in den beiden beheizten Zelten vor der Halle mit Ständen komplett gefüllt sind – buhlen hier um den Nachwuchs. Röthenbach hat im Vorfeld alle Mittel- und Realschulen und Gymnasien im ganzen Nürnberger Land angeschrieben, viele Klassen kommen auch aus Lauf, Feucht oder Hersbruck in die Karl-Diehl-Halle. Rund 2200 Schüler werden an den beiden Tagen erwartet.

„Schön, dass man sich hier informieren kann. Sonst hat man von den Berufen ja keine Ahnung“, sagt die 15-jährige Anne Gillitzer. Sie besucht die neunte Klasse der Oskar-Sembach-Realschule aus Lauf.

„Wir haben noch keine richtige Ahnung, welche Richtung wir einschlagen wollen“, sagen Dominik Blümlein und Lucas Wacker aus ihrer Parallelklasse. Wobei, „die Metall- und Elektrorichtung“ findet Blümlein besonders spannend, und beide wollen für ihre Ausbildung in der Nähe bleiben, maximal nach Nürnberg also.

Timo Sperber besucht die Grete-Schickedanz-Mittelschule in Hersbruck, auch er interessiert sich für den technischen Bereich. „Ich hatte schon mal ein Praktikum bei Emuge, das hat mir gut gefallen. Dass ich hier verschiedene Berufe kennenlernen kann, ist schon toll.“

„Man kann sich alles direkt anschauen und mehr über die Arbeit erfahren“, fasst die 14-jährige Cansu Erdugan die Vorzüge der Ausbildungsplatzbörse, die sie mit ihrer neunten Klasse der Mittelschule Feucht besucht, zusammen.

Bürgermeister Hacker schwärmt von der „wunderbaren Veranstaltung“, die für die Stadt ein „Imagegewinn“ sei und auch für den Wirtschaftsstandort Röthenbach werbe.

Absolut zufrieden sind er und Bastian Streitberger von der Wirtschaftsförderung der Stadt allerdings nicht. Die beiden wissen: Die Lehrstellen, die aktuell oft unbesetzt bleiben, sind nicht die der großen Firmen, sondern jene von kleinen Handwerksbetrieben wie dem Bäcker oder Metzger von nebenan. „Für die ist eine Teilnahme aber schwierig“, sagt Streitberger, „oft sind das Ein- bis Zweimannbetriebe“, und Hacker ergänzt: „Mit Auf- und Abbau würden mindestens vier Tage ausfallen.“

Eine Bildergalerie gibt es auf www.n-land.de im Internet.

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