Interview mit Dr. Vieweg

Der Schmerz im Rücken ist ein Volksleiden

Chefarzt Dr. Vieweg über Skoliosen: „Gerade bei jungen Patienten kann eine Nichtbehandlung zu schwerwiegenden Verschleißerkrankung führen“. | Foto: Sprung2016/04/Chefarzt-Vieweg.jpg

RUMMELSBERG – Chefarzt PD. Dr. med. Uwe Vieweg informiert am Samstag, 23. April, um 10 Uhr im Krankenhaus Rummelsberg über die neuesten chirurgischen Therapiemöglichkeiten bei Wirbelsäulenverkrümmungen. Fachleute, Interessierte sowie Betroffene sind herzlich eingeladen.

Rückenprobleme können jeden treffen. Laut dem aktuellen Krankenhausreport der Barmer Krankenkasse leiden 85% der deutschen Bevölkerung irgendwann einmal an Rückenschmerzen. Die Ursachen dafür können vielfältig und von Person zu Person unterschiedlich sein. Während die Schmerzen bei vielen optisch nicht zu erkennen sind, leiden 5% der Menschen jedoch an starken, auch nach außen hin zu erkennenden, Verkrümmungen der Wirbelsäule, die sich oftmals schon in jugendlichen Jahren bilden und unbehandelt zu starken Beeinträchtigungen im Alltag führen können. Wir sprachen mit PD Dr. Uwe Vieweg, Chefarzt der Klinik für chirurgische und konservative Wirbelsäulentherapie am Krankenhaus Rummelsberg, über die aktuellen Therapieformen bei diesen Diagnosen.

Herr Dr. Vieweg, was sind Wirbelsäulendeformitäten?

Dr. Vieweg: Wirbelsäulendeformitäten sind Abweichungen der Normalform der Wirbelsäule. Diese Abweichungen können entweder das seitliche Wirbelsäulenprofil betreffen, also wenn die Achse nach vorne abknickt.

Dies wird als Kyphose bezeichnet. Bei einem seitlichen Abweichen der Wirbelsäulenform sprechen wir von einer Skoliose. Auch ein Wegrutschen eines Wirbelkörpers zum anderen, im Sinne eines Wirbelgleitens, wird als Wirbelsäulendeformität zusammengefasst.

Unter welchen Problemen leiden die Betroffenen?

Dr. Vieweg: Die Betroffenen haben häufig Rückenschmerzen, im schlimmsten Fall auch neurologische Ausfälle, zum Beispiel wenn sich bei einem Wirbelgleiten zusätzlich eine Spinalkanalstenose, also eine Verengung des Wirbelkanals, entwickelt hat. Bei schwerwiegenden Wirbelsäulendeformitäten kommt es jedoch zu einer erheblichen kosmetischen Beeinträchtigung.

Gerade bei jungen Patienten, welche nicht operativ versorgt werden, entwickeln sich im Laufe des Lebens schwerwiegende Verschleißerkrankungen an der Wirbelsäule. In manchen Fällen können Wirbelsäulendeformitäten sogar zur Beeinträchtigung der inneren Organe, wie zum Beispiel Herz und Lunge führen.

Wie können Sie diesen Patienten helfen?

Dr. Vieweg: Zunächst werden alle konservativen Therapien, die Korsettbehandlung eingeschlossen, ausgeschöpft. Wenn eine Operation nicht zu umgehen ist, wird hier über eine sehr gute Stellungskorrektur das Behandlungsergebnis langfristig gehalten.

Wie ist die Prognose nach einem Eingriff?

Dr. Vieweg: Bei kindlichen Wirbelsäulendeformitäten ist die Prognose nach einem Wirbelsäuleneingriff gut.Der kosmetische Defekt wird beseitigt, die Risiken von Verschleißerkrankungen an der Wirbelsäule sind minimiert und die Kinder können wieder aktiv am Leben teilnehmen.

Die Therapiemöglichkeiten bei Wirbelsäulendeformitäten sind Gegenstand eines Vortrags von Herrn Dr. Vieweg am Samstag, den 23. April ab 10 Uhr, im Krankenhaus Rummelsberg. Die Einladung zum Vortrag richtet sich an alle Fachleute, Patienten sowie Interessierte.

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