24 Stunden, 24 Unternehmen: Städtische Werke Lauf

(Das Wasser) Läuft bei den Kunden

Neu, eindrucksvoll und innovativ: Das Röhrensystem des Trinkwasser-Hochbehälters aus PE 100 in Simonshofen. Fotos: StWL2021/09/24h-stwl-03.jpg

Von wegen, nur New York ist die Stadt, die niemals schläft. Auch hier in dieser Serie stellen wir 24 regionale Betriebe aus unterschiedlichen Branchen vor. Jedes Unternehmen bekommt dabei eine Stunde, und das acht Wochen lang; jede Woche drei Firmen. Die Stunde zwischen 7 und 8 Uhr gehört heute den Städtischen Werken.

Lauf. Es ist 7 Uhr morgens. So wie viele andere Kunden der Städtischen Werke (StWL) auch, ist Ralf K. noch recht verschlafen. Da ist es höchste Zeit für einen Kaffee! Er geht in die Küche, dreht den Hahn auf – und mit einem leisen Plätschern läuft das Wasser aus der Leitung. Damit diese Selbstverständlichkeit – Wasserhahn aufdrehen und das Wasser fließt – einfach so funktioniert und den StWL-Kunden zu jeder Tages- und Nachtzeit frisches Wasser zur Verfügung steht, läuft im Hintergrund eine gigantische Maschinerie, an der viele Mitarbeiter der Städtischen Werke beteiligt sind. Und während bei Ralf K. der Kaffeeautomat vielversprechend gurgelt und der Duft von frischem Kaffee durch die Küche zieht, teilt der Meister des Wasserverteilungsnetzes in der StWL-Zentrale direkt an der Pegnitz in Lauf seinen Monteuren die Aufgaben des heutigen Tages zu. Denn bei den Städtischen Werken arbeiten viele Menschen daran, dass das System funktioniert und es auf Wunsch bei den 6600 Trinkwasserhausanschlüssen im Versorgungsgebiet rund um die Uhr heißt: Wasser marsch!

Das von den StWL verwendete Wasser wird aus einem gigantischen Grundwasservorkommen hochgepumpt. Es ist sage und schreibe 300 bis 8000 Jahre alt. Dabei wurde es in dieser langen Zeit im Untergrund vor jeglichen oberflächen­nahen Verunreinigungen geschützt.

Wasseraufbereitung für bestes Trinkwasser
Zwei räumlich getrennte Gewinnungsgebiete in Rudolfshof und im Spitalwald mit insgesamt acht eigenen Brunnen im Versorgungsgebiet der Städtischen Werke sichern die Trinkwasserversorgung – und das auch weiterhin für mindestens die kommenden Jahrzehnte. 100 bis 150 Meter sind die Brunnen tief, aus denen das Wasser hochgepumpt und in der Aufbereitungsanlage so behandelt wird, damit es den hohen Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) entspricht und als Reinwasser dem Wassernetz zugeführt wird.

Harald Keßner, Betriebsleiter Gas- und Wasser­versorgung, kontrolliert am Display eine der Anlagen.2021/09/24h-stwl-02.jpg

Hierbei überprüfen die MitarbeiterInnen der Städtischen Werke, die nach dem Technischen Sicherheitsmanagement (TSM) zertifiziert sind, rund um die Uhr sämtliche Anlagen und entnehmen routinemäßig Proben zur Analyse. „Mein Anspruch an unser Trinkwasser ist, es jederzeit und überall genießen zu können“, weiß Harald Keßner. Der Betriebsleiter Gas-/Wasserversorgung arbeitet seit 2010 bei den StWL; er und sein Team betreuen ein Wasserverteilungsnetz von rund 150 Kilometern Länge.

Röhren aus PE 100
Nach der Trinkwasseraufbereitung wird das Wasser in das Versorgungsnetz geleitet, in neun Hochbehältern gespeichert und an die Kunden verteilt. Ein Hochbehälter steht in Simonshofen; er ist mit seinen beiden Kammern à 60 Kubikmeter vergleichsweise klein. Was ihn auszeichnet, ist der neuartige Aufbau des Röhrensystems. Statt klassisch aus Beton, bestehen diese Röhren aus Polyethylen (PE 100) – demselben Werkstoff, aus dem die Leitungen der Trinkwasserversorgung hergestellt sind. „Im näheren Umkreis sind wir die Ersten, die einen PE-Behälter errichtet haben“, freut sich Brigitte Dreßler, Projektleiterin Gas- und Wasserversorgung, über die innovative Umsetzung.

Wasserkreislauf
Bis das Wasser aus der Leitung fließt, durchläuft es einen Kreislauf: Jegliches Süßwasser ist irgendwann als Niederschlag auf die Erde gefallen, um oberflächlich über Flüsse und Seen oder unterirdisch als Grundwasser zu strömen und wieder zu verdunsten. Für die StWL ist es das Ziel, das aus dem Wasserkreislauf entnommene Grundwasser in bestmöglicher Trinkwasserqualität und in ausreichender Menge zu liefern. Die Kundenzufriedenheit hat bei den Städtischen Werken höchste Priorität.

Damit das auch zukünftig so bleibt, läuft die Ausschreibung eines Grundwassermodells in Zusammenarbeit mit den benachbarten Wasserversorgern aus Röthenbach, Rückersdorf und dem Zweckverband Moritzberggruppe. Dabei werden u. a. geologische Daten aus über 700 Brunnen im Trinkwassereinzugsgebiet verarbeitet.

Erfrischung pur
Wer als Unternehmer seinen Mitarbeitern oder Kunden neben dem Trinkwasser aus natürlichem Grundwasser noch etwas mehr bieten möchte, wird bei den Städtischen Werken ebenfalls fündig: In Kooperation mit dem namhaften Hersteller BRITA VIVREAU werden Trinkwasserspender angeboten. Dabei entscheidet der Nutzer, wie kalt oder wie spritzig – also mit wie viel Kohlensäure versetzt – der nächste Schluck sein wird. Selbstverständlich genießen auch die StWL-MitarbeiterInnen das natürlich schmeckende Wasser – so wie Sabrina Morgenroth, Mitarbeiterin im Kundenservice.

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FAKTEN & KONTAKT
Mitarbeiter: ca. 70
Menge: 28.000 Einwohner in Lauf und deren Gewerbebetriebe verbrauchen 1.400.000 m³ Wasser pro Jahr
Anspruch: Wasser in herausragender Qualität und Versorgungssicherheit für die nächsten Jahrzehnte
Trinkwasserhausanschlüsse: über 6600

StWL Städtische Werke Lauf a.d. Pegnitz GmbH
Sichartstraße 49
91207 Lauf
Telefon: (09123) 173-0
www.stwl.lauf.de

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