24 Stunden, 24 Unternehmen: Sanitätshaus Stefanie Dobler

Damit die Schuhe angemessen sitzen

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In dieser Serie stellen wir 24 regionale Betriebe aus unterschiedlichen Branchen vor. Jedes Unternehmen bekommt dabei eine Stunde, und das acht Wochen lang; jede Woche drei Firmen. Die Stunde zwischen 9 und 10 Uhr gehört heute dem Sanitätshaus Stefanie Dobler in der Altdorfer Straße in Lauf. Pünktlich mit dem Aufschließen des Geschäftes kommt die erste Kundin und wünscht eine Beratung rund um die passenden Strümpfe für ihre geschwollenen Beine. Daneben kümmert sich Orthopädie-Schuhmachermeister Sebastian Straub um einen Kunden, der orthopädische Maßschuhe braucht. Was sonst noch alles in diesem Sanitätshaus passiert, lesen Sie hier.

Lauf.
Punkt 9 Uhr: In das gerade geöffnete Sanitätshaus Stefanie Dobler in der Altdorfer Straße kommt schon die erste Kundin des Tages in den Laden. Sie ist Lymphpatientin; weil ihre Beine im Laufe des Tages anschwellen werden, ist es sinnvoll, sie so früh wie möglich morgens für neue Kompressionsstrümpfe zu vermessen. Susanne Sperber ist sofort zur Stelle, führt die Kundin in die Maßkabine und beginnt das Beratungsgespräch. Nach einer halben Stunde kommt eine zufriedene Kundin aus dem Separee. Sie konnte ihre neuen Strümpfe aus diversen Farben wählen und weiß nun, dass flachgestrickte im Gegensatz zu rundgestrickten Strümpfen weniger elastisch sind und ihre volle Kraft – ohne einzuschneiden – genau dann entwickeln, wenn sie gebraucht wird: Wenn das Bein anschwillt. Beim Abholtermin wird sie eingewiesen, wie sie die Strümpfe selbst an- und auszieht, und hat alles rund um die Hautpflege sowie das geeignete Waschmittel erfahren. Im Sanitätshaus Stefanie Dobler nehmen sich die Mitarbeiter eben Zeit für ihre Kunden.
Als Nächstes tritt ein Herr ein, dessen deformierten Füße extrem schmerzen, und die nicht in gewöhnliche Schuhe passen. Weil seine Füße besondere Unterstützung benötigen, hat ihm sein Arzt orthopädische Maßschuhe verordnet. Das ist ein Fall für den Orthopädie-Schuhmachermeister Sebastian Straub. Er misst Länge, Breite, Höhe und Umfang des Fußes; der Scanabdruck zeigt ihm die Belastungs- und Druckstellen. Sobald die Krankenkasse die Maßschuhe genehmigt hat, fertigt Sebastian Straub einen Gipsabdruck vom Fuß, um daraus den individuellen Leisten im maßstabsgetreuen 3D-Modell zu formen. Eine Abweichung von nur wenigen Millimetern wirkt sich auf die Passform und dadurch auf den Tragekomfort aus, daher sind viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung gefragt. Auf Basis dieses maßgefertigten Leistens wird er einen Probeschuh aus Kunststoff anfertigen; bei der Anprobe wird dank des transparenten Materials genau zu erkennen sein, wo am Fuß des Kunden später Druckstellen entstehen könnten. Auf diese Weise passt der Orthopädie-Schuhmachermeister den Leisten erneut an den Träger an.
Bevor es weitergehen wird, kann der Kunde aus diversen Lederfarben, Ziernähten, Sohlenmaterialien, Schaft- und Verschlussarten wählen. Das Ergebnis – der Schaft – wird nach seiner Anfertigung von Sebastian Straub über den Leisten „gezwickt“. Ist der Boden des Maßschuhs aufgebaut und die Laufsohle angebracht, kann der Kunde seinen individuellen Schuh abholen und von nun an bequem durchs Leben gehen.

Im Sanitätshaus von Stefanie Dobler-Pötzl in der Altdorfer Straße 16 erwartet die Kunden eine fachkundige und freundliche Beratung. Beim Anpassen des Glabbal-Zehentrenners legt die Chefin selbst Hand an. | Foto: Stefanie Camin2019/09/Hochkant-1-a.jpg
Orthopädie-Schuhmachermeister Sebastian Straub stellt einen Maßschuh her. | Foto: Stefanie Camin, Stefanie Dobler-Pötzl2019/09/Hochkant-2.jpg


Einlagen für gesunde Füße
Es gibt zig Möglichkeiten und Diagnosen, weshalb jemand orthopädische Einlagen benötigt. Ob Fersensporn, Spreitzfuß-Neuralgie (Vorfußschmerzen) oder Fußfehlstellungen, die sich auf die Statik des Körpers auswirken und Schmerzen an anderen Stellen, beispielsweise im Knie, hervorrufen können. Gerade Heranwachsende leiden häufig unter einem Knickfuß, bei dem das Längsgewölbe stark abgesenkt ist. Diese Fehlstellung führt meist erst im Erwachsenenalter zu Schmerzen; außerdem wirkt sie sich statisch vom Fuß bis zur Halswirbelsäule aus. Hier unterstützen individuell gefertigte, sogenannte aktive Einlagen. Basis hierfür ist der elektronische Fußabdruck per Scan, denn: „Schaumkiste war gestern“, erzählt Chefin Stefanie Dobler-Pötzl schmunzelnd. „Außerdem können wir die Entwicklung längerfristig beobachten und vergleichen. Dies ist gerade im Wachstum wichtig. Für ein stimmiges Gesamtbild brauchen wir den Fußabdruck und die Schuhe, in denen der Kunde die Einlage tragen will.“ Dass die Einlagen, die an sportliche Halbschuhe angepasst sind, nicht in schmale Ballerinas passen, ist schließlich nachvollziehbar. Die Einlagen unterstützen den jungen Fuß dabei, die Muskulatur gleichmäßig auszubilden und so in die richtige Richtung zu wachsen.
Und weil ihr die (Fuß-)Gesundheit ihrer heranwachsenden Kunden besonders am Herzen liegt, unterstützt Stefanie Dobler-Pötzl die Familien: Kinder bis 16 Jahre zahlen in ihrem Sanitätshaus keinen Eigenanteil dazu; bei Jugendlichen zwischen 16 und 18 fällt nur die Hälfte der üblichen Privatleistung an.

Heike Teige, 35, Fachverkäuferin:
„Unsere Kunden kommen mit völlig unterschiedlichen Diagnosen und Wünschen. Ich mag es, für den jeweiligen Kunden die für ihn optimale Lösung zu finden und mich dabei voll und ganz auf ihn einzustellen – ob derjenige etwas distanzierter ist oder lockerer: Jeder Kunde steht an erster Stelle. Hier im Sanitätshaus, in dem ich seit zwei Jahren arbeite, schätze ich die familiäre Atmosphäre.“
| Foto: Stefanie Camin, Stefanie Dobler-Pötzl2019/09/Interview_Heike-Teige.jpg
Susanne Sperber, 38, Fachverkäuferin:
„Ich arbeite schon fast zehn Jahre bei Frau Dobler und berate unsere Kunden bei der Auswahl von Kompressionsstrümpfen, Einlagen, Bandagen und Brustversorgungen. Mir gefällt hier ganz besonders, dass ich mir Zeit für meine Kunden nehmen kann. Das wissen sie zu schätzen und kommen gerne wieder. Außerdem kümmere ich mich um Bestellungen und die Kostenvoranschläge für Krankenkassen.“
| Foto: Stefanie Camin, Stefanie Dobler-Pötzl2019/09/Interview_Susanne-Sperber.jpg


Zehentrenner von Glabbal
Zehenstegschuhe – die bekanntesten sind die der Marke „flip*flop“ – sind heutzutage aus der Schuhwelt nicht mehr wegzudenken. Wer es fußgesund mag, wird keinen Schritt mehr ohne die Schuhe von Glabbal machen wollen. Diese vereinen orthopädisches Fachwissen rund um gesunde Füße mit modernem Chic. Um das Fußbett optimal an den Träger anzupassen, kommt auch hier im Sanitätshaus Stefanie Dobler der Scanner für einen Abdruck zum Einsatz. Ab jetzt wird es richtig exklusiv: Der Kunde kann aus verschiedenen Farben für den Schaft, das Fußbett sowie die Laufsohle wählen und somit seinen eigenen individuellen Glabbal gestalten. Das Ergebnis: langlebige sowie luftig-leichte Schuhe.

FAKTEN
SANITÄTSHAUS ORTHOPÄDIETECHNIK STEFANIE DOBLER
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Branche: Sanitätshaus, Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik
Gründung: 1948
Mitarbeiter: 7
Motto: Einfach angemessen

KONTAKT:
Sanitätshaus Stefanie Dobler
Altdorfer Straße 16
91207 Lauf an der Pegnitz
Telefon: (09123) 60 15
www.sanitaetshaus-dobler.de

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