Bauausschuss Hersbruck

Carl Gross möchte noch größer werden

Wo derzeit noch Wiese ist, möchte das Hersbrucker Unternehmen Carl Gross expandieren. Ein Absperrband verdeutlicht die Ausmaße der geplanten Logistikhalle im Hersbrucker Südosten. | Foto: J. Ruppert2020/01/BA-scaled.jpg

HERSBRUCK – „Wenn eine Firma so eine Investition tätigt, dann ist das auch eine Standortzusage“, begrüßte Stadtrat Norbert Thiel den Plan des Bekleidungsunternehmens Carl Gross, eine große Logistikhalle im Hersbrucker Südosten neben der bestehenden Firma zu errichten. Im Bauausschuss ging es außerdem um Vorhaben in der Innenstadt und eine Ergänzung zu Hirtenbühl-Nord.

Mandatsträger und Zuhörer im großen Saal des Stadthauses erwarteten zum Sitzungsauftakt 2020 zwei Neuerungen. Zum einen hatte sich die Bestuhlung geändert. Nachdem die Sparkasse ihren Schwerpunkt nach Nürnberg verlagert hat, nutzte die Stadt Hersbruck die Chance und übernahm etliche dunkelrote Sitzgelegenheiten. Bei der Akustik kam die Verwaltung einem vielfach geäußerten Wunsch aus den Reihen der Besucher nach und hat Mikrofone für die Redner angeschafft.

„Die Firma Carl Gross will die Logistikwege verkürzen und den Pendelverkehr reduzieren“, sagte Bürgermeister Robert Ilg. Konkret geht es um eine Halle mit Versand und Büro im Erdgeschoß, darüber vier Hochregallager und eine Sprinklerzentrale im Keller. Das gewünschte Gebäude weist eine Höhe von bis zu 17 Metern auf und hat einen Umfang von etwa 55 Meter mal 46 Meter.

Platz für Konzerte

Dazu kommt ein kleinerer Vorbau zur Houbirgstraße hin. Als Standort ist nicht das frühere und seit dem Abriss brach liegende Molkerei-Daiber-Areal, sondern die große Wiese zwischen der BayWa und dem „Glashaus“ mit Showroom von Gross vorgesehen. Auf der Grünfläche haben die Konzerte der „12 Tenöre“ stattgefunden.

Mit dem Konzept möchte das Bekleidungsunternehmen eine bestehende Kapazität von Nürnberg nach Hersbruck verlagern. Bislang musste täglich ein Lastwagen in die fränkische Metropole fahren. Der fällt künftig weg, so dass kein zusätzlicher Lieferverkehr anfällt.

Die Hersbrucker Bauverwaltung sieht nur die Höhe des Neubaus „kritisch“. Zum Vergleich: Die Produktionshalle von Verpackungen Lindner nebenan im Krötensee-Gebiet ist etwa acht Meter hoch, das E-Center sechs Meter und die bestehende Halle von Carl Gross auf dem dahinter angrenzenden Grundstück rund zwölf Meter. Die Stadträte gingen auf diese Anmerkung in den Sitzungsunterlagen nicht ein.

„Es werden Arbeitsplätze (drei bis fünf) geschaffen und Hersbrucks Bekanntheitsgrad wird größer“, sagte Irmgard Raum. Bislang wurde zu dem Vorhaben nur eine Voranfrage eingereicht. Norbert Thiel hofft, dass der förmliche Antrag bald folgt. Der Ausschuss erteilte einstimmig sein Einvernehmen.

Erneut grünes Licht

An sich wurde der Bebauungsplan Hirtenbühl-Nord in Altensittenbach Mitte 2019 beschlossen. Allerdings sind grafische Kennzeichnungen bei der Umwandlung vom Zeichenformat ins pdf-Format verschwunden. Der Fehler wurde nun rückwirkend behoben, wobei Dr. Ulrike Eyrich erneut dagegen votierte. In Weiher darf ein Happurger ein Einfamilienhaus errichten und dafür mit dem Okay aller Bauausschussmitglieder auch einige alte Obstbäume fällen.

Stadtbaumeister Thomas Beygang gab zwei erfreuliche Ereignisse bekannt. Zum einen wurde der Auftrag für den alljährlichen Kanalunterhalt vergeben und zwar für rund 160 000 Euro. Zum anderen hat der Reichenschwander Stuhlhersteller Löffler den Bauantrag für sein neues Headquarter auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses Mercedes-Scharrer in Altensittenbach eingereicht.

Einige Vorhaben wurden ohne große Aussprache durchgewunken. Beim Nürnberger Tor wird ein Laden in ein Pilates-Studio umgewandelt. Auf Nachfrage von Irmgard Raum und Ulrike Eyrich sagte Sabine Maul vom Bauamt, dass es sich nicht um das Modefenster handelt. Das Objekt liegt vielmehr dahinter Richtung Parkanlage/Tiefgarage.

Ebenfalls Ulrike Eyrich wollte mehr über einen Reklamemasten einer Altensittenbacher Immobilienfirma wissen. Das Vorhaben ist mit der Hersbrucker Werbeanlagensatzung vereinbar. In der Poststraße soll aus einem Laden ein Büro werden. Das Geschäft Pfersdorf darf im ersten Obergeschoss Praxisräume einrichten.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert