Post in Lauf liefert mit Elektrotransportern aus

Briefe und Pakete kommen auf leisen Sohlen

Ein Teil der neue Flotte von Elekrotransportern, den sogenannten Street Scootern, im Ladehof der Post in Lauf. Insgesamt zwölf dieser leisen und umweltfreundlichen Postautos sind ab sofort im Zustellbezirk Lauf unterwegs. Vorgestellt wurden sie Landrat Kroder (2.v. l.) von Hugo Scheuenpflug von der Zentrale in Nürnberg (Mitte) zusammen mit dem Leitungsteam aus Lauf, Monika Bußinger (rechts), Peter Grellner und Markus Gebhard. | Foto: Fischer2016/06/e-scooter-post-2.jpg

LAUF — Pakete und Briefe kommen in Lauf und in der Umgebung nun elektrisch zum Empfänger. Nicht elektronisch als e-mail, sondern beförderte vom rein elektrisch betriebenen „Street Scooter“. So nennt sich der nagelneue moderne Kleintransporter der Deutschen Post, der den bisher bekannten VW-Bus ersetzen soll. Zwölf solcher Elektrofahrzeuge sind seit Anfang der Woche im Zustellbezirk Lauf unterwegs.

Damit wurde innerhalb von nur wenigen Tagen mehr als die halbe Fahrzeugflotte der Deutschen Post in Lauf ausgetauscht, wie Hugo Scheuenpflug von der Zentrale in Nürnberg bei der offiziellen Vorstellung sagte. Einer Kurzpräsentation, zu der auch Landrat Kroder gekommen war. „Dabei ging die Umstellung in Lauf viel schneller als wir gedacht haben“ sagt die zuständige Zustellstützpunktleiterin in Lauf, Monika Bußinger.

Dass Lauf mit den leisen und umweltfreundlichen Fahrzeugen ganz vorne mit dabei ist, zeigen die Zahlen. Erst 500 dieser komplett neu entwickelten Postautos sind für die Verbundzustellung von Briefen und Paketen für DHL und Deutsche Post deutschlandweit und in den Niederlanden unterwegs. 2000 sollen noch in diesem Jahr dazu kommen. Allein 350 davon in Bayern.

Post ist jetzt auch Autobauer

Mit dem neuen Transporter ist die Deutsche Post tatsächlich selbst in die Riege der Autohersteller aufgestiegen. Das Fahrzeug ist nämlich eine komplette Neuentwicklung in Zusammenarbeit mit der technischen Hochschule Aachen, nachdem namhafte deutsche Autobauer den Großauftrag der Post abgelehnt haben. „Das zukunftsweisende Elektroauto wurde regelrecht um unsere Zusteller herum gebaut“, erläutert Hugo Scheuenpflug. Das heißt, die Zusteller waren vom ersten Entwicklungstag an mit dabei und haben seit Anfang 2014 die 150 Autos der Vorserie ausführlich in der Praxis getestet. Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit wurden geprüft und die Eignung in punkto Ausstattung, Ladekapazität und Sicherheit (mit Rückfahr- und Seitenkameras) getestet. „Unser neuer Steet Scooter gewinnt vielleicht keinen Designpreis, aber er ist einfach unglaublich praktisch und eben extrem umweltfreundlich“, kommentiert Scheuenpflug diese Entwicklung.

80 Kilometer Reichweite

Die Autos sind ausgestattet mit einem 30 Kilowatt Elektromotor, der über eine Lithiumionenbatterie gespeist wird. Die Transporter haben eine Reichweite von bis zu 80 Kilometern und sind bis zu 80 Sachen schnell. Die Batterie muss bis zu 300 Stopps und Anfahrvorgänge aushalten, bis sie wieder an die Ladestation geht, und dies 300 Tage im Jahr.

Vor allem in Sachen Zuladung sei das neue Postauto auf die Zukunft ausgerichtet, so Monika Bußinger. Mit einem Ladevolumen von über vier Kubikmetern sei es auch auf die wachsende Zahl von Paketen bedingt durch den Internethandel bestens vorbereeitet. Dabei ist die von drei Seiten zugängliche Ladefläche fast hüfthoch, und somit ergonomisch ideal für das Ein- und Ausladen von Paketen.

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