Wirtschaft: Industriemuseum Lauf

Bestens verzahnt: Industriemuseum und Industriebetriebe

Bestens verzahnt: Museumsleiterin Dr. Christiane Müller und Mitarbeiter Peter Kraus freuen sich auf die Zusammenarbeit mit den Industriebetrieben aus der Region. | Foto: Stefanie Camin2019/05/Museumsleiterin.jpg

Den Besucher des Industriemuseums Lauf würde es kaum überraschen, wenn direkt nebenan ein Arbeiter im Blaumann eine Maschine bedient und einfach weiterarbeitet. Dieses Museum zeigt eben nicht künstlich, wie es einmal gewesen sein könnte. Hier sieht das Publikum am Originalschauplatz direkt an der Pegnitz, wie Menschen vor 50 oder 100 Jahren tatsächlich gelebt und gearbeitet haben. Ganz neu entstehen unter dem Motto „Mitmachen im Industriemuseum“ bis zum Jahr 2022 sogenannte Mitmach-Bereiche, in denenkleine und große Besucher die Technik an interaktiven Stationen noch besser (be-)greifen können.

Wenn sich die Tandem-Dampfmaschine aus dem Jahr 1902 in Bewegung setzt, stehen die Besucher Schlange vor dieser 7,5 Meter langen Bulldogge aus Stahl. Aber auch die übrigen Räume in der überwiegend im Originalzustand erhaltenen Fabrik für Motorenventile im Industriemuseum Lauf können sich sehen lassen.

Auch wenn auf dem Bild nur kleinere Gäste zu sehen sind: Der Wasserspielplatz ist auch bei den Erwachsenen durchaus gefragt. | Foto: Industriemuseum Lauf2019/05/Wasserspielplatz.jpg

Eisenhammerwerk, Getreidemühle und Elektrizitätswerk gehören zur Frühindustrie und wurden jeweils mit einem Wasserrad angetrieben. „Mit Schirm, Charme und Melone“ geht es in der Abteilung Handwerk weiter, wo unter anderem eine Schirm- und Hutwerkstatt zu sehen sind. „Bei uns kann der Besucher die Arbeit atmen“, bringt Museumsleiterin Dr. Christiane Müller das besondere Flair dieses Museums auf den Punkt.

In Zukunft werden das Industriemuseum Lauf und heimische Industriebetriebe verstärkt zusammenarbeiten. Gemeinsam wollen die Kooperationspartner junge Menschen für die Technik und daraus resultierend fürtechnische Ausbildungsberufe begeistern. Quasi MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) als „Hands-on-Version“ im Industriemuseum hautnah: Interaktive Stationen führen die Besucher spielerisch an die Technik heran, die dann gleich nebenan in Form von historischen Maschinen, Zahnrädern & Co stehen. „Wir möchten, dass unsere Besucher ins Grübeln kommen“, schwärmt die Museumsleiterin.

Übersicht über die geplanten Mitmach-Bereiche. | Foto: Industriemuseum Lauf2019/05/Uebersicht.jpg

„Was macht die Welt von morgen mit Zahnrädern?“ Bis 2022 sollen mehrere Exponate pro Mitmach-Bereich zeigen, was hinter der ausgestellten historischen Technik steckt. Was braucht zum Beispiel die Dampfmaschine, damit sie sich bewegt? In kleinen Schritten erfährt der Besucher, was Wasser und Wärme bewirken. Industriebetriebe aus der Umgebung, die das gemeinsame Projekt ergänzen möchten, sind dem Industriemuseum Lauf sehr willkommen.

Industriemuseum Lauf
Sichartstraße 5-25
91207 Lauf
Telefon 09123/9903-0
E-Mail: [email protected]
Internet: www.industriemuseum-lauf.de

Öffnungszeiten:
April–Dezember
Mi–So: 11–17 Uhr

N-Land Stefanie Camin
Stefanie Camin