24 Stunden, 24 Unternehmen: Praxis Dr. med Radegunde Göske

Besser reisen mit der richtigen Impfung

Dr. med. Radegunde Göske berät eine Patientin über mögliche und notwendige Impfungen für den nächsten Urlaub. | Foto: Stefanie Camin2019/10/Oben-quer.jpg

In dieser Serie stellen wir 24 regionale Betriebe aus unterschiedlichen Branchen vor. Jedes Unternehmen bekommt dabei eine Stunde, und das acht Wochen lang; jede Woche drei Firmen. Heute besuchen wir die Praxis von Dr. med. Radegunde Göske am Laufer Plärrer. Um 18 Uhr kommt ein Patient hereingerannt und bittet dringend um eine Gelbfieber-Impfung: Er ist Pilot, und ohne den entsprechenden Stempel im Impfpass darf er nicht ins afrikanische Angola einreisen. Die Fachärztin für Innere Medizin bietet ihren Patienten neben der reisemedizinischen Beratung auch hausärztliche Versorgung oder die Tauchtauglichkeits-Untersuchung an.

Lauf.
Donnerstag, 18 Uhr; ein Patient eilt in die Praxis und holt an der Empfangstheke erst einmal tief Luft: Er ist Pilot, fliegt in wenigen Stunden von Frankfurt nach Angola im südwestlichen Afrika – und braucht dringend eine Gelbfieberimpfung. Gut, dass er in der Praxis von Dr. med. Radegunde Göske am Laufer Plärrer steht: Erstens verlängert die Fachärztin für Innere Medizin den Patienten zuliebe auch mal abends ihre Sprechzeiten und zweitens zählt sie zu den ausgewählten international anerkannten Gelbfieber-Impfstellen, von denen es im Nürnberger Land insgesamt gerade einmal drei gibt.

Das Foto zeigt die bereitstehenden Utensilien für eine Gelbfieber-Impfung, | Foto: Stefanie Camin2019/10/Unten-li_Gelbstich-raus-und-optimieren-bitte.jpg
daneben ist der entsprechende Stempel zu sehen, den nur eine international anerkannte Gelbfieber-Impfstelle erteilen darf. | Foto: Stefanie Camin2019/10/Unten-re_Gelbstich-raus-und-optimieren-bitte.jpg


Ein kleiner Pikser hilft
Der Pilot erhält nicht einfach die Impfung, sondern Dr. med. Radegunde Göske nimmt sich Zeit für ein Beratungsgespräch. Ein Blick in den Impfpass des Piloten zeigt der Expertin, dass er bereits eine Gelbfieber-Impfung hat, die laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) ein Leben lang reicht. Allerdings stellt Angola zur Einreisebedingung, dass derjenige alle zehn Jahre gegen Gelbfieber geimpft werden muss. In diesem Fall ist klar: Der Pilot kommt um diese Impfung nicht herum. Ein kleiner Pikser, und er kann nach Frankfurt fahren, um von dort gen Afrika abzuheben.
Die Gefahren lauern in vielen Ländern – und etliche Menschen verkennen diese. Meningokokken und Meningitis in afrikanischen Ländern, Tollwut in Asien, Ebola in Teilen Afrikas oder die Kinderlähmung Polio in Afghanistan, Pakistan und Nigeria sind nur einige Beispiele. Was viele nicht wissen: Selbst für so beliebte Reiseziele wie die Türkei oder Ägypten sollten Reisende sich gegen eine Entzündung der Leber impfen lassen, die durch das Hepatitis A-Virus ausgelöst wird.
Trauriger Rekordhalter bleibt allerdings die Malaria; laut WHO stirbt alle zwei Minuten ein Kind daran. Bei der in über 100 Ländern endemischen Malaria ist es die Anopheles-, beim noch relativ neuen Dengue-Fieber die Aedes-Stechmücke, die den Erreger überträgt. Letztere zählt auch zu den primären Überträgern von Gelbfieber oder Zikaviren. Auch wenn es derzeit keine Impfmöglichkeit gegen Dengue gibt, können Reisende durchaus Vorsichtsmaßnahmen treffen, um in gefährdeten Regionen in Vietnam, Sri Lanka, Indien, Thailand, Laos, Kambodscha, Singapur und den Philippinen sowohl tagsüber als auch nachts Moskitostiche zu vermeiden. Dazu zählen hochwirksame Repellents, stichfeste oder imprägnierte Kleidung sowie imprägnierte Moskitonetze.
Ob eine Reiseimpfung sinnvoll ist, kann Dr. med. Radegunde Göske nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten. Nicht nur das Land ist ausschlaggebend für die Entscheidung, sondern die Region, die Aufenthaltsdauer, die Art zu reisen (Geschäftsreise, geführte Reisegruppe oder Individualtourist mit Wunsch nach Abenteuern abseits der ausgebauten Straßen). Ständige Fortbildungen im Deutschen Tropeninstitut, ein wöchentlicher Newsticker des Centrums für Reisemedizin (CRM) sowie aktuelle Unterlagen garantieren, dass die Ärztin ständig up to date bleibt.

Claudia Goebel, 61, Arzthelferin: „Ich arbeite seit einem Jahr hier und bin überwiegend im Labor tätig. Technische Untersuchungen, EKG, Lungenfunktionsprüfung, Blutabnahme, Impfungen durchführen von der Auffrischung bis zur Zeckenimpfung und vieles mehr sind meine Aufgaben. Ich finde es hochinteressant, so viele Menschen und auch ihre Reiseziele kennenzulernen. Und wir sind ein tolles Team.“ | Foto: Stefanie Camin2019/10/Claudia-Goebel.jpg
Doris Malm, 51, Arzthelferin: „Seit sechs Jahren bin ich in der Praxis quasi die Zentrale. Sprich, mein Schwerpunkt ist die Organisation. Ich filtere die telefonischen oder persönlichen Anfragen und Anliegen. Mein Job ist extrem vielseitig, allein wegen der unterschiedlichen Menschen, mit denen ich täglich zu tun habe. Mit meiner Chefin verstehe ich mich super, wir sind auf einer Wellenlänge.“ | Foto: Stefanie Camin2019/10/Doris-Malm.jpg


Tauchtauglichkeit
Wer in eine andere Welt unter Wasser eintauchen möchte, muss sich vorab eingehend untersuchen lassen. Erst dann kann derjenige den Tauchschein absolvieren und schwerelos durch den faszinierenden Unterwasser-Lebensraum gleiten. „Wir untersuchen den Patienten von Kopf bis Fuß“, ist für Dr. med. Radegunde Göske keine Frage. Ruhe-EKG, Lungenfunktion, Druckausgleich sowie bei Patienten ab 40 Jahren auch ein Belastungs-EKG sind dabei Routineuntersuchungen. Was sie noch empfiehlt, ist eine Röntgenuntersuchung der Lunge, mit deren Hilfe sie nach möglichen Emphysembullae und Pleura-Verklebungen sucht. Ersteres sind dünnwandige, mit Luft gefüllte Blasen (Bullae) im Lungengewebe mit einem Durchmesser von mindestens einem Zentimeter, die das Ausatmen erschweren. Bei Pleura-Verklebungen sind Rippenfell und Lunge miteinander verbunden. „Diese Untersuchung kann dem Taucher eine zusätzliche Sicherheit geben und sollte daher vor dem ersten Tauchgang und ab einem Alter von 40 Jahren in regelmäßigen Abständen erfolgen“, rät die Spezialistin.
Für die meisten Patienten bedeutet diese Untersuchung eine Bestätigung und ein „Go“ fürs Tauchen – doch für einige war der Befund wahrscheinlich lebensrettend. Ein Patient hat im Rahmen dieses Tauchtauglichkeits-Check-ups erfahren, dass seine Lunge nur eingeschränkt funktioniert, ein anderer war sich vorher nicht bewusst, dass er unter Herzrhythmusstörung leidet. Treten derartige Probleme in 25 Meter Tiefe auf, kann die Auswirkung entsprechend fatal sein.

FAKTEN PRAXIS DR. MED. GÖSKE:
Gründung: 2009
Angebot: Gelbfieberimpfung, reisemedizinische Beratung, Vorsorgeuntersuchung, hausärztliche Versorgung, Tauchtauglichkeit, Betreuung von Heimbewohnern
Motto: Eine glückliche Rückkehr dank einer gut vorbereiteten Reise.
Sprechzeiten:
Mo. 8 – 12 Uhr u. 16 – 18 Uhr
Di. 8 – 12 Uhr u. 15 – 17 Uhr
Mi. 8 – 12 Uhr
Do. 8 – 12 Uhr u. 15 – 18 Uhr
Fr. 8 – 13 Uhr


KONTAKT:
Praxis Dr. med. Radegunde Göske
Plärrer 1
91207 Lauf an der Pegnitz
Telefon: 09123 5554
www.praxis-goeske.de

N-Land Stefanie Camin
Stefanie Camin