Unternehmerpreis

Auszeichnung für Grötsch Energietechnik in Hersbruck

Das Bild zeigt Tobias Grötsch, Michael Hilpert, Bürgermeister Robert Ilg und Rainer Grötsch (v. links) bei der kleinen Preisverleihung im Betrieb. | Foto: A. Pitsch2020/12/IMG-8370.jpg

HERSBRUCK – „Jammern bringt uns nichts, sondern wir müssen etwas tun“, findet Tobias Grötsch. Dank dieser Einstellung haben der Juniorchef und die Firma Grötsch Energietechnik in Hersbruck den Unternehmerpreis des Zentralverbands „Sanitär Heizung Klima“ (ZVSHK) abgesahnt.

Dabei gäbe es genügend gute Gründe zum Lamentieren, wie fehlende Wertschätzung in der Gesellschaft für das Handwerk, Fachkräftemangel, und auch die Corona-Krise ist an der Branche nicht spurlos vorbeigegangen: „Wir mussten Baustellen jetzt stilllegen, weil wir dort den Abstand nicht einhalten können zwischen den Mitarbeitern“, erzählt Rainer Grötsch.

Dennoch seien Handwerker gefragt, der Job sicher. Auch das müsse ein Argument für die Jugendlichen sein, sich ausbilden zu lassen, meint er: „Wir müssen die Jugend fürs Handwerk gewinnen.“ Und dafür seien Innovationen wie die im eigenen Haus gut. Dieser Ansatz und die damit verbundenen „durchgängig digitalen Arbeitsprozesse“, so Verbandspräsident Michael Hilpert, haben auch die Jury des ZVSHK überzeugt, denn sie verlieh der Hersbrucker Firma den Unternehmenspreis.

Laser auf der Baustelle

„Wir wissen, dass unsere Betriebe Fachkräfte auf ihrem Gebiet sind, aber was können sie darüber hinaus?“, erläuterte Hilpert bei der Preisverleihung die Aufgabenstellung bei der Bewerbung. 14 Einsendungen gingen beim Verband ein. Deren Ergebnisse sollen für die Werbung für die Branche genutzt werden, so Hilpert.

Da werden dann auch zwei Entwicklungen von Tobias Grötsch zu sehen sein. Er hat sich der Digitalisierung verschrieben mit dem Ziel, die Arbeitsvorbereitung besser zu gestalten. „Bei uns gibt es mittlerweile Tablets auf der Baustelle, so haben wir immer alle Infos zur Hand und können rasch mit dem Büro kommunizieren.“ Bei großen Projekten habe man früher immer viele Ordner mit Plänen mitschleppen müssen, und der entscheidende habe dann meistens gefehlt.

Doch das ist längst nicht alles: Rund ein Jahr hat Grötsch an einem 3 D-Laserscanner getüftelt. In ihm versteckt sich ein Laser-Distanz-Messer, mit dessen Hilfe man neue Anlagen passgenau in den Bestand hineinplanen könne. Um die daraus entstehenden 3 D-Modelle dann in die Realität umzusetzen, nutzt der 130-Mann-Betrieb einen motorisierten Laser-Pointer. „Er bringt den Plan zurück in den Raum und zeigt die Bohrpunkte an“, erklärte Grötsch. Vorher habe man die grob aus einem Papierplan herausmessen und übertragen müssen.

Bekannt im Land

Die Investitionen im fünfstelligen Bereich sollen die Produktivität steigern, denn es gehe vieles nun schneller, so Grötsch. Dass ausgerechnet der Junior sich so engagiert, das freute auch Bürgermeister Robert Ilg: „Es ist gut, dass die nächste Generation dabei ist, um ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen weiterzuführen.“ Eines, das in der Branche nun deutschlandweit bekannt sein dürfte, denn der Preis wurde bundesweit verliehen, was Ilg als besonders einstufte.

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