Japanische Nelkenkirsche im Park an der Stephanstraße

Zeichen der Hoffnung

Haben gemeinsam zur Schaufel gegriffen (von links): Rathauschef Martin Tabor, Musa Yilmaz, Pfarrer Bernd Popp und Pfarrer Dominik Pillmayer. | Foto: Alex Blinten2021/04/Altdorf-Baumpflanzaktion-scaled.jpg

ALTDORF – Zum Gedenken an die Corona-Toten pflanzen Bürgermeister Martin Tabor, Pfarrer Bernd Popp, Pfarrer Domink Pillmayer und Musa Yilmaz von der muslimischen Gemeinde einen Kirschbaum im Park an der Stephanstraße in Altdorf.

Am gestrigen bundesweiten Gedenktag für die an und mit Corona verstorbenen Menschen hat die Stadt Altdorf zusammen mit evangelischer und katholischer Kirchengemeinde und der muslimischen Gemeinde ein Zeichen der Hoffnung gesetzt. Bürgermeister Martin Tabor hat gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Bernd Popp, dessen katholischen Kollegen Dominik Pillmayer und Musa Yilmaz vom muslimischen Verein im kleinen Park in den Stephanstraße einen Baum gepflanzt.

Ausgesucht hat den Baum Stadtgärtner Peter Grögl, der sich für eine japanische Nelkenkirsche entschied, deren Blüten zum einen Hoffnung geben, zum anderen Nahrung für die Bienen des Altdorfer Imkervereins, der in unmittelbarer Nachbarschaft seinen Lehrbienenstand betreibt.
Der indirekte Anstoß für die Baumpflanzung kam ursprünglich aus dem Büro von Landrat Armin Kroder, der sich vor einigen Tagen schriftlich an die Bürgermeister im Landkreis gewandt und darum gebeten hatte, am gestrigen Gedenktag für die Corona-Opfer Flaggen in den Kommunen zum Zeichen der Trauer auf Halbmast zu setzen.

Armbänder mit Blumensamen

Wir haben uns dann in Altdorf dazu entschieden, darüber hinaus den Blick in die Zukunft zu richten“, sagt Bürgermeister Tabor anlässlich der Baumpflanzung am Bienenhaus. Die Religionsgemeinschaften waren, von der Stadt angesprochen, sofort zur Teilnahme an der Aktion bereit.
Pfarrer Bernd Popp hat Hoffnungsbänder dabei, kleine Armbändchen mit eingearbeiteten Blumensamen.Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“, zitiert er Martin Luther. „Ein Baum“, betont der evangelische Pfarrer, „steht für Leben und Hoffnung.

Dominik Pillmayer schlägt den Bogen noch weiter, über den Baum hinaus.
Eines der Geheimnisse des Glauben sei doch, sagt er im Park an der Stephanstraße, dass im Tod das Leben sei. „Jesus hat den Tod besiegt und gibt uns immer neue Hoffnung.“ Für Musa Yilmaz ist der Baum ein Zeichen für Zukunft, dafür, dass es weiter geht. Yilmaz‘ Familie wohnt schon in der 3. Generation in Altdorf und der Umgebung. Der Familienvater ist vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie besonders froh darüber, dass die hiesigen Muslime seit geraumer Zeit ihre Verstorbenen in Altdorf bestatten können und sie nicht mehr in die Türkei überführen müssen.
Als Bürgermeister, Pfarrer und der Vertreter der muslimischen Gemeinde den Kirschbaum einpflanzen, läuten die Glocken der Altdorfer Kirchen zum Gedenken an die Verstorbenen.

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