30 Stunden

Wer will sich als Laiendolmetscher ausbilden lassen?

Die erfahrene Dolmetscherin Antje Bommel (2.v.l.) wird die Ausbildung durchführen. | Foto: Jens Bommel2022/11/csm_Bild1_Antje_Bommel_Ausbildung_a5b18ed418.jpg.pagespeed.ce_.fBKTGmIZtC.jpg

NÜRNBERGER LAND – Der Landkreis bietet Freiwilligen eine 30-stündige Ausbildung zu Laiendolmetscher*innen an. Am 9. Dezember findet um 18 Uhr ein unverbindlicher Informationsabend im Landratsamt statt.

Die Zielgruppe sind Personen, die Zweit- oder Drittsprachen sprechen (ausgenommen Englisch) und über gute Sprachkenntnisse in Deutsch und noch in einer weiteren Sprache verfügen. Interessierte können mit den Integrationslots*innen Kontakt aufnehmen oder sich zum Informationsabend direkt anmelden, via Mail an [email protected]  oder Telefon 09123 950 6888. Am Ausbildungsprogramm können insgesamt 12 Personen teilnehmen. Die Ausbildung umfasst 30 Stunden, findet an zwei Wochenenden im Januar 2023 statt und wird vom Landkreis finanziert.

Das WinWin Freiwilligenzentrum verfügt über einen Pool an ehrenamtlichen Dolmetscher*innen, doch dieser reicht oft nicht aus. In Schulen, bei Facharztbesuchen, in Krankenhäusern, in Behörden, im Jugendamt und in vielen anderen Lebenssituationen gibt es den Bedarf, wichtige Gesprächstermine von Dolmetscher*innen begleiten und übersetzen zu lassen. Denn manchmal ist es unerlässlich, dass sich die besprechenden Parteien gut und richtig verstehen.

Viele Sprachen sind gefragt

„Derzeit suchen wir für diese Dolmetschertätigkeiten vor allem Menschen, die Arabisch, Spanisch, Französisch oder Farsi sprechen. Auch Ukrainisch und Russisch sind seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine natürlich sehr gefragt“, erklärt Integrationslotse Frank Durta, der das Programm organisiert. „Es gibt im Landkreis viele Menschen, die bereit sind zu helfen“, erläutert er.

Beispielsweise Menschen, die eine eigene Fluchtgeschichte haben und die selbst nach Ankunft in Deutschland Hilfe erfahren durften, sind oft gerne bereit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Das können sie mit einer Dolmetschertätigkeit sehr sinnvoll tun. Wir möchten die Engagierten jedoch nicht unvorbereitet in diese verantwortungsvolle Tätigkeit schicken.

Nicht unvorbereitet sein

Denn manchmal sind es auch schwierige oder gar konfliktbehaftete Situationen, in denen eine Übersetzung nötig ist. Dafür ist eine gute Einführung in die Tätigkeit, eine klare Abgrenzung und Reflektion des Gehörten und Gesprochenen sowie eine gute hauptamtliche Betreuung durch das WinWin gefragt. Das und noch viel Praktisches mehr beinhaltet die fundierte Ausbildung für Laiendolmetscher*innen, von der die Teilnehmenden auch persönlich sehr profitieren“, erläutert Durta.

Die Ausbildung führt Antje Bommel durch, staatlich geprüfte, öffentlich bestellte und beeidigte Übersetzerin, Dolmetscherin und DaZ–Trainerin (Deutsch als Zweitsprache). Sie entwickelte das Konzept exklusiv und bringt nicht nur viel fachliche Expertise, sondern auch einen großen Erfahrungsschatz mit: Sie ist seit über 25 Jahren tätig und bildete in den vergangenen Jahren mehr als 200 Laiendolmetscher*innen aus.

Das WinWin Freiwilligenzentrum ist die Kontakt- und Informationsstelle für Bürgerschaftliches Engagement im Nürnberger Land. Die beiden dort angesiedelten Integrationslots*innen kümmern sich um die Unterstützung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements im Zusammenhang mit Migration und Integration. Die Integrationslots*innen werden vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration finanziell gefördert. Wer Rückfragen zur Veranstaltung und Ausbildung hat, kann sich gerne via Mail an [email protected]  oder Telefon 09123 950 6888 bei ihnen melden.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren