Diskussion über Feuchter Digitalisierung

„Was nun, Herr Bürgermeister?“

Etwas altbacken kommt die Internetseite des Marktes Feucht schon daher. Anfang März soll damit allerdings Schluss sein, dann geht die neue Homepage online. | Foto: Screenshot2021/02/Feucht-NEU-Screenshot-Homepage.jpg

FEUCHT – Marktgemeinderätin Birgit Ruder wirft Jörg Kotzur Versäumnisse bei der Digitalisierung der Gemeinde vor. Der reagiert gelassen und gibt zusammen mit der Verwaltung Einblicke in den Fortschritt des Prozesses.

Birgit Ruder verliert allmählich die Geduld. In einer Pressemitteilung kritisiert die Ortsvorsitzende der Freien Wähler Feucht den Ersten Bürgermeister Jörg Kotzur und unterstellt ihm indirekt Untätigkeit. Bereits im April und Mai des vergangenen Jahres habe die FW-Fraktion Anträge auf die Einführung eines Digitalisierungsbeauftragten gestellt, dessen Aufgabenbereich die digitale Agenda innerhalb einer Kommune umfasse, sowie einer kostenfreien Bürger-App, eines offiziellen Auftritts des Marktes Feucht in den Sozialen Medien und eine Neuerstellung der Homepage des Marktes Feucht.

Laut Ruder befand Kotzur die Idee, eine kommunale App einzuführen, grundsätzlich zwar für gut, wollte jedoch zunächst die neue Homepage abwarten und im Bedarfsfall nachrüsten. Des Weiteren hält Birgit Ruder fest: „Der Bürgermeister schrieb außerdem: Wir sind bereits dabei, die Digitalisierung voranzutreiben. Sicher wird es einen Digitalisierungsbeauftragten geben. Welche Aufgaben dieser hat und welche Person dies innerhalb der Verwaltung ist, liegt in meinem Entscheidungsbereich.“ Ein Dreivierteljahr sei nun vergangenen, einen Digitalisierungsbeauftragten geschweige denn eine neue Homepage des Marktes Feucht oder einen offziellen Auftritt in Sozialen Medien gebe es nach wie vor nicht, bemängelt Ruder und stellt die Frage: „Was nun, Herr Bürgermeister?

„Sie hätte auch einfach fragen können“

Der reagiert mit Unverständnis auf die öffentlichen Vorwürfe und entgegnet: „Frau Ruder hätte ja auch einfach mal nachfragen können, wie der Stand der Dinge ist. Dann hätte sie auch die Informationen und Antworten bekommen, anstatt den Weg über die Öffentlichkeit zu wählen.“ Grundsätzlich hält Feuchts Erster Bürgermeister jedoch fest: „Wir brauchen auf alle Fälle einen Digitaliserungsbeauftragten. Eine Person, die sowohl in der IT als auch in der Verwaltung über die nötigen Kompetenzen verfügt und als Schnittstelle zwischen den beiden Bereichen fungiert.“ Der Haken: In der Verwaltung des Marktes Feucht existiert eine solche Person derzeit nicht, weshalb eine externe Stellenausschreibung für diese Position unausweislich ist. „Wenn kein entsprechendes Personal vorhanden ist, müssen wir uns das eben suchen. Die Stelle des Digitaliserungsbeauftragten ist bereits im Stellenplan enthalten, der kommenden Mittwoch auf der Marktgemeinderatssitzung verabschiedet werden soll“, sagt Kotzur im Hinblick auf die kommende Woche. Geht alles glatt, könne der Markt also schon bald die neue Stelle ausschreiben.

Bezüglich des Internetauftritts der Marktgemeinde schaltet sich Amrei Noä, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, ein. „Unsere neue Homepage geht nächsten Mittwoch in die Qualitätssicherung, die der Endschliff des Projekts ist. Die Firma, die mit uns den neuen Internetauftritt erstellt, hat die Online-Schaltung für die erste Märzwoche terminiert, spätestens am 8. März sind wir online“, stellt sie klar. Seit Mai 2020 arbeite Feucht mit der Firma Hirsch & Wölfl an der Umsetzung und läge damit im üblichen Zeitrahmen: Projektgespräche, Erstellung des Designs, technische und inhaltliche Umsetzung sowie Schulung im neuen Content-Management-System bräuchten nun mal Zeit.

Amrei Noä, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit. Foto: Antje Wiech2021/02/Feucht-Verwaltung-Amrei-Noae.jpg

Komplexer und langwieriger Vorgang

Eine Internetseite für eine Gemeindeverwaltung auf die Beine zu stellen, ist nicht zu vergleichen mit dem Onlineauftritt einer Firma oder Organisation. Neben der Informationsfülle, die der Markt Feucht schon immer bietet, der Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit, darf nicht vergessen werden, was im Hintergrund für den Nutzer unsichtbar geschieht – zum Beispiel die Verknüpfung mit dem Bayernportal mit seinen vielfältigen digitalen Angeboten“, erklärt Noä. Da die neue Homepage im sogenannten responsive Design erstellt wird, soll sie unabhängig vom jeweiligen Endgerät des Nutzers optimal angezeigt werden.

Da sie alle Funktionen, die eine Bürger-App bieten würde, ohnehin beinhalte, sei die geforderte App nicht erforderlich. Wer Push-Nachrichten erhalten möchte, könne sich in Zukunft über die Möglichkeiten bei Facebook bedienen. „Da der Facebook-Auftritt der Gemeindeverwaltung bei Einhaltung aller Datenschutzvorgaben sowohl technisch, als auch vom Design her in Verbindung zur neuen Homepage stehen soll, wird auch er mit Hirsch & Wölfl umgesetzt. Terminiert ist der Startschuss für die Arbeiten ab Mitte März, direkt nach der Onlineschaltung der Seite www.feucht.de. Dann wird auch der Zeitplan für das Going-Live von Facebook festgelegt“, stellt sie klar.
Alles Informationen, die sie ohnehin kommenden Mittwoch im Anschluss an die Sitzung den Gemeinderäten mitteilen wollte.

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