„Wollen den Umgang mit Ressourcen vermitteln“

Von der Schule auf den Acker

Gemeinsam säen, ernten und lernen. Das Ackerprojekt soll gleichzeitig die Sinne für die Natur schärfen und Kompetenzen stärken. | Foto: Theresa Haarhoff2021/12/Leinburg-Ackerprojekt-Schule.jpg

DIEPERSDORF – Nach der Draußenschule in Feucht bekommt die Grundschule Diepersdorf nun eine Ackerschule. Wie sich die Konzepte unterscheiden und warum Karotten ziehen in den Lehrplan gehört, erklärt Projektleiterin Chistina Marx.

Pflügen, säen, pflegen und ernten. Das sind einige der Aufgaben, mit denen sich die Schüler der Grundschule Diepersdorf bald befassen dürfen. Die Schule plant nämlich im kommenden Jahr ein Ackerprojekt, bei dem die erste Klasse in Zusammenarbeit mit den Viertklässlern und der Inklusionsklasse der Grundschule Schönberg anpacken wird. Das Konzept des Unterrichts auf einem Acker oder im Wald erfreut sich großer Beliebtheit, wie auch schon die Feuchter Grundschule mit ihrem Konzept der Draußenschule nach skandinavischem Vorbild gezeigt hat (wir berichteten).

Wir haben uns dieses Jahr bei der Gemüse-Ackerdemie beworben und wurden genommen“, erklärt Konrektorin und Projektleiterin Christina Marx. Das Bildungsprogramm Gemüse-Ackerdemie des Acker Vereins versorgt Schulen und Kindergärten mit Saatgut und Informationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz für den selbstständigen Anbau. 2021 nehmen insgesamt 630 Schulen an diesem Projekt teil. Das Projekt richtet sich vor allem an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Die Ziele sind das Vermitteln von Wissen, Aufklärung über gesunde Ernährung und Bewegung im Freien.

Ausgleich zum Klassenzimmer

Genau diese Zielsetzungen haben Christina Marx überzeugt: „Wir wollen den Kindern die Themen Nachhaltigkeit, natürlicher Kreislauf, Umgang mit Ressourcen und Arbeit am Boden vermitteln.“ Es sei für sie ein guter und gesunder Ausgleich zum Lernen im Klassenzimmer. Die Verbindung von Aktivität, Gesundheit und Nachhaltigkeit sei für Kinder entscheidend. Außerdem sollen die Kinder dadurch ihr Bewusstsein für Geschmäcker neu sensibilisieren: „Viele kennen Karotte, Paprika und Gurke und das war es.“ Das soll sich durch das Ackerprojekt ändern, denn nach der Ernte soll auch die gemeinsame Zubereitung von Bedeutung sein. „Quasi back to nature, back to the roots“, erklärt Marx. Zudem sei das gesamte Projekt coronakonform.

Für Marx ist es nicht der erste Versuch einer Draußenschule. Vor einigen Jahren hat sie ein Bauernhofprojekt mit ihren Schülern gestartet: „Das lief so gut, dass ich nach Auslaufen des Projekts eine Alternative gesucht habe.“ So kam sie auf die Idee der Ackerschule. „Für den Unterricht auf dem Acker sind eineinhalb Stunden pro Woche im Rahmen des HSU-Unterrichts eingeplant“, erklärt sie.

Es gibt insgesamt drei Pflanztermine und im März geht der erste los“, erzählt die Lehrerin. Dabei werde das Saatgut der Schule kostenlos vom Verein und der AOK als Sponsor zur Verfügung gestellt. Zudem werden den Lehrern Workshops rund um die Thematik angeboten. Die Vorgabe ist, dass der Acker mindestens eine Größe von 50 Quadratmetern haben soll. „Bei uns ist es ein Rasenstück, direkt am Pausenhof angrenzend, das der Gemeinde gehört“, sagt sie. Ursprünglich sei das der Sammelplatz für die Feueralarm-Übungen in der Grundschule gewesen.

Bürgermeister packt mit an

Ende November wurde der Acker unter Mithilfe von Leinburgs Bürgermeister Thomas Kraußer ausgehoben und vorbereitet. „Über den Winter liegt er brach und wird im Frühling noch mal umgegraben“, sagt sie. Sobald eine Humusschicht aufgetragen ist, kann das drei Jahre andauernde Projekt starten. Es fehlt nur noch ein Gerätehäuschen, für das der Förderverein der Schule schon finanzielle Unterstützung zugesagt habe.

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