„Ortskundige irren im Kreis herum“

Umleitung sorgt weiter für Ärger

Bis Dezember sollen die Arbeiten im ersten Bauabschnitt in der Hauptstraße abgeschlossen sein, Anlieger in den Umleitungsstraßen wünschen sich, dass es schneller geht. Dabei ist der aktuelle Zeitplan allerdings schon sehr ambitioniert. | Foto: Alex Blinten2021/05/Schwarzenbruck-Umleitung-scaled.jpg

SCHWARZENBRUCK – Anwohner in Schwarzenbruck kritisieren die Gemeinde, machen aber auch Verbesserungsvorschläge.

Die Umleitung in Schwarzenbruck, bedingt durch den Umbau der Hauptstraße, bleibt ein Ärgernis für die Anwohner. Zwar hat die Gemeinde mit diversen Maßnahmen versucht, die Situation zu entspannen, aus Sicht der Anlieger in den betroffenen Wohngebiets-Straßen haben bislang aber alle Verbesserungsversuche nur dazu geführt, dass es noch schlechter wurde. Anlieger haben inzwischen ans Bauamt, an Bürgermeister Markus Holzammer, an die Polizeiinspektion Altdorf und ans Landratsamt geschrieben und haben zahllose Telefonate geführt.

Dass die Umleitung durch die Schwarzenbrucker Wohngebiete ein schwieriges Unterfangen werden würde, hat man im Rathaus schon früh gewusst. Schnell stellte sich dann heraus, dass die Beschilderung zunächst wenig optimal war, so dass die Gemeinde nachrüsten musste. Ergänzende Schilder hätten das ganze aber nur unzureichend verbessert, beklagt Anliegerin Brigitte Oppel die Situation. Sie spricht von einer eklatanten Fehlplanung und weist auf eine Vielzahl von Problemen hin: „Ortsunkundige irren im Kreis herum, Lkw bleiben weiterhin in der Verbindungsgasse stecken, es wird nach wie vor gegen die Einbahnstraße gefahren.“ Freie Rettungswege für die Feuerwehr und Rettungsdienste gibt es laut Oppel und deren Nachbarn Hans Peter Lorenz nicht. „Blockaden sind die Wirklichkeit, zumal die Feuerwehr in der Beethovenstraße, einer zur Zeit aufgehobenen Spielstraße, durch den hier aber erlaubten Gegenverkehr behindert wird.

Keine Beachtung der Feuerwehr?

Verantwortliche der Feuerwehr, so Oppel, hätten sich im Gespräch darüber beklagt, dass ihre Vorschläge keinerlei Beachtung gefunden hätten. Dass die Umleitung ausgesprochen schwierig ist, wissen die Anlieger, sie machen trotzdem Verbesserungsvorschläge: Wenn es um die Bauzeit geht, fragen sie, ob die nicht eventuell verkürzt werden kann? „Die Firma Bögl ist doch ein Branchen-Riese“, so Oppel. Der derzeitige Zeitplan sieht ein Ende der Arbeiten erst im Dezember 2021 für den Bauabschnitt I vor.

Großen Anteil an der Misere hätten die Verkehrsschilder an der B8 in Ochenbruck und an der Autobahnabfahrt in Feucht, sagen Oppel und Lorenz. Hier wird mit „Lieferverkehr frei“ für Lkw die Zufahrt ins Umleitungsgebiet erlaubt. „Ließe sich die Durchgangsgasse nicht ganz sperren, wenn auf einem kurzen Wegabschnitt in der Hubertus- und St. Gundekarstraße Gegenverkehr erlaubt wird?“ fragt Hans Peter Lorenz. Für die Feuerwehr könne dieser Abschnitt bei Bedarf mit zwei Ampeln durch gezielte Schaltungen für Gegenverkehr blockiert werden. „In Städten wird das ja auch so gehandhabt“, betont Oppel. Das Altersheim, der Friedhof und die Kirchen seien durch die Umleitung regelrecht abgeriegelt worden. Und über fehlende Parkplätze seien nur die Anwohner im Baustellenbereich informiert. „Immer wurde von uns auf die Gefahren für Kinder, Fußgänger und Radfahrer hingewiesen“, stellt die Anliegerin fest. „Es ist aber bis auf eine absurd kurze Streckenführung nicht einmal ein Fußweg ausgewiesen.

Verkürzung der Bauzeit unrealistisch

Die Anlieger hoffen nun, dass die Streckenführung und die Bauzeit nochmal grundlegend überdacht und Änderungen vorgenommen werden.
Bürgermeister Markus Holzammer hat sich zusammen mit Feuerwehrkommandant Christian Eckstein, Mitarbeitern des Ordnungsamts und Beamten der Polizeiinspektion Altdorf an den neuralgischen Punkten der Umleitung getroffen. Er versichert, dass die Gemeinde im Anschluss an den Ortstermin nachjustiert habe.
Mit der Feuerwehr, betont Holzammer, sei die Gemeinde aber regelmäßig im Gespräch. Eine Verkürzung der Bauzeit in der Hauptstraße sei zwar wünschenswert, aber kaum realistisch, befürchtet der Rathauschef und verweist darauf, dass es ohnehin schon einen sehr eng getakteten Zeitplan gibt. In der Hauptstraße wird ja nicht nur die Deckschicht erneuert, sondern vielmehr auch Kanal und Versorgungsleitungen saniert.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren