Eigene Stromerzeugung mit Mini-PV-Anlage

Selbstversorger

Die Wärmepumpe für den Pool im Garten betreibt Christian Helin (mit Tochter Anni und Hund Pepper) über seine Mini-PV-Anlage. | Foto: Daniel Frasch2020/08/Winkelhaid-Christian-Helin-Mini-PV-Anlage-Pool-scaled.jpg

WINKELHAID – Christian Helin erzeugt einen Teil seines Stroms selbst. Mit Mini-PV-Anlagen spart er rund 160 Euro im Jahr. Der Energieversorger N-ERGIE unterstützt seinen Beitrag zur Energiewende – unter gewissen Voraussetzungen.

Christian Helin wirkt glücklich: Denn beim Besuch des 49-Jährigen vergangenen Freitag hat das Thermometer vormittags um 11.30 Uhr bereits 28 Grad angezeigt, ungetrübter Sonnenschein herrschte über den Dächern Winkelhaids. Statistische Werte zeigen: Im vergangenen Jahr 2019 gab es in Winkelhaid rund 1700 Sonnenstunden, „überdurchsnittlich viel“, wie Helin betont. Gefreut hat es ihn trotzdem, denn je länger die Sonne scheint, desto mehr profitiert er von seiner Anschaffung.

Denn nur wenn Sonnenstrahlen auf die drei Module seiner Mini-Photovoltaik-Anlage treffen, können diese auch Strom erzeugen. Eines der Module steht angelehnt am Gartenzaun, eines in der Einfahrt. Das dritte wird auf dem Dach der Garage montiert. Die optimale Ausrichtung, um möglichst viel Sonne aus allen Himmelsrichtungen einzufangen und diese schließlich in Strom umzuwandeln. Strom, den Christian Helin dadurch selbst herstellt und damit nicht vom Stromversorger (N-Ergie) beziehen muss. Kurz um: Er spart Geld.

Wie bei einer großen Photovoltaikanlage fangen auch bei Mini-PV-Anlagen Solarzellen die Sonnenstrahlen ein. | Foto: Daniel Frasch2020/08/Winkelhaid-Christian-Helin-Mini-PV-Anlage-Sonne-scaled.jpg

Bis zu 600 Watt sind erlaubt

Bis zu 600 Watt darf eine Mini-PV-Anlage erzeugen. Die Grenze gilt für das vereinfachte Anmeldeverfahren. Will Christian Helin eine größere Anlage anschließen, muss er diese, wie jede andere Erzeugungsanlage auch, anmelden und die Inbetriebsetzung von einem Installateur gemeldet werden. „Rund 160 Euro jährlich spare ich mir durch meine Mini-PV-Anlage“, sagt er. Damit decke er das gesamte „Grundrauschen“ des Fünf-Personen-Haushalts ab. Soll heißen: Die Kosten sämtlicher Geräte, die sich größtenteils im Standby-Modus befinden, werden allein über die drei Module gedeckt.

Ein vollausgestattetes Modul kostet ihn 340 Euro. Darin enthalten ist neben dem Solarmodul auch ein sogenannter Inverter (Wechselrichter). Ein Gerät, das den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt und taktet. „Ich rechne mit rund dreieinhalb Jahren, bis sich die Anschaffung amortisiert hat“, sagt er. Ein Wert, der bei der Anschaffung einer großen Photovoltaikanlage illusorisch ist.

Der Inverter wandelt Gleich- in Wechselstrom um und taktet ihn. Foto: Daniel Frasch2020/08/Winkelhaid-Christian-Helin-Inverter-scaled.jpg

Doch die Arbeitsweise einer Mini-PV-Anlage unterscheidet sich zur normalen Photovaoltaikanlage nicht: Solarzellen fangen einen Teil der Sonnenstrahlung ein und wandeln diese in elektrische Energie um. Wechselrichter verwandeln den im Prozess entstehenden Gleichstrom in Wechselstrom, der anschließend in das Stromnetz eingespeist werden kann. Der Unterschied zwischen einer Mini-PV-Anlage und einer klassischen Photovoltaikanlage besteht sowohl in der Anzahl und Größe der Solarmodule als auch dem Anschluss ans Stromnetz. Die Mini-PV-Anlage ist im übertragenen Sinne also die kleine Version der großen PV-Anlage.

Uneingeschränkte Flexibilität

Der Vorteil: Diese Form der dezentralen Stromerzeugung und Stromversorgung kann von jedermann – und somit nicht nur von Eigentümern – genutzt werden. Ein weiterer Pluspunkt: Fällt Schatten auf das Hausdach, kann eine Mini-Solaranlage beispielsweise im Garten, auf der Terrasse, dem Balkon oder auch an der Hauswand betrieben werden. Flexibilität wird groß geschrieben.

Allerdings muss eine Mini-PV-Anlage angemeldet werden. Nach der Niederspannungsanschlussverordnung und der VDE-Anwendungsregel „Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“ ist eine Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber erforderlich. Das passende Formular „Steckerfertige Erzeugungsanlage“ ist auf der Website der N-ERGIE Netz GmbH zu finden. Aprpopos N-ERGIE: Wie steht der Energieversorger selbst zu Mini-PV-Anlagen?

Die N-ERGIE Netz GmbH begrüßt jeden Beitrag zur Energiewende, so auch die Installation von Balkonanlagen. Allerdings müssen diese entsprechend beim Netzbetreiber angemeldet und nach dem technischen Regelwerk installiert werden“, sagt Harald Rieß, der bei der N-ERGIE zuständig ist für Kunden- und Erzeugungsanlagen. Er schränkt aber auch ein: „Die N-ERGIE setzt den Einbau eines Zwei-Energierichtungszählers voraus.“

Christian Helin ist überzeugt von seiner Anschaffung und wundert sich, warum die Mini-PV-Anlagen in der Region noch immer recht unbekannt sind. Doch er ist dabei, das zu ändern. „Viele Leute in meiner direkten Nachbarschaft haben sich über meine Mini-PV-Anlagen informiert. Alle sind begeistert, viele haben sich bereits eine gekauft und installiert“, sagt der Winkelhaider Vorreiter.

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