vhs-Vortrag

Ruth Bär und die Abtei aus Wolle

Alles handgestrickt: Im schottischen Culross haben sich die Bewohner für ihre 800-Jahr-Feier etwas ganz Besonderes ausgedacht. Was genau, verrät Ruth Bär am 7. November bei einem Vortrag in der Volkshochschule. | Foto: R. Bär2019/11/monks_1.jpeg

HERSBRUCK – Ruth Bär ist für ihre besonderen Englisch-Vorträge in der Volkshochschule bekannt. Am 7. November um 19 Uhr entführt die Hersbruckerin mit schottisch-englischen Wurzeln ihre Hörer im Stadthaus am Schloßplatz zu einem ganz besonderen Ort an der Ostküste Schottlands – nach Culross und seinen handgestrickten Mönchen.

Hintergrund ihres Vortrags in englischer Sprache ist ein Besuch in ihrer alten Heimat Ende September, 
bei dem sie selbst staunte über die faszinierende Ausstellung über das Mönchsleben im 13. Jahrhundert, das komplett von fleißigen Strickerinnen und Bastlern hergestellt und von der dortigen Pfarrerin Elizabeth Fisk entworfen wurde.

Culross, ein Ort mit knapp 4500 Einwohnern in der schottischen „council area“ Fife, wurde erstmals im Jahr 1217/18 schriftlich erwähnt und geht zurück auf die Gründung einer Abtei mit Kloster für Zisterziensermönche. Der Ort feierte vor Kurzem also sein 800-jähriges Bestehen und wählte dafür diese einmalige Art, auf seine Geschichte hinzuweisen.

„Das Werk ist ein wahres Kunststück mit viel Liebe zum Detail“, sagt Ruth Bär. Da stehen fleißige, zirka 12 Zentimeter hohe Mönche in den Gärten oder auf dem Acker, inmitten gestrickten Gemüses in Reih und Glied. Dazwischen entdecken Besucher eine winzige schwarze Schnecke an einem der Krautköpfe oder Vögel, die hungrig Kerne aufpicken.

Fast wie echt

Im Schlafsaal liegen kleine Bibeln auf den Nachttischen neben den Betten und in der Küche und dem Refektorium sind selbst das Geschirr und die Brote aus Wolle.

Ein fröhlicher Mönch gibt Kleider und Essen an bedürftige Menschen im Almosenraum aus, während in einem anderen Zimmer Kranke versorgt werden. Alle Aspekte des mönchischen Lebens werden hier abgebildet und sogar einige kleine Pilger marschieren an gestrickten Bäumen aller Art und in verschiedenen Grüntönen vorbei auf ihrem Weg zur Abtei – war Culross doch über Jahrhunderte und ist seit Kurzem wieder Startpunkt eines 64 Meilen langen Pilgerwegs nach St. Andrews.

Unbekannte Insel

Im Vortrag erzählt Bär, warum in der Ausstellung auch zwei Bäumchen der anderen Art zu sehen sind, warum die Schar auf dem Pilgerweg unterwegs war und noch andere unbekannte Geschichten über Orte in Großbritannien.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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