Säuglings-Intensiv-Station

Offenhausener Spendenaktion für kleines Leben

102 solcher Schnuffeltücher konnten Ann-Sophie und Martin Hoepfner dank Spenden für die Säuglings-Intensivstation anschaffen. | Foto: privat2019/10/IMG_20191026_160503.jpeg

OFFENHAUSEN – Es passiert immer wieder: Ein Kind kommt viel zu früh auf die Welt, es gibt Komplikationen bei der Geburt. Und dann finden sich Eltern mit ihrem Kind auf der Säuglings-Intensiv-Station im Klinikum Nürnberg Süd (KNS).

Ganz anders als das schöne Babybett zu Hause sehen sie aus, die Inkubatoren, die Intensivbettchen für die Kleinsten. Und anstelle von Spieluhr und Teddy umgeben Schläuche und Kabel das kleine Kind. Viele Monitore überwachen die Körperfunktionen und die Abgabe der Medikamente. Viele Tränen werden dort geweint, viele Gebete gesprochen oder stumm zum Himmel geschickt. Engagierte Ärzte und großartiges Pflegepersonal geben ihr Bestes, um diesen Kindern zu helfen, hat Martin Hoepfner erlebt.

Der Pfarrer in Offenhausen ist durch einen Einsatz als Notfallseelsorger auf die Arbeit der Säuglings-Intensivstation aufmerksam geworden. Manche Familien dürfen nach wenigen Tagen wieder nach Hause – zum Beispiel nach einer gelungenen Operation. Doch oft müssen Kinder Wochen und Monate auf der Frühchenstation bleiben, weiß er mittlerweile.

„Da war ein Stück Menschlichkeit zwischen den Schläuchen. Etwas Liebevolles. Und das hat gut getan“, erzählte eine Mutter mit Blick auf den kleinen Tröster-Teddy, der neben ihrem Kind im Intensiv-Bettchen liegt, Pfarrer Hoepfner. Und dieses Stück Menschlichkeit, dieses kleine Stückchen Trost soll möglichst vielen Eltern und Angehörigen helfen, findet er.

Tröstender Teddy

So nahm sich das Pfarrehepaar aus Offenhausen vor, möglichst schnell 100 Trösterteddy-Schnuffeltücher über Spenden zu finanzieren. Und binnen weniger Wochen waren über 1000 Euro gesammelt: bei einer Trauung, beim Krabbelgottesdienst, beim Blaulicht-Gottesdienst. Und bei der Beerdigung eines kleinen Jungen, für den im Klinikum alles gegeben wurde – und der trotz aller Anstrengungen nur vier Tage leben durfte.

So konnten Ann-Sophie und Martin Hoepfner schließlich insgesamt 102 Trösterteddys als Schnuffeltücher an das Pflegepersonal übergeben – für ein warmes Lächeln zwischen den Schläuchen und einen Funken Hoffnung in schwierigen Zeiten.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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