Juraleitung

Neue Pläne für Stromtrasse

In Ezelsdorf verläuft die bestehende 220 kV Leitung mitten durchs Wohngebiet. Nach dem Aufrüsten der Leitung auf 380 kV wird das nicht mehr möglich sein.2019/05/Ezelsdorf-Strom-1.jpg

FEUCHT/WINKELHAID/BURGTHANN – Netzbetreiber Tennet legt erste Vorschläge für die Aufrüstungspläne der Stromtrasse P 53 vor. Wo möglich, sollen bestehende Leitungen aufgerüstet werden: von 220 kV auf 380 kV. In der Nähe von Wohnhäusern sind 380 kV-Leitungen jedoch verboten. Es müssen also neue Wege gefunden und Masten gebaut werden.

Im Verbreitungsgebiet des Boten werden fünf Kommunen von der Stromtrasse P 53 durchschnitten. Feucht, Schwarzenbruck, Winkelhaid, Altdorf und Burgthann. Die bestehende 220 kV Leitung kommt aus dem Landkreis Fürth und führt über Ludersheim nach Altheim in Niederbayern. Sie wird auf eine Übertragungsleistung von 380 kV aufgerüstet.

Drei Korridore durch den Reichswald

Die Leitung zwischen Wendelstein und Ludersheim verläuft zwischen Feucht und Schwarzenbruck durch Waldgebiet. Die Tennet-Planer haben nun drei Alternativen auf dem Tisch, auf welchen Korridoren hier die hochgerüsteten Leitungen gebaut werden könnten. Auf der bestehenden Trasse. Oder durch einen von zwei Korridoren: nördlich von Feucht durch den Reichswald und weiter Richtung Winkelhaid. Welcher Trassenkorridor  realisiert wird, soll eine Prüfung klären.

Die Juraleitung P 53 verläuft von Raitersaich im Landkreis Fürth nach Ludersheim und von dort nach Süden über Sittling nach Altheim in Niederbayern.2019/05/NL-Juraleitung.jpg

Kein Aufrüsten in Winkelhaid

In Winkelhaid ist es nicht möglich, die durch den Ort führende und teilweise Wohnhäuser überspannende Leitung aufzurüsten. Hier werden die Planer die Leitung komplett aus dem Ort herausnehmen. Eine andere Lösung ist nicht möglich, weil es gesetzlich verboten ist, Wohnbebauung mit 380 kV Leitungen zu überspannen.

Vom Umspannwerk in Ludersheim verläuft die Trasse P 53 nach Süden über Schwarzenbach, wo ebenfalls Wohnhäuser betroffen sind. Auch hier haben die Planer Alternativen vorbereitet. Ob es östlich oder westlich an Schwarzenbach vorbeigeht, steht noch nicht fest.

Im weiter südlich gelegenen Ezelsdorf verläuft die 220 kV Leitung mitten durch die dortige Espansiedlung und dann weiter durch den Altort. Eine Herausnahme der Leitungen aus dem Ort nach Osten ist nicht möglich, die Planer werden die neue 380 kV Stromtrasse unterhalb des Brentenbergs durch das dortige Wiesengelände führen und von dort weiter Richtung Postbauer-Heng.

Masten werden deutlich höher

„Unsere Pläne basieren in vielen Bereichen auch auf Vorschlägen, die wir von Bürgerinitiativen und von Betroffenen zwischenzeitlich gesammelt haben“, betont der leitende Projektleiter Peter Volkholz. Dabei stehe das Planungsverfahren immer noch am Anfang. Der Antrag für das Raumordnungsverfahren soll erst im kommenden Jahr gestellt werden. Baubeginn ist dann nicht vor 2024.

Neben den Abständen zur Wohnbebauung stehen bei Kritikern die neuen Masten der 380 kV Leitung im Fokus. Diese werden deutlich höher als die bestehenden Masten sein. Die alten Masten sind 35 Meter hoch, die neuen werden je nach Geländebeschaffenheit zwischen 55 und 60 Meter hoch. Dafür wird der Abstand zwischen ihnen größer: von im Moment um die 250 Meter auf dann bis zu 400 Meter.

Info: Tennet wird am Freitag, 7. Juni, in der Feuchter Reichswaldhalle von 14 bis 19 Uhr über die verschiedenen Trassenkorridore im hiesigen Bereich informieren. Weitere Vorschläge nimmt Tennet bis zum 31. Juli entgegen. Eingereicht werden können diese per E-Mail an [email protected] und per Brief an Tennet GmbH, Projektteam Juraleitung, Bernecker Straße 70, 95448 Bayreuth. Weitere Info ab heute, 10 Uhr, unter https://gis.arcadis.nl/age_prod/juraleitung.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten